Pallade Veneta - Weniger Neuerkrankungen bei Typ-2-Diabetes - Betroffene aber immer jünger

Weniger Neuerkrankungen bei Typ-2-Diabetes - Betroffene aber immer jünger


Weniger Neuerkrankungen bei Typ-2-Diabetes - Betroffene aber immer jünger
Weniger Neuerkrankungen bei Typ-2-Diabetes - Betroffene aber immer jünger / Foto: FRANCK FIFE - AFP/Archiv

Die Zahl der Diabetes-Neuerkrankungen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren gesunken - allerdings sind die Betroffenen immer jünger. Das zeigt eine am Montag in Düsseldorf veröffentlichte Analyse des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) auf Basis der Daten von rund 63 Millionen gesetzlich Versicherten.

Textgröße ändern:

Insgesamt wurden zwischen 2014 und 2019 demnach jedes Jahr rund 450.000 Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes erfasst. Gleichzeitig sank die Inzidenzrate bei Frauen um 2,4 Prozent und bei Männern um 1,7 Prozent jährlich, vor allem in den höheren Altersgruppen. Die Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuerkrankungen während eines bestimmten Zeitraums.

In Ostdeutschland und im Saarland liegt sie demnach tendenziell über dem Bundesdurchschnitt. Bei der regionalen Analyse zeigte sich in 14 Kreisen sogar eine steigende Tendenz - in den Kreisen Main-Kinzig, Dessau-Roßlau und Gotha stieg die Zahl der Neuerkrankungen um mehr als ein Prozent pro Jahr.

"Erfreulich ist, dass die deutschlandweite Inzidenz offenbar um etwa zwei Prozent pro Jahr sinkt – auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen immer noch immens ist", erklärte Thaddäus Tönnies vom DDZ und Erstautor der Studie. Bedenklich sei aber, dass in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen die Neuerkrankungen zunehmen - bei Männern um 2,9 Prozent und Frauen um 2,4 Prozent jährlich. "Typ-2-Diabetes ist definitiv keine Krankheit des Alters mehr", erklärte der Experte.

Der Anteil der Diabetiker insgesamt - also die Prävalenz - steigt indes weiter. Die immer besser werdende medizinische Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes führt nach Angaben der Experten zu einer höheren Lebenserwartung und damit auch zu einem größeren Anteil Erkrankter an der Gesamtbevölkerung.

Die Forscher sehen trotz der erstmals leicht sinkenden Neuerkrankungsraten daher keinen Grund für Entwarnung. Der Trend könne sich rasch wieder umkehren, auch eine gewisse Dunkelziffer sei denkbar.

Typ-2-Diabetes ist die häufigste Form von Diabetes mellitus. Neben einer erblichen Veranlagung gelten starkes Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel als größte Risikofaktoren. Typ-1-Diabetes wird hingegen durch einen absoluten Mangel des Hormons Insulin verursacht und beginnt meist schon im Kindes- und Jugendalter.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Rauchverzicht und bessere Behandlung: Rückgang von Herzinfarkten in Deutschland

Die Zahl der Herzinfarkte geht in Deutschland einer Erhebung zufolge weiter zurück. 2024 wurden rechnerisch 320 Herzinfarkte je 100.000 Menschen ab dem 30. Lebensjahr dokumentiert, das entspricht einem Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2017, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervorgeht.

Trump gibt Rücktritt des Chefs der US-Arzneimittelbehörde bekannt

US-Präsident Donald Trump hat den Abgang des Chefs der US-Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, bekanntgegeben. "Marty ist ein großartiger Kerl, aber er wird seinen Weg gehen und ein gutes Leben führen", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten auf die Frage, ob er den FDA-Chef entlassen habe. Später veröffentlichte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social eine angebliche Textnachricht Makarys, in der dieser seinen Rücktritt anbot.

Prozess um eigenmächtige Coronaimpfung: Freispruch für Unternehmer in Lübeck

Rund viereinhalb Jahre nach einer eigenmächtigen Coronaimpfaktion mit einem nicht zugelassenen Medikament am Lübecker Flughafen ist ein Unternehmer in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Das Landgericht Lübeck sah nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vor dem Hintergrund einer komplizierten Rechtslage keine strafbaren Handlungen. Es hob daher ein erstinstanzliches Urteil des Lübecker Amtsgerichts auf, das den Angeklagten 2024 zu einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt hatte.

Hantavirus auf der "Hondius": WHO-Chef gibt nach Evakuierung noch keine Entwarnung

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kann von Entwarnung vorerst keine Rede sein. Während die in ihren Heimatregionen unter Quarantäne gestellten betroffenen vier Deutschen am Dienstag symptomfrei waren, litt ein nach seiner Heimkehr positiv auf das Hantavirus getesteter Spanier unter Fieber und Atemwegsproblemen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Madrid, der Kampf gegen den Virus-Ausbruch sei "noch nicht vorbei". Er mahnte die mehr als 20 betroffenen Länder, die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus umzusetzen.

Textgröße ändern: