Pallade Veneta - Welt-Krankenschwesterverband besorgt über Abwerbungen in armen Ländern

Welt-Krankenschwesterverband besorgt über Abwerbungen in armen Ländern


Welt-Krankenschwesterverband besorgt über Abwerbungen in armen Ländern
Welt-Krankenschwesterverband besorgt über Abwerbungen in armen Ländern / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP/Archiv

Der Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) hat die reichen Staaten aufgerufen, auf die massenweise Abwerbung von Gesundheitspersonal in armen Staaten zu verzichten und stattdessen selbst in die Ausbildung zu investieren. Sieben bis acht reiche Staaten - allen voran Großbritannien, die USA und Kanada - seien verantwortlich für rund 80 Prozent der ins Ausland gehenden Krankenschwestern und Pfleger, erklärte die Organisation mit Sitz in Genf am Montag.

Textgröße ändern:

Derartige Massen-Abwerbungen vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern mit instabilem Gesundheitssystem seien kaum zu rechtfertigen. erklärte der Verband. Es gebe sehr Besorgnis erregende Fälle, sagte ICN-Generaldirektor Howard Catton. So gebe es beispielsweise Verhandlungen zwischen Großbritannien und Ghana, wonach London dem Land pro Pflegekraft 1000 Pfund (1140 Euro) zahlen wolle.

Dies trage "in keinster Weise den Ausbildungskosten für diese Krankenschwester Rechnung", kritisierte Catton. Auch der Verlust für das ghanaische Gesundheitssystem bleibe dabei unberücksichtigt. Auch mit Nepal hat London demnach ein derartiges Abkommen geschlossen - obwohl in Großbritannien 80 Pflegekräfte auf 10.000 Einwohner kommen und in Nepal nur 20. Damit würden Krankenschwestern und -Pfleger aus einem ohnehin schwachen System abgezogen, in der Folge könne an einzelnen Orten die Gesundheitsversorgung vollständig zusammenbrechen.

ICN-Präsidentin Pamela Cipriano zeigte sich "sehr besorgt" über die Praxis und mahnte die reichen Staaten, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Sie müssten dafür sorgen, dass sie ihren Bedarf an Pflegekräften durch Ausbildung im eigenen Land decken können.

Der 1899 gegründete ICN ist ein Bündnis von mehr als 130 Pflegeverbänden aus aller Welt, die rund 28 Millionen Krankenschwestern und Pfleger vertreten.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Rauchverzicht und bessere Behandlung: Rückgang von Herzinfarkten in Deutschland

Die Zahl der Herzinfarkte geht in Deutschland einer Erhebung zufolge weiter zurück. 2024 wurden rechnerisch 320 Herzinfarkte je 100.000 Menschen ab dem 30. Lebensjahr dokumentiert, das entspricht einem Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2017, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervorgeht.

Trump gibt Rücktritt des Chefs der US-Arzneimittelbehörde bekannt

US-Präsident Donald Trump hat den Abgang des Chefs der US-Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, bekanntgegeben. "Marty ist ein großartiger Kerl, aber er wird seinen Weg gehen und ein gutes Leben führen", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten auf die Frage, ob er den FDA-Chef entlassen habe. Später veröffentlichte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social eine angebliche Textnachricht Makarys, in der dieser seinen Rücktritt anbot.

Prozess um eigenmächtige Coronaimpfung: Freispruch für Unternehmer in Lübeck

Rund viereinhalb Jahre nach einer eigenmächtigen Coronaimpfaktion mit einem nicht zugelassenen Medikament am Lübecker Flughafen ist ein Unternehmer in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Das Landgericht Lübeck sah nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vor dem Hintergrund einer komplizierten Rechtslage keine strafbaren Handlungen. Es hob daher ein erstinstanzliches Urteil des Lübecker Amtsgerichts auf, das den Angeklagten 2024 zu einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt hatte.

Hantavirus auf der "Hondius": WHO-Chef gibt nach Evakuierung noch keine Entwarnung

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kann von Entwarnung vorerst keine Rede sein. Während die in ihren Heimatregionen unter Quarantäne gestellten betroffenen vier Deutschen am Dienstag symptomfrei waren, litt ein nach seiner Heimkehr positiv auf das Hantavirus getesteter Spanier unter Fieber und Atemwegsproblemen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Madrid, der Kampf gegen den Virus-Ausbruch sei "noch nicht vorbei". Er mahnte die mehr als 20 betroffenen Länder, die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus umzusetzen.

Textgröße ändern: