Pallade Veneta - Krankenstand: Hausärzte kritisieren Online-Krankschreibungen gegen Geld scharf

Krankenstand: Hausärzte kritisieren Online-Krankschreibungen gegen Geld scharf


Krankenstand: Hausärzte kritisieren Online-Krankschreibungen gegen Geld scharf
Krankenstand: Hausärzte kritisieren Online-Krankschreibungen gegen Geld scharf / Foto: LOIC VENANCE - AFP/Archiv

In der Debatte über den Krankenstand in Deutschland haben Hausärzte die Möglichkeit der Online-Krankschreibung gegen Geld als unseriös kritisiert und strengere Regeln dafür gefordert. "Während sich Hausarztpraxen an klare Regeln halten, wird es kommerziellen Anbietern ermöglicht, schnelles Geld mit Pseudo-Attesten zu machen", sagte der Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, der "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Damit müsse Schluss sein.

Textgröße ändern:

Online-Plattformen und Online-Arztpraxen bieten Krankschreibungen gegen Geld an, so ist eine Erstkrankschreibung bislang unbekannter Patientinnen und Patienten schon nach einer Videosprechstunde möglich. Beier kritisierte, dass entsprechende Anbieter "aggressiv mit Online-Krankschreibungen für 20 bis 30 Euro" werben und Gesetzeslücken ausnutzen würden. Bei der telefonischen Krankschreibung sei es nicht möglich, Menschen krank zu schreiben, die in der Praxis nicht bekannt seien. "Dieser Vorbehalt sollte künftig auch für Videosprechstunden gelten", forderte Beier.

"Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben", forderte Beier in der "Rheinischen Post" und kritisierte die Anbieter als unseriös. Es sei "offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei geht".

Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stellte sich hinter strengere Regeln, sprach sich grundsätzlich aber für die Möglichkeit der telefonischen und auch der Online-Krankschreibung aus - denn so kämen weniger kranke Menschen in die Praxen.

Gleichwohl sagte er ebenfalls der "Rheinischen Post": "Die Online-Krankschreibung sollte nur den Hausärzten oder behandelnden Fachärzten erlaubt sein." Es sei problematisch, dass kommerzielle Anbieter, die keinen Bezug zum Patienten hätten und nicht praktisch tätig seien, mit Online-Krankschreibungen werben würden. Hier gebe es "in der Tat leider rechtliche Lücken".

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Essstörungen: Klinikbehandlungen von Mädchen binnen 20 Jahren verdoppelt

Die Zahl der wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelten Mädchen hat sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Kamen 2004 rund 2800 Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren aufgrund von Magersucht und ähnlichen Störungen in eine Klinik, stiegen die Fälle bis 2024 auf knapp 6000, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Trump verstärkt Vorgehen gegen Impfungen

US-Präsident Donald Trump verstärkt sein Vorgehen gegen Impfungen: Er unterzeichnete am Montag im Weißen Haus ein Dekret mit neuen Impfempfehlungen. Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen Kindern verabreichten Impfungen zu vergrößern. Im Gegensatz zum Stand der medizinischen Forschung suggerierte Trump bei der Präsentation seines Dekrets zudem erneut mehrmals einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Textgröße ändern: