Pallade Veneta - Boris Johnson will gegen Brexit-Kompromiss mit Brüssel stimmen

Boris Johnson will gegen Brexit-Kompromiss mit Brüssel stimmen


Boris Johnson will gegen Brexit-Kompromiss mit Brüssel stimmen
Boris Johnson will gegen Brexit-Kompromiss mit Brüssel stimmen / Foto: Leon Neal - POOL/AFP/Archiv

Der frühere britische Regierungschef Boris Johnson hat angekündigt, im britischen Parlament am Mittwoch gegen die "Stormont-Bremse", einen wichtigen Teil des kürzlich von London und der EU ausgehandelten Kompromisses zu Nordirland, votieren zu wollen. "Ich werde heute gegen die vorgeschlagenen Vereinbarungen stimmen", erklärte Johnson. Er kritisierte, Nordirland bleibe damit "in der EU-Rechtsordnung gefangen".

Textgröße ändern:

Zudem werde Großbritannien damit womöglich nicht in der Lage sein, sich von der EU zu emanzipieren und "die Vorteile des Brexit zu nutzen", sagte Johnson wenige Stunden vor der Abstimmung. Er forderte die Regierung auf, stattdessen an einem von ihm mitgestalteten Gesetzentwurf festzuhalten.

Das drei Jahre nach dem Brexit zwischen London und der EU getroffene "Rahmenabkommen von Windsor" soll Frieden auf der irischen Insel garantieren und zugleich für einen leichteren Warenverkehr sorgen. Vor allem für Lebensmittel und Medikamente soll es nach Angaben von Premierminister Rishi Sunak einen "grünen Korridor" ohne Zollauflagen geben.

Die kürzlich getroffenen Vereinbarung stellt eine Neufassung des Nordirland-Protokolls dar, das Johnson seinerzeit mit der EU vereinbart hatte, das aber von den pro-britischen Unionisten vehement abgelehnt wird. Die Unionisten lehnen allerdings auch das neue Abkommen ab.

Zu der neuen Vereinbarung gehört der Mechanismus der "Stormont-Bremse". Dieser räumt den nordirischen Parlamentariern ein Vetorecht gegen neue EU-Vorschriften ein, die der britischen Provinz auferlegt werden. Den Unionisten geht diese Regelung allerdings nicht weit genug. Die Democratic Unionist Party (DUP) hatte bereits am Montag angekündigt, im Unterhaus gegen die "Stormont-Bremse" votieren zu wollen.

Laut dem Nordirland-Protokoll, das Teil des Brexit-Abkommens ist, bleibt Nordirland trotz des britischen EU-Austritts de facto Teil des europäischen Binnenmarktes. London hatte sich allerdings später gegen die von Brüssel verlangten Zollkontrollen gesperrt. Diesen Einwänden soll die Neufassung des Protokolls Rechnung tragen.

Johnsons direkte Amtsnachfolgerin, Ex-Regierungschefin Liz Truss, kündigte am Mittwoch ebenfalls an, gegen das neue Abkommen zu stimmen. Es beeinträchtige die Fähigkeit des Vereinigten Königreichs, von den Regeln und Vorschriften der EU abzuweichen, erklärte sie zur Begründung.

Johnson sollte später am Mittwoch auch von einem Ausschuss des Unterhauses zur "Partygate"-Affäre befragt werden. Der Ausschuss soll klären, ob Johnson bei seinen Aussagen im Parlament im Dezember 2021 zu der Affäre die Abgeordneten bewusst belogen hatte.

Der damalige konservative Regierungschef hatte im Unterhaus mehrfach versichert, dass am Regierungssitz in der Downing Street die Lockdown-Richtlinien während der Corona-Pandemie befolgt worden seien. Später stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Rauchverzicht und bessere Behandlung: Rückgang von Herzinfarkten in Deutschland

Die Zahl der Herzinfarkte geht in Deutschland einer Erhebung zufolge weiter zurück. 2024 wurden rechnerisch 320 Herzinfarkte je 100.000 Menschen ab dem 30. Lebensjahr dokumentiert, das entspricht einem Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2017, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervorgeht.

Trump gibt Rücktritt des Chefs der US-Arzneimittelbehörde bekannt

US-Präsident Donald Trump hat den Abgang des Chefs der US-Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, bekanntgegeben. "Marty ist ein großartiger Kerl, aber er wird seinen Weg gehen und ein gutes Leben führen", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten auf die Frage, ob er den FDA-Chef entlassen habe. Später veröffentlichte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social eine angebliche Textnachricht Makarys, in der dieser seinen Rücktritt anbot.

Prozess um eigenmächtige Coronaimpfung: Freispruch für Unternehmer in Lübeck

Rund viereinhalb Jahre nach einer eigenmächtigen Coronaimpfaktion mit einem nicht zugelassenen Medikament am Lübecker Flughafen ist ein Unternehmer in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Das Landgericht Lübeck sah nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vor dem Hintergrund einer komplizierten Rechtslage keine strafbaren Handlungen. Es hob daher ein erstinstanzliches Urteil des Lübecker Amtsgerichts auf, das den Angeklagten 2024 zu einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt hatte.

Hantavirus auf der "Hondius": WHO-Chef gibt nach Evakuierung noch keine Entwarnung

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kann von Entwarnung vorerst keine Rede sein. Während die in ihren Heimatregionen unter Quarantäne gestellten betroffenen vier Deutschen am Dienstag symptomfrei waren, litt ein nach seiner Heimkehr positiv auf das Hantavirus getesteter Spanier unter Fieber und Atemwegsproblemen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Madrid, der Kampf gegen den Virus-Ausbruch sei "noch nicht vorbei". Er mahnte die mehr als 20 betroffenen Länder, die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus umzusetzen.

Textgröße ändern: