Pallade Veneta - Studie: 78 Prozent der Ärzte sehen KI als Chance für Medizin

Studie: 78 Prozent der Ärzte sehen KI als Chance für Medizin


Studie: 78 Prozent der Ärzte sehen KI als Chance für Medizin
Studie: 78 Prozent der Ärzte sehen KI als Chance für Medizin / Foto: KAREN BLEIER - AFP/Archiv

78 Prozent der Ärzte in Deutschland bewerten einer Studie zufolge Künstliche Intelligenz (KI) als große Chance für die Medizin. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor, die dieser am Dienstag in Berlin veröffentlichte. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie von der KI in bestimmten Fällen bessere Diagnosen erwarteten. Gleichzeitig forderten 76 Prozent eine strenge Regulierung.

Textgröße ändern:

15 Prozent der Ärzte, die in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren arbeiten, nutzen der Studie zufolge bereits KI, etwa zur Diagnoseunterstützung oder in der Praxisverwaltung. Unter den Ärzten, die in Kliniken arbeiten, sind es 18 Prozent. Sie nutzen KI derzeit demnach zum Beispiel bei der Auswertung bildgebender Verfahren.

"KI kann die medizinische Versorgung individueller und effizienter gestalten – insbesondere in der Prävention, aber auch in der Therapie", erklärte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Sie könne auch Arztpraxen und Kliniken spürbar entlasten, etwa durch präzisere Diagnosen, automatisierte Dokumentation und intelligente Terminsteuerung. "So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche - die Versorgung der Patientinnen und Patienten", erklärte Wintergerst.

68 Prozent der Befragten gaben laut Bitkom zudem an, aufgeschlossen gegenüber der Einführung der elektronischen Patientenakte zu sein. Als Vorteile sehen Mediziner vor allem die Vermeidung von Doppeluntersuchungen (73 Prozent), die Möglichkeit zur schnelleren Diagnose durch Einblick in die Krankengeschichte (60 Prozent) und die Vermeidung von Wechselwirkungen bei der Medikation (59 Prozent).

Gleichzeitig gaben 77 Prozent der Befragten an, sich nicht ausreichend auf ihren Einsatz vorbereitet zu fühlen. Die elektronische Patientenakte war nach einer Testphase Ende April bundesweit an den Start gegangen. Die Nutzung bleibt für die Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser zunächst noch freiwillig, die verpflichtende Nutzung ist ab 1. Oktober 2025 vorgesehen. Versicherte können dem Einsatz aktiv widersprechen.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Ebola-Epidemie: Nigeria meldet ersten Fall

In der Ebola-Epidemie in Zentralafrika hat nun auch Nigeria einen ersten Fall gemeldet. Eine unlängst per Flugzeug aus Uganda eingereiste Frau sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas am Dienstag mit. Dort sei sie mehrere Tage behandelt worden, bevor sich die Diagnose bestätigt habe. Die Regierung forderte alle Gesundheitseinrichtungen des Landes zu "höchster Alarmbereitschaft" auf.

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Textgröße ändern: