Pallade Veneta - Kassenärzte-Chef warnt vor Praxis-Schließungen wegen hoher Energiekosten

Kassenärzte-Chef warnt vor Praxis-Schließungen wegen hoher Energiekosten


Kassenärzte-Chef warnt vor Praxis-Schließungen wegen hoher Energiekosten
Kassenärzte-Chef warnt vor Praxis-Schließungen wegen hoher Energiekosten / Foto: Miguel SCHINCARIOL - AFP/Archiv

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen hat vor einer Verschlechterung der ärztlichen Versorgung wegen Praxis-Schließungen infolge der Energiekrise gewarnt. Auch für Praxisräume stiegen die Heiz- und Stromkosten massiv, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Folge könne sein, "dass im Zuge dieser Krise Praxen schließen oder ihr Angebot massiv einschränken müssen". Dies habe erhebliche Folgen für die Gesundheitsversorgung in Deutschland.

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"Wenn die Heizkosten für die Praxisräume massiv steigen, wenn sich Stromkosten etwa für Radiologen verfünffachen oder sogar verzehnfachen, dann stellt sich die Frage, ob zum Beispiel MRT-Untersuchungen noch wirtschaftlich durchführbar sind", sagte Gassen. Er erwarte, dass diejenigen, die ohnehin am Ende ihrer Berufslaufbahn seien, jetzt früher als geplant ihre Mietverträge nicht mehr verlängerten und aufhörten. Bei den Hausärzten sei ein Drittel über 60 Jahre alt.

Krisenbedingte Praxis-Schließungen würden spätestens im nächsten oder übernächsten Jahr mit voller Wucht zu spüren sein, sagte Gassen. "Und das in einer Lage, wo wir jetzt schon viele Praxen nicht nachbesetzen können. Die wohnortnahe Versorgung ist dann noch stärker gefährdet."

Kritik an den Klagen des Kassenärzte-Verbandsschefs kam von den gesetzlichen Krankenkassen. "Diese Unkenrufe verunsichern Millionen von Patientinnen und Patienten und erstaunen gerade deshalb, weil ein Praxisbesitzer pro Jahr im Durchschnitt weit über 200.000 Euro an Reinertrag erhält", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der Nachrichtenagentur AFP. Bei Radiologie-Praxen seien es sogar mehr als 400.000 Euro.

"Es steht bereits fest, dass das Ärzte-Gesamthonorar im kommenden Jahr um 1,4 Milliarden Euro steigt", argumentierte Lanz weiter. Das seien "rechnerisch 11.000 Euro pro Ärztin und pro Arzt mehr, die aus den Portemonnaies der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler kommen". Diese sollten daher lieber "diesen Honorarzuwachs, den Millionen Menschen durch ihre Krankenkassenbeiträge finanzieren, würdigen, statt reflexhaft nach noch mehr zu rufen".

F.Abruzzese--PV

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