Pallade Veneta - Jeder zweite ältere Mensch erhält potenziell ungeeignete Medikamente

Jeder zweite ältere Mensch erhält potenziell ungeeignete Medikamente


Jeder zweite ältere Mensch erhält potenziell ungeeignete Medikamente
Jeder zweite ältere Mensch erhält potenziell ungeeignete Medikamente / Foto: LOIC VENANCE - AFP/Archiv

Jeder zweite ältere Mensch erhält potenziell ungeeignete Medikamente. Dadurch bestehe ein Risiko von unerwünschten Wechsel- oder Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall und Sehstörungen, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido).

Textgröße ändern:

Mehr als die Hälfte der Verordnungen solcher Arzneien betrifft demnach Magenschutzpräparate, die sogenannten Protonenpumpenhemmer. Diese Medikamente werden unter anderem bei Beschwerden wie saurem Aufstoßen, zur Vorbeugung von Magenblutungen bei gleichzeitiger Einnahme von Schmerzmitteln oder Blutgerinnungshemmern bis hin zu einem Magen-Darm-Geschwür verordnet.

Eine langfristige Einnahme dieser Medikamente sei vor allem bei älteren Menschen mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose, Knochenbrüche und bestimmte Infektionen verbunden. Ebenfalls zu den häufig verordneten potenziell unangemessenen Medikamenten zählen der Analyse zufolge einige Wirkstoffe gegen Schmerzen, Antidepressiva und Medikamente bei Blasen- und Prostatabeschwerden.

Rund 8,3 Millionen Menschen über 65 Jahre bekamen in Deutschland nach der Wido-Untersuchung im Jahr 2022 mindestens einmal ein potenziell ungeeignetes Medikament verordnet, das zu unerwünschten Folgen führen kann. Das war ein Anteil von 50,3 Prozent in dieser Altersgruppe.

Die Zahl der gleichzeitig verordneten Arzneimittel nimmt mit steigendem Alter deutlich zu. 43 Prozent der gesetzlich Versicherten über 65 Jahre wurden 2022 mit mehr als fünf verschiedenen Wirkstoffen gleichzeitig behandelt. Ältere Patientinnen und Patienten seien damit besonders gefährdet, unerwünschte Arzneimittelereignisse zu erleiden.

"Medikamentennebenwirkungen wie Müdigkeit, Blutdruckabfall oder Sehstörungen können zu Stürzen oder kognitiven Einbußen führen und in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich sein", erklärte Wido-Geschäftsführer Helmut Schröder. Positiv sei daher, dass der Verordnungsanteil der potenziell ungeeigneten Medikation in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen sei. Während der Verordnungsanteil bei älteren Menschen im Jahr 2013 noch bei 14,6 Prozent lag, betrug der Anteil 2022 12,3 Prozent.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Koalitionsstreit: SPD nennt Warkens Krankenkassenvorschläge ohne Gegenfinanzierung unseriös

Zwischen Union und SPD verschärft sich der Koalitionsstreit um die künftige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt wies in der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe) die Vorschläge von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zurück, wonach der Bund die Kosten der Gesundheitsversorgung der Bürgergeldempfänger übernehmen solle: Solche Vorschläge seien nur ernstzunehmen, wenn Aussagen zur Finanzierung gemacht würden.

Zusatzbeiträge für Krankenversicherung: Union lehnt SPD-Vorstoß ab

Die SPD-Vorschläge zur Finanzierung des Gesundheitssystems stoßen beim Koalitionspartner Union auf Widerstand. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wandte sich am Montag in Berlin gegen den Vorstoß der Sozialdemokraten, eine Zusatzabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte zu erheben. "Das sollte man nicht machen, weil man kleinen und mittleren Sparern damit die Planungssicherheit nimmt". Die SPD-Spitze verteidigte ihre Pläne für Beiträge auf alle Einkommensarten.

Union lehnt SPD-Forderung nach Kassenbeiträgen auf alle Einkommensarten ab

Der SPD-Vorschlag, eine Zusatzabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte zu erheben, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren, stößt in der Union auf Widerstand. Eine solche Abgabe treffe vor allem die Kleinsparer, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU), warnte vor "neuen Belastungen für breitere Teile der Bevölkerung".

Trump startet nach ihm benanntes Regierungsportal für günstigere Medikamente

US-Präsident Donald Trump hat den Start eines nach ihm benannten Verkaufsportals für vergünstigte Medikamente bekannt gegeben. Auf der Website "TrumpRx" seien "Dutzende der am häufigsten verwendeten verschreibungspflichtigen Medikamente für alle Verbraucher mit drastischen Rabatten erhältlich", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Regierungsportals im Weißen Haus. Trump versucht angesichts einer drohenden Niederlage seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen im November, die Wut der US-Wähler über hohe Lebenshaltungskosten zu adressieren.

Textgröße ändern: