Pallade Veneta - Diagnostik: Neue Methode testet Patientenproben gleichzeitig auf hunderte Viren

Diagnostik: Neue Methode testet Patientenproben gleichzeitig auf hunderte Viren


Diagnostik: Neue Methode testet Patientenproben gleichzeitig auf hunderte Viren
Diagnostik: Neue Methode testet Patientenproben gleichzeitig auf hunderte Viren / Foto: ALEX HALADA - AFP/Archiv

Krankmachende Viren in Patientenproben können künftig schneller identifiziert werden. Ein Forscherteam des Robert-Koch-Instituts (RKI) entwickelte nach Angaben vom Freitag ein neues Verfahren, mit dem Proben auf hunderte verschiedene Viren gleichzeitig untersucht werden können. Bislang werden in der Routinediagnostik vor allem Tests auf Antikörper oder PCR-Tests wie beim Coronavirus verwendet, mit denen jedoch nur gezielt nach einzelnen Viren gesucht und nur eine begrenzte Anzahl von Viren pro Probe getestet werden kann. Das kostet im Zweifel wertvolle Zeit.

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RKI-Forschende setzen nun bei ihrer neuen Methode auf die Massenspektrometrie. Dabei kann die Masse von Molekülen und damit deren Identität und Menge bestimmt werden. Sie ist die zentrale Technik für die Untersuchung von Proteinen. Proteine sind die Bausteine des Lebens und kontrollieren nahezu alle zellulären Funktionen. Auch Viren bilden verschiedene Proteine und können so indirekt mit Hilfe der Massenspektrometrie identifiziert werden.

Die Forschenden erstellten zunächst eine sogenannte Spektren-Bibliothek mit den spezifischen Fingerabdrücken von 1,4 Millionen viralen Proteinsequenzen. Damit sind fast alle bekannten, beim Menschen potenziell krankmachenden Viren abgedeckt - das sind mehr als 300. Die Werte aus Patientenproben können mit den Daten der Bibliothek abgeglichen werden. Derzeit lassen sich auf diese Weise in einer einzigen Patientenprobe zeitgleich Proteine von 331 sogenannten humanpathogenen Viren identifizieren und das in gerade einmal zwei Stunden.

Die RKI-Forschenden gehen davon aus, dass der Massenspektrometrie in der Diagnostik von viralen Infektionskrankheiten künftig eine entscheidende Rolle zukommen könnte, auch bedingt durch Fortschritte in der Technologie und durch KI-gestützten Datenanalyse. Für die Diagnostik von bakteriellen Infektionen wird die Massenspektrometrie in vielen Laboren bereits standardmäßig genutzt. Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht.

E.Magrini--PV

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