Pallade Veneta - Ärger über Kontrolle als Motiv: Mordanklage nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Ärger über Kontrolle als Motiv: Mordanklage nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter


Ärger über Kontrolle als Motiv: Mordanklage nach tödlichem  Angriff auf Zugbegleiter
Ärger über Kontrolle als Motiv: Mordanklage nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter / Foto: Mathias HEINE - AFP/Archiv

Rund vier Monate nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der 26-jährige Verdächtige wegen Mordes angeklagt worden. Es sei von einer Tat aus niedrigen Beweggründen auszugehen, erklärte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Donnerstag. Der schwarzfahrende Beschuldigte hatte dem dem Zugbegleiter laut Anklage im Februar bei einer Fahrkartenkontrolle mehrere wuchtige Schläge versetzt. Die Tat sorgte für Entsetzen.

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"Nach den durchgeführten Ermittlungen handelte der Angeschuldigte aus Verärgerung über eine alltägliche Ticketkontrolle", teilte die Behörde weiter mit. Der Beschuldigte habe das Tatgeschehen bei richterlichen Vernehmungen und gegenüber einem forensisch-psychologischen Gutachter objektiv eingeräumt, einen Tötungsvorsatz jedoch bestritten und sich teils auf Erinnerungslücken berufen. Die Anklage erging zum Landgericht Zweibrücken. Es muss nun über die Eröffnung der Prozesses entscheiden.

Die tödliche Attacke ereignete sich am 2. Februar während der Fahrt eines Regionalzugs bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Da der Verdächtige keine Fahrkarte hatte, forderte der 36-jährige Zugbegleiter diesen laut Staatsanwaltschaft zunächst zum Vorzeigen eines Ausweises auf. Als der Angeklagte dies nicht tat, verwies der Bahnbeschäftigte ihn des Zugs.

Laut Anklage versetzte der Beschuldigte dem Zugbegleiter daraufhin wuchtige Faustschläge gegen den Kopf, wodurch das Opfer bewusstlos zu Boden stürzte und eine letztlich tödliche Hirnblutung erlitt. Der Verdächtige setzte sich demnach nach der Attacke wieder auf seinen Sitzplatz. Er wurde wenig später noch vor Ort im Zug festgenommen.

Der Zugbegleiter musste reanimiert werden und starb zwei Tage nach der Tat in einem Krankenhaus. Der Beschuldigte habe den Tod des 36-Jährigen "zumindest billigend in Kauf genommen", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Tat löste Entsetzen aus und trat eine Debatte über die Sicherheit des Zugpersonals sowie steigende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft los. Die Bahn hielt einen "Sicherheitsgipfel" mit Gewerkschaftern sowie Vertretern aus Politik und Behörden ab. Beschlossen wurden unter anderem die Einstellung von 200 zusätzlichen Kräften bei der DB Sicherheit, die Ausstattung von Bahnmitarbeitern mit Bodycams sowie mehr Kooperation mit der Bundespolizei. Diese ist für die Sicherheit im Bahnverkehr zuständig.

Erst Anfang Mai startete die Bahn eine bundesweit Motivkampagne für mehr Respekt für ihre Mitarbeitenden. Auch die vom Bundesverkehrsministerium und dem Branchenverband VDV unterstützte Aktion gehört zu dem nach dem Tod des Zugbegleiters vereinbarten Maßnahmenpaket. Er sei "immer noch traurig und schockiert" über die Tat, erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) damals. Die Kampagne sei ein wichtiges Signal.

C.Conti--PV

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