Pallade Veneta - Niedrigwasser im Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus

Niedrigwasser im Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus


Niedrigwasser im Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus
Niedrigwasser im Rhein: Unternehmen weichen auf Schiene und Lkw aus / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Angesichts des Niedrigwassers im Rhein weichen betroffene Unternehmen zunehmend auf Transporte über die Schiene oder per Lkw aus. "Die Lieferungen per Schiff sind stark eingeschränkt und die Schiffe mit deutlich weniger Ladung als üblich unterwegs", erklärte der in Köln ansässige Spezialchemiekonzern Lanxess. "Da einzelne Lade- und Entladestellen nicht mehr erreichbar sind, stellen wir möglichst auf Bahn- und Straßentransporte um."

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Ein Expertenteam beobachte die Situation kontinuierlich, erklärte Lanxess weiter. Erfolgreich gegengesteuert werde zudem mit einem "flexiblen Logistikmanagement", sodass die Produktion "bislang ohne größere Einschränkungen laufen kann".

Der Chemieriese BASF mit Sitz in Ludwigshafen teilte auf Anfrage mit, der Binnenschifftransport habe "durch den Einsatz einer größeren Anzahl an Niedrigwasser-Schiffen" weitestgehend aufrechterhalten werden können. "Durch eine Verlagerung von Mengen auf alternative Transportmittel wie Lkw und Schiene wird die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen gestützt", fügte der Konzern hinzu. In "Einzelfällen" komme es angesichts sinkender Pegel zu Lieferengpässen.

Der Stahlproduzent ThyssenKrupp Steel Europe erklärte, dass sich "die anhaltende und sich verschärfende Niedrigwassersituation" mittlerweile auch auf die Rohstoffversorgung des Duisburger Werks des Konzerns auswirke. "Unsere eigene Schubschifffahrt wurde aufgrund der niedrigen Pegelstände eingestellt", teilte das Unternehmen mit. "Derzeit nutzen wir vorsorglich angemietete, externe Schiffe, die wegen ihres niedrigeren Tiefgangs auch bei den aktuellen Wasserständen eingesetzt werden können."

Die Kundenversorgung sei "aktuell noch nicht gefährdet", hob der Stahlhersteller hervor. Die weitere Entwicklung und deren Auswirkungen auf Versorgung und Produktion würden fortlaufend bewertet.

Der Chemiekonzern Evonik mit Sitz in Essen teilte mit, dass die niedrigen Wasserstände im Rhein die Logistik- und Versorgungsketten vor "große Herausforderungen" stellten. "Die Transportmengen der Schiffe müssen reduziert werden", erläuterte das Unternehmen. "Das hat in einzelnen Fällen auch Auswirkungen auf die Produktion von Evonik im Chemiepark Marl sowie auf andere Unternehmen, die Vorprodukte an Evonik liefern."

Evonik begegne dieser Entwicklung mit "umfangreichen Vorsorgemaßnahmen" und verlagere einen Teil der Gütertransporte auf die Schiene oder die Straße. Zudem nutze das Unternehmen Fernleitungen. Die meisten Evonik-Standorte seien vom Niedrigwasser indes "nicht ernsthaft betroffen".

Die Bahn-Frachtsparte DB Cargo erklärte, sie stehe "im ständigen Dialog mit Kunden der Branchen, die vom Niedrigwasser auf dem Rhein betroffen sind". Im Rahmen der Verfügbarkeit der Schienen-Infrastruktur werde "gemeinsam nach pragmatischen Lösungen" gesucht.

Angesichts der niedrigen Pegelstände des Rheins, der ein wichtiger Transportweg für Industrierohstoffe ist, hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für Donnerstag eine Fachkonferenz in Bonn einberufen. Wie ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Mittwoch in Berlin sagte, sind für das für 13.30 Uhr angesetzte Spitzengespräch auch Vertreter der betroffenen Industrien eingeladen. Ziel sei es, "Problemstellungen und Herausforderungen zu identifizieren und dann gemeinsam in eine Umsetzung möglicher Lösungen zu kommen".

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) forderte von der Bundesregierung am Mittwoch mehr Tempo bei der Rheinvertiefung am Mittelrhein. Der Rhein müsse als wichtigste Binnenwasserstraße Deutschlands und zentrale Transportachse für die Belieferung von Unternehmen mit Rohstoffen "auch bei Niedrigwasser verlässlich funktionieren", erklärte er in Mainz. Ein Schlüsselprojekt wie die Mittelrheinvertiefung müsse daher "jetzt" angegangen werden, mahnte er.

Bei der Rheinvertiefung gehe es auch um die Versorgung der Bevölkerung, hob Ebling hervor und verwies unter anderem auf die Gefahr höherer Spritpreise an den Zapfsäulen. Zudem sei der Schiffstransport klimafreundlicher als Lkw-Verkehre auf der Straße, erklärte er.

B.Cretella--PV

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