Prozess gegen 34-Jährige wegen IS-Mitgliedschaft in Düsseldorf begonnen
Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf muss sich seit Mittwoch eine 34-Jährige wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantworten. Zum Prozessbeginn wurde nach Gerichtsangaben die Anklage verlesen. Der deutsch-libanesischen Angeklagten aus Herne werden darin auch sogenannte Kriegsverbrechen gegen Eigentum und sonstige Rechte vorgeworfen. Die Frau soll sich demnach von September 2015 bis Oktober 2017 als IS-Mitglied im Irak und in Syrien aufgehalten haben.
Laut Anklage reiste sie gemeinsam mit ihrem nach islamischem Ritus geheirateten Ehemann in die Kriegsgebiete. Während dieser sich an Kampfhandlungen beteiligt haben soll, habe sie den Haushalt geführt und die gemeinsamen minderjährigen Kinder betreut. Dabei soll sie auch an Schießübungen teilgenommen und zudem zugelassen haben, dass ihre Kinder ebenfalls Umgang mit Waffen gehabt hätten.
Die Anklage wirft ihr außerdem vor, in Kauf genommen zu haben, dass die vom IS gestellte Familienwohnung in Syrien zuvor rechtswidrig beschlagnahmt oder in Besitz genommen worden war. Zwischen März und Juni 2016 soll sie darüber hinaus vier Zahlungen des IS von jeweils 200 Dollar erhalten haben.
Ihr Ehemann wurde demnach im Oktober 2017 bei einem US-Drohnenangriff getötet. Die 34-Jährige habe daraufhin das Kriegsgebiet verlassen und sei in der Türkei festgenommen worden. Im April 2018 verließ sie das dortige Rückführungszentrum und reiste im Februar 2019 mit ihren Kindern nach Deutschland ein. Die Angeklagte ist derzeit auf freiem Fuß.
B.Cretella--PV