Pallade Veneta - "Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung

"Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung


"Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung
"Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Ampel-Koalition und Union haben sich am Donnerstag im Bundestag einen Schlagabtausch über die Regierungspläne für ein neues Einbürgerungsrecht geliefert. In einer von der CDU/CSU beantragten Aktuellen Stunde sagte die Union-Innenexpertin Andrea Lindholz (CSU), die geplante doppelte Staatsbürgerschaft werde "den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht stärken, sondern schwächen". Und die Verkürzung der Wartefrist von acht auf fünf Jahre bei der Einbürgerung widerspreche dem Grundsatz, dass diese am Ende der Integration stehen solle.

Textgröße ändern:

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), hielt der Union vor, sie verbreite "Märchen und Mythen, die richtig gefährlich sind für unseren Zusammenhalt". Deutschland sei auch wegen seiner eingebürgerte Menschen "ein starkes Land". Sie appellierte zugleich an die Union: "Stoppen Sie die Respektlosigkeit, kommen Sie in der Lebensrealität an." Sie fügte hinzu: "Wir wollen das modernste Einbürgerungsrecht der Welt."

Grünen-Chef Omid Nouripour hielt der Union vor, sie erzähle den "Weltuntergang herbei" und wolle "einfach nur die Leute verunsichern". Er rief zugleich dazu auf, bei der Einbürgerung an einem Strang zu ziehen: "Lassen Sie uns alles dafür tun, um nicht weiter zu spalten. Dafür strecken wir unsere Hand aus."

Der FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle erneuerte die Forderung seiner Partei, Einbürgerung und Fachkräftezuwanderung gemeinsam neu zu regeln. Beides müsse eingebettet sein in ein Gesamtkonzept, sagte er in der Debatte. Wenn es gesellschaftliche Akzeptanz geben solle, müsse die Einbürgerung regelbasiert erfolgen.

Linken-Chefin Janine Wissler unterstütze die Regierungspläne. "Deutschland ist ein Einwanderungsland, und diese Realität muss sich endlich auch im Staatsbürgerschaftsrecht widerspiegeln", sagte sie in der Debatte. "Diese Reform ist längst überfällig."

Für die AfD wiederum übte der Abgeordnete Gottfried Curio Fundamentalkritik an den Regierungsplänen: Mit dem Gesetz sollten die Voraussetzungen für die Einbürgerung "komplett geschleift" werden. Die Regierung verschleudert den Pass an "ungenügend Integrierte". Dies sei ein Aufbauprogramms für Parallelgesellschaften".

Nach den Plänen von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sollen Ausländerinnen und Ausländer künftig in der Regel schon nach fünf statt nach acht Jahren einen deutschen Pass bekommen können. Für Angehörige der sogenannten Gastarbeitergeneration sollen die Hürden für die Einbürgerung gesenkt werden. Die Möglichkeiten zur Mehrfachstaatsangehörigkeit sollen ausgeweitet werden.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab

Nach seiner Ausreise aus Brasilien trotz eines richterlichen Verbots ist der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro in den USA angekommen. Er stieg am Mittwoch am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie AFP-Reporter berichteten. Die US-Regierung hatte dem mit Präsident Donald Trump verbündeten Bolsonaro zuvor die Aufnahme signalisiert.

Putin umwirbt afrikanische Staaten bei Gipfel in Moskau

Der Kreml hat Vertreter von mehr als 40 afrikanischen Staaten zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau empfangen und eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. "Wir sind natürliche Verbündete beim Aufbau einer multipolaren Weltordnung", sagte Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Nach russischen Angaben nehmen auch 22 afrikanische Staats- und Regierungschefs an der Konferenz teil. Es ist der dritte Gipfel dieser Art seit 2019.

Israel: Arabische Listen legen nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen weiter zu

Bei der Parlamentswahl in Israel legen die Listen der arabischen Israelis nach Auszählung von 85 Prozent aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge weiter zu. Gemeinsam kommen die Vereinigte Liste und Raam auf 19 der 120 Sitze im Parlament, wie die israelische Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu kommt demnach auf 53, das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot auf 48 Sitze.

Jugendproteste: Behörden warnen vor Extremisten - GEW betont Anliegen der "GenZ"

Die "GenZ" will für ihre Belange auf die Straßen gehen, die Sicherheitsbehörden warnen vor Unterwanderung: Vor den bundesweit geplanten Jugendprotesten ist eine Debatte über eine mögliche Vereinnahmung durch Extremisten entbrannt. Die Bildungsgewerkschaft GEW warnte am Mittwoch, dass "pauschale Warnungen" von den berechtigten Anliegen der jungen Menschen ablenkten. Ähnlich äußerte sich die Grüne Jugend. Der Verfassungsschutz warnte dagegen vor möglichen Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich.

Textgröße ändern: