Pallade Veneta - Studie: Deutsche konsumieren in Krisenjahren seit 2020 mehr Alkohol und Drogen

Studie: Deutsche konsumieren in Krisenjahren seit 2020 mehr Alkohol und Drogen


Studie: Deutsche konsumieren in Krisenjahren seit 2020 mehr Alkohol und Drogen
Studie: Deutsche konsumieren in Krisenjahren seit 2020 mehr Alkohol und Drogen / Foto: Stefanie LOOS - AFP/Archiv

Einer Umfrage unter Psychotherapeuten und Psychiatern zufolge konsumieren die Deutschen wegen der aktuellen Krisen mehr Alkohol und Drogen. Auch der Konsum von stimmungsaufhellenden Medikamenten und Schmerzmitteln habe über die vergangenen drei Krisenjahre zugenommen, teilte die Krankenkasse Pronova BKK am Montag in Leverkusen mit. Sie hatte im Januar und Februar 150 Psychiaterinnen und Psychiater sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Praxen und an Kliniken befragt.

Textgröße ändern:

71 Prozent von ihnen sagten demnach, der Alkohol- und Drogenkonsum habe aufgrund der Krisen und der gestiegenen Lebenshaltungskosten zugenommen. Mehr als die Hälfte stellten einen erhöhten Alkoholkonsum bei ihren Patienten fest, während es 2020 noch 29 Prozent gewesen seien. 70 Prozent der Psychiater in Kliniken behandelten im Jahr 2022 der Studie zufolge verstärkt Menschen mit psychischen Störungen im Zusammenhang mit Alkohol.

"Dauerkrisen und die existenziellen Sorgen durch gestiegene Lebenshaltungskosten haben zu einer Zunahme an psychischen Beschwerden geführt". erklärte Sabine Köhler, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, der Mitteilung zufolge. "Manche betäuben diese mit Alkohol."

42 Prozent der Befragten diagnostizierten im Jahr 2022 Probleme mit stimmungsaufhellenden Medikamenten und Schmerzmitteln, während es noch 2020 nur 14 Prozent waren. In den vergangenen drei Jahren seien auch häufiger Verhaltensstörungen als Folge des Konsums von psychoaktiven Substanzen entwickelt worden, hieß es in der Mitteilung weiter.

Zu diesen Substanzen gehöre Alkohol: 55 Prozent der Befragten sähen ihn als Ursache für psychische Störungen bei ihren Patienten, gegenüber 39 Prozent 2020. 41 Prozent der Ärzte und Therapeuten hätten Störungen durch Drogen wie Cannabinoide oder Kokain diagnostiziert. 2020 sei es noch weniger als ein Viertel gewesen.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Säugling stirbt in Berlin nach Infektion mit Meningokokken

In Berlin ist ein Säugling an den Folgen einer Infektion mit Meningokokken gestorben. Das rund drei Monate alte Baby sei am 24. Januar mit Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Rettungsstelle einer Klinik gebracht worden, erklärte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales. Es entwickelte ein Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom, also eine besonders schwere Form des septischen Schocks, und starb kurze Zeit später.

Trotz Beitragsschulden: Krankenkasse darf Kinderzimmer nicht durchsuchen

Eine Krankenkasse darf das Zimmer einer Jugendlichen, die ihr Beiträge schuldet, nicht durchsuchen. Das wäre unangemessen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Dienstag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss erklärte. Bei Eingriffen in die Privatsphäre müsse die höhere Verletzlichkeit von Minderjährigen berücksichtigt werden. (Az. VII ZB 13/25)

Koalitionsstreit: SPD nennt Warkens Krankenkassenvorschläge ohne Gegenfinanzierung unseriös

Zwischen Union und SPD verschärft sich der Koalitionsstreit um die künftige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt wies in der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe) die Vorschläge von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zurück, wonach der Bund die Kosten der Gesundheitsversorgung der Bürgergeldempfänger übernehmen solle: Solche Vorschläge seien nur ernstzunehmen, wenn Aussagen zur Finanzierung gemacht würden.

Zusatzbeiträge für Krankenversicherung: Union lehnt SPD-Vorstoß ab

Die SPD-Vorschläge zur Finanzierung des Gesundheitssystems stoßen beim Koalitionspartner Union auf Widerstand. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wandte sich am Montag in Berlin gegen den Vorstoß der Sozialdemokraten, eine Zusatzabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte zu erheben. "Das sollte man nicht machen, weil man kleinen und mittleren Sparern damit die Planungssicherheit nimmt". Die SPD-Spitze verteidigte ihre Pläne für Beiträge auf alle Einkommensarten.

Textgröße ändern: