Pallade Veneta - Verdi fordert gesetzliche Vorgaben für Personalausstattung in der Pflege

Verdi fordert gesetzliche Vorgaben für Personalausstattung in der Pflege


Verdi fordert gesetzliche Vorgaben für Personalausstattung in der Pflege
Verdi fordert gesetzliche Vorgaben für Personalausstattung in der Pflege / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die rasche Einführung gesetzlicher Vorgaben für eine bessere Personalausstattung in Krankenhäusern und Heimen. Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler warf Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in einer Erklärung vom Donnerstag vor, die "elementare Probleme der viel zu geringen Personalausstattung" nicht zeitnah angehen zu wollen.

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Bei seinem "Zwischenspurt" von Projekten, die Lauterbach noch vor der erwarten nächsten Corona-Welle im Herbst angehen wolle, ist nach Bühlers Angaben von der Pflege keine Rede. Dafür hätten die Beschäftigten im Gesundheitswesen kein Verständnis. SPD, Grüne und FDP hätten im Koalitionsvertrag versprochen, kurzfristig ein Instrument zur bedarfsgerechten Personalbemessung in der Krankenpflege einzuführen. Das müsse nun endlich umgesetzt werden.

"In der Bevölkerung mögen viele die aktuelle Corona-Lage als Atempause wahrnehmen, doch in den Krankenhäusern ist keine Entspannung eingetreten", berichtete die Gewerkschafterin. Die immer noch hohe Zahl infizierter Patienten und die damit einhergehenden Schutzmaßnahmen sowie Personalausfälle durch Krankheit und Quarantäne brächten aber eine noch weiter verschärfte Personalsituation mit sich. "In der Gesundheitspolitik ist unstrittig Tempo gefragt."

Es müsse alles getan werden, damit sich die Berufsflucht nicht noch weiter verschärft, warnte sie. "Pflegepersonen geben ihren Beruf auf, obwohl sie ihn lieben, oder sie reduzieren auf eigene Kosten ihre Arbeitszeit, weil sie völlig ausgepowert sind." Wenn hier nicht gegengesteuert werde, "droht eine ernsthafte Versorgungskrise im Gesundheitswesen".

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) ermunterte junge Menschen dazu, den Pflegeberuf zu erlernen. "Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig", sagte sie anlässlich des Besuch einer Pflegeschule in Berlin. In den nächsten Jahren werde die Zahl weiter steigen. "Pflege ist ganz klar ein Zukunftsberuf." Deswegen sei die Reform der Pflegeausbildung absolut richtig gewesen. "Die neue generalistische Pflegeausbildung ist modern, vielfältig und in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union automatisch anerkannt." Das Schulgeld sei abgeschafft worden, zudem gebe es eine angemessene Ausbildungsvergütung.

Der Internationale Tag der Pflege am Donnerstag geht zurück auf die britische Krankenschwester Florence Nightingale, deren Engagement den Grundstein für die moderne Pflege legten. Sie wurde am 12. Mai 1820 geboren.

A.Saggese--PV

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