Pallade Veneta - IT-Systeme an Betrüger vermietet: Jahrelange Ermittlungen und Anklage in Bayern

IT-Systeme an Betrüger vermietet: Jahrelange Ermittlungen und Anklage in Bayern


IT-Systeme an Betrüger vermietet: Jahrelange Ermittlungen und Anklage in Bayern
IT-Systeme an Betrüger vermietet: Jahrelange Ermittlungen und Anklage in Bayern / Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS - AFP/Archiv

Durch jahrelange Ermittlungsarbeit haben Ermittler aus Bayern ein mutmaßliches Dienstleisternetzwerk für kriminelle Anlagebetrüger aufgedeckt. Es geht um den Betrieb eines weltweit verfügbaren Mietsystems aus Telefon- und Computerinfrastruktur, wie die Polizei in Nürnberg am Dienstag mitteilte. Zwei verdächtige Chefs einer IT-Firma, zwei Israelis im Alter von 42 und 46 Jahren, sitzen demnach in Untersuchungshaft. Gegen den 46-Jährigen wurde Ende vergangenen Jahres bereits Anklage erhoben.

Textgröße ändern:

Nach Polizeiangaben vom Dienstag wurde der Mann auf Zypern festgenommen und vor fast einem Jahr ausgeliefert. Bereits seit etwa sechs Jahren laufen demnach komplexe Ermittlungen gegen das Netzwerk, diese sind nach wie vor nicht beendet. Es gebe weitere Verdächtige, hieß es am Dienstag. Ermittlungen würden "noch längere Zeit in Anspruch nehmen". Maßgeblich beteiligt ist demnach auch die auf Cyberkriminalität spezialisierte Zentralstelle der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg.

Der kürzlich vor der Cyberwirtschaftskammer des Landgerichts angeklagte 46-jährige Beschuldigte soll gemeinsam mit dem in Albanien gefassten jüngeren Verdächtigen für ein Unternehmen gearbeitet haben, dass mehr als 30 betrügerische Internetseiten gegen Bezahlung mit der nötigen Software und der erforderlichen Server- sowie Telefoninfrastruktur versorgte. Betrieben wurde das Netz demnach aus Israel und aus der Ukraine.

Erste Hinweise auf die kriminellen Dienstleister ergaben sich demnach in den Jahren 2019/2020 durch eine Beschlagnahme von Servern eines betrügerischen Callcenters in der Ukraine. Eine Ermittlungskommission bei der Polizei in Nürnberg bündelte danach Erkenntnisse aus mehr 350 Verfahren gegen Anlagebetrüger, die Geschädigte über das Internet und per Telefon mit der Aussicht auf Gewinne beim Handel mit Wertpapieren oder auch Kryptowährungen zu vermeintlichen Investitionen verleiteten.

Allein der bei deutschen Opfer verursachte bekannte Gesamtschaden liegt den Angaben zufolge bei 34 Millionen Euro. Der dem bereits angeklagten Beschuldigten zurechenbare Schaden liege bei rund 28,6 Millionen Euro bei 235 Geschädigten, hieß es. Persönlich habe er mehr als 1,1 Millionen Euro erhalten. Der 42-jährige zweite Verdächtige befindet sich demnach noch in Albanien. Sein Auslieferungsverfahren ist noch nicht beendet.

A.Saggese--PV

Empfohlen

In Auto in Baden-Württemberg gefundenes totes Kind starb an Hitzschlag

Das in einem Auto in Baden-Württemberg gestorbene Kleinkind starb laut Obduktionsergebnis an einem Organversagen infolge eines Hitzschlags. Der Verdacht, dass die Mutter ihre Tochter über Stunden im Auto in Schorndorf vergessen hatte, habe weiter erhärtet werden können, teilte die Polizei Aalen am Freitag mit.

In Auto in Baden-Württemberg gefundenes totes Kind starb an Hitzeschlag

Das in einem Auto in Baden-Württemberg gestorbene Kleinkind starb laut Obduktionsergebnis an einem Organversagen infolge eines Hitzeschlags. Der Verdacht, dass die Mutter ihre Tochter über Stunden im Auto in Schorndorf vergessen hatte, habe weiter erhärtet werden können, teilte die Polizei Aalen am Freitag mit.

Neue Verhaftungswelle gegen CHP-Vertreter in der Türkei

Die türkische Regierung hat ihr Vorgehen gegen gewählte Vertreter der größten Oppositionspartei CHP abermals verstärkt: 37 von 47 mit Haftbefehl gesuchte Verdächtige wurden nach Angaben der Istanbuler Staatsanwaltschaft am Freitag wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen, darunter der Bürgermeister der Istanbuler Prinzeninseln, Ali Ercan Akpolat. Ihnen wird vorgeworfen, ungültige Baugenehmigungen auf der beliebten Inselgruppe vor der türkischen Metropole ausgestellt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft erfolgten die Festnahmen in "vier Provinzen".

Verdacht auf Spionage für Russland in französischer Drohnenfabrik: Mann festgenommen

Wegen des Verdachts der Spionage für Russland in einer französischen Drohnenfabrik ist ein in Belarus geborener Mann festgenommen worden. Der 48-Jährige habe Anfang Juni den Prototyp einer Drohne eines Unternehmens gefilmt, das die ukrainischen und französischen Streitkräfte beliefere, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Paris. Geheimdienstermittlungen hätten ergeben, dass der in Spanien lebende Mann das Video an einen Kontakt in Russland geschickt habe. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.

Textgröße ändern: