Pallade Veneta - Trump bricht Handelsgespräche mit Kanada ab

Trump bricht Handelsgespräche mit Kanada ab


Trump bricht Handelsgespräche mit Kanada ab
Trump bricht Handelsgespräche mit Kanada ab / Foto: Dave Chan, Mandel NGAN - AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat die Handelsgespräche mit Kanada vorerst abgebrochen. Trump warf Kanada am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social vor, den früheren Präsidenten Ronald Reagan in einer Fernsehkampagne gegen Zölle falsch zitiert zu haben. "Kanda hat betrogen und ist aufgeflogen!!!", schrieb Trump in Großbuchstaben. Der kanadische Regierungschef Mark Carney hofft nun laut kanadischen Medien auf eine Aussprache mit Trump am Rande von Gipfeltreffen in Asien ab Sonntag.

Textgröße ändern:

Auslöser für Trumps plötzlichen Wutausbruch ist eine TV-Anzeige, die die kanadische Provinz Ontario in verschiedenen US-Fernsehsendern geschaltet hatte. Zu Bildern von US-Arbeitern und -Familien ist die Stimme Reagans zu hören, der vor Zöllen auf ausländische Importe warnt. "Auf lange Sicht schaden solche Handelshindernisse jedem amerikanischen Arbeiter und Verbraucher", sagt der frühere Präsident von den Republikanern (1981 bis 1989) in dem Spot.

Trump erklärte aufgrund des "ungeheuerlichen Verhaltens" daraufhin alle Handelsgespräche mit Kanada für beendet. Der US-Präsident wirft dem Nachbarland vor, mit den TV-Anzeigen eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Washington beeinflussen zu wollen, die am 5. November erwartet wird. Ende August hatte ein US-Berufungsgericht den Großteil von Trumps Einfuhrzöllen für rechtswidrig erklärt, der Republikaner rief daraufhin den Supreme Court an. Die Entscheidung Anfang November gilt deshalb als entscheidend für Trumps Handelspolitik.

Aufmerksam auf den Fernsehspot aus Ontario wurde Trump offenbar durch eine Beschwerde der Ronald Reagan Foundation, die den Nachlass des 2004 gestorbenen Republikaners verwaltet. Die Stiftung warf der Provinz eine "selektive" Nutzung des Audio- und Videomaterials aus Reagans Rede vom April 1987 vor und eine "falsche" Deutung der Ansprache. Die Stiftung behielt sich rechtliche Schritte vor.

In der Tat fehlt in der Fernsehanzeige eine historische Einordnung, zudem sind die Zitate nicht in der ursprünglichen Reihenfolge wiedergegeben. Reagan erklärte den US-Bürgern in seiner Ansprache, warum er hohe Zölle auf japanische Halbleiter verhängt hatte. Er betonte zugleich, er tue dies "ungern", denn Protektionismus halte er grundsätzlich für falsch.

Trump selbst nannte den kanadischen TV-Spot "fake". Darin werde "behauptet, dass Ronald Reagan keine Zölle mochte, obwohl er in Wahrheit Zölle für unser Land und seine nationale Sicherheit liebte", behauptete der Rechtspopulist. Das entspricht allerdings nicht den Fakten, wie etwa Forscher des Civitas-Instituts der Universität Texas in einer Studie vom April gezeigt hatten. Die "America First"-Politik Trumps geht danach deutlich weiter als die protektionistischen Maßnahmen Reagans.

Trump hatte Anfang April massive Zölle gegen Kanada und zahlreiche weitere Handelspartner weltweit verhängt. Obwohl er eine Reihe dieser Aufschläge später absenkte, leidet das Nachbarland Kanada vor allem unter Zöllen von 50 Prozent auf Stahl und Aluminium, 25 Prozent für Autos und einem kürzlich von Trump verhängten Aufschlag von zehn Prozent auf Holz. Auf Stahl und Aluminium sowie Autos aus den USA hat die Regierung in Ottawa Gegenzölle verhängt.

Kanadas Regierungschef Carney streckte Trump in dem Streit symbolisch die Hand aus. Kanada sei bereit, auf die jüngsten Fortschritte bei den Handelsgesprächen "aufzubauen, wenn die Amerikaner bereit sind", sagte er vor seinem Abflug nach Asien. Carney und Trump könnten sich am Rande von Gipfeltreffen der Asean- und Apec-Staaten begegnen, die ab Sonntag in Malaysia und Südkorea stattfinden. Erst vor zwei Wochen hatte Trump Carney im Weißen Haus empfangen und als "Weltklasse-Anführer" gelobt.

Traditionell pflegen Kanada und die USA freundschaftliche Beziehungen. Diese verschlechterten sich jedoch nicht nur durch Trumps Zölle, sondern auch durch seine wiederholte Forderung, Kanada solle der 51. Bundesstaat der USA werden.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Nahe Flugzeugträger: USA schießen iranische Drohne im Arabischen Meer ab

Die USA haben nach Pentagon-Angaben eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Die Drohne habe sich auf "aggressive" Weise dem Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" genähert, teilte ein Militärsprecher am Dienstag in Washington mit. Der Abschuss durch ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C sei zur "Selbstverteidigung" erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen.

Gemeinde Crans-Montana spendet über eine Million Euro für Opfer der Brandkatastrophe

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana spendet eine Million Schweizer Franken für die Opfer und Hinterbliebenen der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht. "Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann, aber wir hoffen, den von dieser Tragödie betroffenen Familien helfen und die Solidarität der Gemeinde Crans-Montana zum Ausdruck bringen zu können", erklärte am Dienstag Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Französische Justiz will X-Eigentümer Musk anhören - Durchsuchungen in Büros

Die französische Justiz weitet ihr Vorgehen gegen die Online-Plattform X aus: Die Behörden durchsuchten Büroräume des Unternehmens und wollen X-Eigentümer Elon Musk befragen. Musk sei für den 20. April in Paris zu einer "freiwilligen Anhörung" geladen, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris am Dienstag mit. Ärger dräut X auch in Großbritannien, wo die Datenschutzbehörde eine Untersuchung wegen KI-generierter Pornobilder anstieß.

Menschenrechtsgericht verurteilt Russland wegen Inhaftierung Nawalnys

Zwei Jahre nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in einem russischen Straflager hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Russland wegen "rechtswidriger Inhaftierung" und "unmenschlicher Behandlung" verurteilt. Die Straßburger Richter verurteilten Russland am Dienstag zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 26.000 Euro, was voraussichtlich keine Folgen haben wird, da Russland Entscheidungen des Gerichts ignoriert.

Textgröße ändern: