Pallade Veneta - Nach Fund von Mädchenleiche in Frankreich: Regierung prüft mögliche Justizpannen

Nach Fund von Mädchenleiche in Frankreich: Regierung prüft mögliche Justizpannen


Nach Fund von Mädchenleiche in Frankreich: Regierung prüft mögliche Justizpannen
Nach Fund von Mädchenleiche in Frankreich: Regierung prüft mögliche Justizpannen / Foto: Lionel BONAVENTURE - AFP

Nach dem Fund einer vermutlich ermordeten Elfjährigen in Frankreich prüft die Regierung mögliche Justizpannen. Premierminister Sébastien Lecornu berief die Innen- und Justizminister am Freitag zu einer Sitzung ein. Der Fall löste in Frankreich Entsetzen und Empörung aus: Der Verdächtige war in der Vergangenheit mehrfach wegen Vergewaltigung Minderjähriger angezeigt worden, ohne dass dies juristische Folgen hatte. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft und verweigert die Aussage.

Textgröße ändern:

Am Donnerstag war in einem Getreidesilo in dem südfranzösischen Ort Puycasquier die Leiche eines Mädchens gefunden worden, bei dem es sich vermutlich um die elf Jahre alte Lyhanna handelt. Das Mädchen war am vergangenen Freitag zum letzten Mal gesehen worden, Bilder einer Überwachungskamera zeigten es im Auto des 41 Jahre alten Verdächtigen. Lyhanna war mit einer der Töchter des Mannes befreundet.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Autopsie angekündigt, um die Identität und die Todesursache zu klären. Zahlreiche Beamte und Freiwillige hatten in den vergangenen Tagen in der hügeligen Gegend rund um die Wohnorte der Familie und des Verdächtigen nach dem Kind gesucht.

Der mutmaßliche Täter war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen sexueller Übergriffe sowie wegen Vergewaltigung von Minderjährigen angezeigt worden. Ein erstes Ermittlungsverfahren wurde mangels Beweisen eingestellt. Eine weitere Strafanzeige wurde im Sommer 2025 gestellt und hatte bislang nicht zu Vernehmungen des Verdächtigen oder der mutmaßlichen Zeugen geführt.

Dies werfe die Frage auf, welches Gewicht Aussagen von Opfern haben und wie in solchen Fällen ermittelt werde, kritisierte Regierungssprecherin Maud Bregeon. Die Regierung leitete behördeninterne Ermittlungen ein.

Die "Warnsignale" hätten dazu führen müssen, die Fälle zusammenzulegen und ein Eilverfahren einzuleiten, sagte die auf Sexualdelikte spezialisierte Anwältin Carine Durrieu Diebolt. Sie kritisierte rückständige Justizmethoden wie etwa das Versenden von Akten auf dem Postweg.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Bericht: Zoll hebt illegale Zigarettenfabrik in Rheinland–Pfalz aus

In Rheinland-Pfalz hat der Zoll eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben. Bei dem im Mai erfolgten dreitägigen Einsatz seien vier Tatverdächtige festgenommen worden, berichtete der SWR am Mittwoch. Mehr als 120 Einsatzkräfte durchsuchten demnach insgesamt 13 Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Der mutmaßliche Steuerschaden belaufe sich auf insgesamt rund 5,4 Millionen Euro.

Schüsse auf Polizisten in Göttingen: 16-jähriger Verdächtiger stellt sich

Nach Schüssen auf einen Polizisten bei einem Streit in Göttingen hat sich ein international gesuchter 16-Jähriger gestellt. Der dringend tatverdächtige Jugendliche sei am Dienstagabend in Begleitung eines Rechtsanwalts auf einer Polizeiwache in Göttingen erschienen, teilten die Polizei in der niedersächsischen Stadt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. Nach ihm war zuvor mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet worden.

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro muss Waffenbesitz während Hausarrest vor Gericht erklären

Der verurteilte Ex-Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, muss vor Gericht erklären, weshalb er während seines Hausarrests im Besitz einer Schusswaffe war. Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof gab Bolsonaros Anwaltsteam am Dienstag 24 Stunden Zeit, sich zu dem Waffenbesitz zu äußern. Die Pistole war bei einer Polizeikontrolle beschlagnahmt worden.

Geldwäscheverdacht: Grenzfahnder finden 850.000 Euro Bargeld in Kofferraum

Bei der Kontrolle eines Autos an der Grenze zu Tschechien haben Fahnder der Polizei Bargeld im Wert von 850.000 Euro gefunden. Nun wird wegen Geldwäsche ermittelt, wie die Polizei im bayerischen Regensburg am Dienstag mitteilte. Zudem habe der Fahrer keinen gültigen Führerschein.

Textgröße ändern: