Pallade Veneta - Lauterbach: Brauchen "Aufholjagd" bei Digitalisierung des Gesundheitswesens

Lauterbach: Brauchen "Aufholjagd" bei Digitalisierung des Gesundheitswesens


Lauterbach: Brauchen "Aufholjagd" bei Digitalisierung des Gesundheitswesens
Lauterbach: Brauchen "Aufholjagd" bei Digitalisierung des Gesundheitswesens / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Notwendigkeit einer "Aufholjagd" bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens bekräftigt. Nach dem Start des elektronischen Rezepts vor gut einem Monat würden in diesem Sommer auch die elektronische Patientenakte und das Forschungsdatengesetz auf den Weg gebracht, sagte Lauterbach am Mittwoch nach dem Besuch einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis in Berlin-Charlottenburg. Das E-Rezept funktioniere in der besuchten Praxis gut, sagte der Minister.

Textgröße ändern:

Die Arbeitsabläufe würden deutlich vereinfacht und verbessert, außerdem werde Zeit eingespart. Das E-Rezept bringe aber auch mehr Sicherheit für die Patientinnen und Patienten, betonte Lauterbach. Fehler in der Medikation seien damit "viel unwahrscheinlicher".

Das E-Rezept war am 1. Juli gestartet. Bis zum Mittwoch wurden nach Angaben Lauterbachs 2,4 Millionen dieser Rezepte eingelöst. Das ist unter anderem mit der elektronischen Gesundheitskarte möglich. "Bis jetzt sind die Erfahrungen sehr positiv", so der Minister. "Wir bekommen damit eine bessere Versorgung bei gleichzeitiger Entbürokratisierung."

Die elektronische Akte könnte nach den Worten des Ministers am 30. August im Bundeskabinett beschlossen werden. Sie sei nötig, damit alle Ärzte an jedem Platz sehen könnten, "welche Untersuchungen sind bei einem Patienten in der Vergangenheit gemacht worden, wie haben sich die Laborwerte entwickelt, auf welche Medikamente hat er gut reagiert oder nicht".

Das ebenfalls zeitnah geplante Forschungsdatengesetz sei nötig, weil viele Pharmaunternehmen Deutschland als Forschungsstandort inzwischen mieden, weil Forschungsdaten fehlten.

Mit Blick auf Kritik aus der Ärzteschaft an den Digitalisierungsvorhaben sagte Lauterbach: "Wir können nicht so weitermachen wie bisher, die Bedenkenträgerei muss enden." Natürlich gebe es am Anfang "immer etwas Ruckelei", aber das E-Rezept funktioniere und die E-Akte werde ebenso funktionieren.

F.Amato--PV

Empfohlen

"Zusätzliche Belastung": Getränkehersteller gegen geplante Zuckersteuer

Mehr als 300 Unternehmen der Getränkewirtschaft in Deutschland haben sich in einem gemeinsamen offenen Brief gegen eine von der Regierung geplante Zuckersteuer ausgesprochen. Sie warnen darin vor der "zusätzlichen Belastung" für Unternehmen und für Verbraucher und argumentieren, für die Wirksamkeit einer solchen Steuer "fehlen die Belege". Außerdem habe die Branche auf Eigeninitiative den Zuckergehalt marktrelevanter Erfrischungsgetränke seit 2018 um rund 15 Prozent gesenkt.

Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."

Warken will Suizidprävention stärken - Verbände fordern zentrale Hilfe-Rufnummer

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Suizidprävention bundesweit stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf, dessen Inhalte AFP am Freitag in Berlin in Auszügen vorlagen. Darin ist unter anderem die Schaffung einer "Bundesfachstelle für Suizidprävention" geplant. Mehrere Verbände drängten auf eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer.

Marburger Bund fordert besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser

Angesichts anhaltend hoher Temperaturen hat der Ärzteverband Marburger Bund einen besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser gefordert. "Die allermeisten Bereiche vom Krankenhaus sind nicht klimatisiert", sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für den Operationsbereich und für die Radiologie. Nur ein Drittel der Häuser habe klimatisierte Patientenzimmer.

Textgröße ändern: