Pallade Veneta - Depardieu rudert in Streit um sexistische Bemerkungen zurück

Depardieu rudert in Streit um sexistische Bemerkungen zurück


Depardieu rudert in Streit um sexistische Bemerkungen zurück
Depardieu rudert in Streit um sexistische Bemerkungen zurück / Foto: ANGELO CARCONI - ANSA/AFP/Archiv

Nun will er sich doch nicht mehr vor Gericht zu seinen mutmaßlich sexistischen Äußerungen über ein kleines Mädchen erklären: Der Schauspieler Gérard Depardieu hat am Freitag seine Diffamierungsklage gegen einen französischen TV-Sender zurückgezogen. Der Schauspieler wolle sich "von dem Lärm fernhalten", teilte seine Anwältin Delphine Meillet mit. Er bleibe aber bei seiner Auffassung, dass die Darstellung in einer Dokumentation "nicht objektiv" gewesen sei.

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Depardieu wolle sich "voll und ganz dem widmen, was immer die Essenz seines Lebens war: der Kunst, der Neugier, der Spiritualität und seinen Angehörigen", betonte seine Anwältin.

Auslöser des Rechtsstreits war ein 2023 ausgestrahlter Dokumentarfilm, der erheblich zum Absturz Depardieus in der öffentlichen Meinung beigetragen hatte. Er zeigt den Schauspieler, wie er auf einer Drehreise in Nordkorea über ein etwa zehn Jahre altes Mädchen auf einem Pferd sagt: "Wenn es galoppiert, dann bekommt sie einen Orgasmus." Später sagte er: "Gut so, meine Kleine. Guck mal, wie sie sich reibt."

Depardieu warf der Produktionsgesellschaft einen irreführenden Zusammenschnitt der Aufnahmen vor. Seine Bemerkung habe einer Erwachsenen gegolten, die jedoch nicht im Bild gezeigt worden sei.

France Télévisions zitierte seinerseits zwei Gutachten, die beide zu dem Schluss gekommen seien, "dass der Schauspieler tatsächlich sexualisierte Äußerungen gegenüber einem kleinen Mädchen gemacht hat". Die Gutachten hätten jede betrügerische Manipulation der Bilder ausgeschlossen.

Depardieu machte in dem Dokumentarfilm zahlreiche weitere vulgäre Kommentare. Zu seiner jungen Übersetzerin sagte er: "Ich wiege 124 Kilo, mit Erektion 126."

Depardieu ist mit mehreren Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Im Mai war er wegen sexueller Übergriffe auf zwei Frauen bei Dreharbeiten 2021 zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Berufungsverfahren steht im November an. Außerdem ordnete die Justiz einen Prozess wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung der jungen Schauspielerin Charlotte Arnould an. Depardieu legte dagegen Rechtsmittel ein.

Der 77-Jährige ist einer der bekanntesten Schauspieler seines Landes, er drehte mehr als 200 Filme.

D.Bruno--PV

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