Pallade Veneta - Chef der Kassenärzte fordert Neustart bei Digitalisierung von Arztpraxen

Chef der Kassenärzte fordert Neustart bei Digitalisierung von Arztpraxen


Chef der Kassenärzte fordert Neustart bei Digitalisierung von Arztpraxen
Chef der Kassenärzte fordert Neustart bei Digitalisierung von Arztpraxen / Foto: Rolf Vennenbernd - dpa/AFP/Archiv

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat die Ansätze zur Digitalisierung in deutschen Arztpraxen als gescheitert bezeichnet und einen "kompletten Neustart" gefordert. "Man muss jetzt den Mut haben, offenkundig dysfunktionale Technologien zu beenden, frisches Geld in die Hand zu nehmen und das Ganze noch mal neu aufsetzen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Sonntag. Er verwies auf die elektronische Gesundheitsakte.

Textgröße ändern:

Deren Einführung sei ebenso gescheitert wie die des elektronischen Rezepts, fügte der KBV-Chef an. Von den 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherten hätten bislang nur einige hunderttausend die elektronische Patientenakte angefordert. Diese sei zudem "letztlich nur ein elektronischer Aktenordner, den der Patient nach Gutdünken gefüllt hat". Medizinisch bringe das "nicht wirklich viel". Das elektronische Rezept wiederum sei keine echte digitale Lösung, weil es dabei weiterhin Papierausdrucke gebe. Es koste nur Zeit.

Bei der Digitalisierung der deutschen Arztpraxen sei nach seiner Auffassung ein "kompletter Neustart" erforderlich, sagte Gassen. "Das wird vielleicht noch einmal die eine oder andere Milliarde kosten. So aber verbrennt die Digitalisierung auch viel Geld und hemmt die Praxen bei ihrer Arbeit und bringt letztlich nichts." Es handle sich bislang um "Pseudodigitalisierung".

Die elektronische Patientenakte gilt als ein digitales Vorzeigeprojekt im deutschen Gesundheitswesen, allerdings wird deren Einführung vielfach als schleppend kritisiert. Seit Anfang vergangenen Jahres können Versicherte sie auf freiwilliger Basis in einer ersten Ausbaustufe nutzen. Es handelt sich um eine App für Smartphones oder Tablets, in der etwa eingescannte Arztbefunde gespeichert und dann in anderen Praxen zur Ansicht freigegeben werden können.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Rauchverzicht und bessere Behandlung: Rückgang von Herzinfarkten in Deutschland

Die Zahl der Herzinfarkte geht in Deutschland einer Erhebung zufolge weiter zurück. 2024 wurden rechnerisch 320 Herzinfarkte je 100.000 Menschen ab dem 30. Lebensjahr dokumentiert, das entspricht einem Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2017, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervorgeht.

Trump gibt Rücktritt des Chefs der US-Arzneimittelbehörde bekannt

US-Präsident Donald Trump hat den Abgang des Chefs der US-Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, bekanntgegeben. "Marty ist ein großartiger Kerl, aber er wird seinen Weg gehen und ein gutes Leben führen", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten auf die Frage, ob er den FDA-Chef entlassen habe. Später veröffentlichte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social eine angebliche Textnachricht Makarys, in der dieser seinen Rücktritt anbot.

Prozess um eigenmächtige Coronaimpfung: Freispruch für Unternehmer in Lübeck

Rund viereinhalb Jahre nach einer eigenmächtigen Coronaimpfaktion mit einem nicht zugelassenen Medikament am Lübecker Flughafen ist ein Unternehmer in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Das Landgericht Lübeck sah nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vor dem Hintergrund einer komplizierten Rechtslage keine strafbaren Handlungen. Es hob daher ein erstinstanzliches Urteil des Lübecker Amtsgerichts auf, das den Angeklagten 2024 zu einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt hatte.

Hantavirus auf der "Hondius": WHO-Chef gibt nach Evakuierung noch keine Entwarnung

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kann von Entwarnung vorerst keine Rede sein. Während die in ihren Heimatregionen unter Quarantäne gestellten betroffenen vier Deutschen am Dienstag symptomfrei waren, litt ein nach seiner Heimkehr positiv auf das Hantavirus getesteter Spanier unter Fieber und Atemwegsproblemen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Madrid, der Kampf gegen den Virus-Ausbruch sei "noch nicht vorbei". Er mahnte die mehr als 20 betroffenen Länder, die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus umzusetzen.

Textgröße ändern: