Pallade Veneta - Nur jeder achte Unternehmer sieht in Deutschland gute Bedingungen zur Geschäftsgründung

Nur jeder achte Unternehmer sieht in Deutschland gute Bedingungen zur Geschäftsgründung


Nur jeder achte Unternehmer sieht in Deutschland gute Bedingungen zur Geschäftsgründung
Nur jeder achte Unternehmer sieht in Deutschland gute Bedingungen zur Geschäftsgründung

Viele Unternehmer in Deutschland sehen die Rahmenbedingungen für Geschäftsgründungen hierzulande laut einer Studie im Auftrag der "Zeit" kritisch. 38 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer haben demnach bereits schonmal darüber nachgedacht, ihr Geschäft aufzugeben, wie die "Zeit" am Mittwoch mitteilte. Die Zahlen stammen aus der sogenannten Mittelstandsstudie, die im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "Zeit für Unternehmer" und der Stiftung "In guter Gesellschaft" erstellt wurde.

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Grund für die Frustration vieler Geschäftsgründer sind demnach eine Reihe von politischen und gesellschaftlichen Hindernissen. So bescheinigte nur rund jeder achte Unternehmer (13 Prozent) der Bundesrepublik ein gründungsfreundliches Klima, mit den politischen Rahmenbedingungen zeigten sich lediglich 16 Prozent der Befragten zufrieden. Nur jeder Fünfte war der Meinung, dass der Mittelstand in Deutschland die angemessene Anerkennung erhalte.

Konkrete Herausforderungen sahen die Unternehmerinnen und Unternehmer insbesondere in bürokratischen Hürden (82 Prozent). So wurden etwa die "sehr investitionsfeindliche Politik der letzten Jahre" und die "sehr schlechte Infrastruktur in Deutschland" beklagt.

Einen Unterschied gab es laut Studienergebnissen zwischen den unternehmerischen Zielen von Männern und Frauen. "Unternehmerinnen sind wertgetriebener und weniger an Geld orientiert als Unternehmer", erklärte Lars Harden, der Chef des Analyseunternehmens Aserto, das die Daten erhob.

66 Prozent der Unternehmerinnen würden demnach auf Umsätze verzichten, um mit ihrem Unternehmen Gutes zu bewirken - bei den Unternehmern waren es lediglich 50 Prozent. Frauen gelinge es zudem besser, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren - so fühlte sich jeder dritte Unternehmer oft zwischen Familie und Beruf hin und hergerissen, bei den Unternehmerinnen war es nur jede Fünfte.

Mit Blick auf die Gesellschaft bewerteten die Unternehmerinnen und Unternehmer die gesellschaftliche Spaltung als besonders besorgniserregend (64 Prozent). 61 Prozent nannten die Klimakrise als zentrale Herausforderung, auch Fake-News und Hate-Speech (61 Prozent) und Populismus (60 Prozent) bereiteten den Unternehmern Sorgen. Der Krieg in der Ukraine spielte aufgrund des Befragungszeitraums noch keine Rolle.

Die Studie zeigte aber auch ein starkes Selbstbewusstsein der Unternehmer: Neun von zehn Befragten sahen im Mittelstand "das wirtschaftliche Rückgrat der Gesellschaft". 65 Prozent sahen darüber hinaus in der Corona-Pandemie auch Positives: 58 Prozent der Befragten gaben an, die Pandemie habe die Digitalisierung im eigenen Betrieb beschleunigt. 17 Prozent beklagten aber auch, dass sie sich in der Pandemie von ihrer Belegschaft entfremdet hätten.

Für die Studie befragte das Institut Aserto im Dezember 2021 und Januar 2022 insgesamt 400 Unternehmerinnen und Unternehmer in ganz Deutschland. Es handelt sich laut Angaben der "Zeit" um eine der umfangreichsten Studien zum Mittelstand in Deutschland.

C.Grillo--PV

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