Pallade Veneta - Spannung vor Vergabe des Literaturnobelpreises: Experten tippen auf eine Frau

Spannung vor Vergabe des Literaturnobelpreises: Experten tippen auf eine Frau


Spannung vor Vergabe des Literaturnobelpreises: Experten tippen auf eine Frau
Spannung vor Vergabe des Literaturnobelpreises: Experten tippen auf eine Frau / Foto: ADRIAN DENNIS - AFP/Archiv

Wird es wieder ein weißer Mann aus Europa oder bekommt dieses Jahr eine Frau beispielsweise aus Lateinamerika den Literaturnobelpreis? Wer die prestigeträchtige Auszeichnung in diesem Jahr erhält, wird am Mittag (13.00 Uhr) von der Schwedischen Akademie in Stockholm verkündet.

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Vergangenes Jahr war der damals 71 Jahre alte ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai ausgezeichnet worden. Nach der Wahl eines männlichen Europäers 2025 könnte die Akademie nach Einschätzung von Experten diesmal auf eine Frau setzen, die nicht aus Europa stammt. Spekuliert wird dabei auf eine Preisträgerin aus Lateinamerika. Zu den Favoritinnen zählen die 77 Jahre alte Jamaica Kincaid, die aus dem Karibikstaat Antigua und Barbuda stammt.

Kincaid mache "seit langem von sich reden", sagte der Kultur-Experte der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter", Björn Wiman, der Nachrichtenagentur AFP. Die erklärte Kritikerin von US-Präsident Donald Trump beschäftigt sich in ihrem Werk mit der karibischen Kultur sowie mit Kolonialismus und Rassismus. In ihrem autobiografischen Roman "Lucy" von 1990 erzählt sie etwa die Geschichte eines Mädchens, das aus der Karibik in die USA kommt, um dort als Au-pair-Mädchen zu arbeiten.

Bei Buchmachern sind aber auch die Mexikanerin Cristina Rivera Garza, der Spanier Enrique Vila-Matas, der Australier Gerald Murnane, seine Landsfrau Alexis Wright und der US-Autor Thomas Pynchon recht hoch im Kurs. Als Favoritin genannt wird auch die Chinesin Can Xue. Die 73-Jährige ist für ihren avantgardistischen experimentellen Schreibstil bekannt, der mitunter mit dem von Franz Kafka verglichen wird.

Die Schwedische Akademie stand lange in der Kritik, weil sie jahrzehntelang vor allem männliche weiße Autoren aus westlichen Ländern ausgezeichnet hatte. Nach einem Skandal um sexuellen Missbrauch im Jahr 2018 wurde sie tiefgreifend reformiert. Seitdem ging jeder zweite Literaturnobelpreis an eine Frau.

Unter den insgesamt 122 bisherigen Preisträgern sind allerdings nur 18 Frauen. Nur wenige der Prämierten haben ihr Werk in asiatischen Sprachen oder Sprachen des Nahen Ostens verfasst. Afrikanische Sprachen wurden überhaupt nicht berücksichtigt.

Einige Literatur-Experten argumentieren, dass es nach dem Nobelpreis für den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa im Jahr 2010 mal wieder an der Zeit sei, jemanden aus einem lateinamerikanischen Land zu ehren. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem auch die Argentinierin Samanta Schweblin genannt, die mit ihren 48 Jahren allerdings noch recht jung ist.

T.Galgano--PV

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