Pallade Veneta - Beamtenbund dringt vor Tarifrunde für öffentlichen Dienst auf konkretes Angebot

Beamtenbund dringt vor Tarifrunde für öffentlichen Dienst auf konkretes Angebot


Beamtenbund dringt vor Tarifrunde für öffentlichen Dienst auf konkretes Angebot
Beamtenbund dringt vor Tarifrunde für öffentlichen Dienst auf konkretes Angebot / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Unmittelbar vor dem Auftakt der Tarifrunde im öffentlichen Dienst hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund einen Abschluss "mit Augenmaß" angemahnt. "Natürlich wird es einen Gehaltszuwachs geben müssen, da auch die Beschäftigten unter der hohen Inflation leiden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Dienstag. Die Finanzlage der Kommunen entwickele sich allerdings "dramatisch". Die Tarifverhandlungen für die rund 2,4 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen starten am Dienstagnachmittag in Potsdam.

Textgröße ändern:

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) fordern für eine Laufzeit von zwölf Monaten 10,5 Prozent, monatlich jedoch mindestens 500 Euro mehr Einkommen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wies die Tarifforderung bereits als "inakzeptabel" zurück.

Der DBB-Vorsitzende Ulrich Silberbach forderte die Arbeitgeber auf, bereits in der ersten Gesprächsrunde "ein konkretes und verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen". "Der Preisanstieg ist real, die Arbeitsverdichtung ist real, der Personalmangel ist real", erklärte Silberbach am Dienstag. Deshalb sei auch die Gewerkschaftsforderung "real und angemessen".

Es gehe nicht mehr nur darum, Reallohnverluste zu vermeiden, betonte Silberbach. "Angesichts der Nachwuchskrise und der Überalterung des öffentlichen Diensts müssen wir dringend attraktiver und wettbewerbsfähiger auf dem Arbeitsmarkt werden."

Landsberg sagte, nach wie vor seien die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst gut, auch die Bezahlung sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Da mit einer Rezession zu rechnen sei, dürften die Steuereinnahmen allerdings deutlich zurückgehen. "Gleichzeitig sind viele Städte und Gemeinden dramatisch verschuldet, da es bislang nicht gelungen ist, eine wirksame Altschuldenregelung zu vereinbaren", warnte Landsberg.

Verdi-Chef Frank Werneke hatte zuvor mit Streiks gedroht. "Wenn es nötig ist, dann streiken wir", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag. Wie wahrscheinlich das sei, hänge von den Arbeitgebern in Bund und Gemeinden ab.

Die VKA-Präsidentin Karin Welge (SPD) kritisierte die Streikankündigungen der Gewerkschaften. "Wir haben einen Krieg in Europa - da verbieten sich für mich persönlich verbal überzogene Eskalationen", sagte die Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Dienstag. "Meines Erachtens muss das Thema nicht aufgeheizt werden."

Welge zufolge soll eine Schlichtung im April vermieden werden: "Wir haben die feste Absicht, einen Abschluss aus eigener Kraft spätestens in der dritten Runde zu erreichen." Die dritte Runde ist für die tage vom 27. bis zum 29. März geplant.

Nach Verdi-Angaben wirkt sich ein Tarifabschluss auf 2,4 Millionen Angestellte der Kommunen, 160.000 Angestellte des Bundes, 360.000 Bundesbeamte und 180.000 Versorgungsempfänger aus. Im Jahr 2020 einigten sich die Tarifparteien auf ein Plus von 4,5 Prozent.

M.Romero--PV

Empfohlen

Treffen der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens in Weimar

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot und der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski kommen am Donnerstag zu Gesprächen in Weimar zusammen (Pk. gegen 10.30 Uhr). Auf der Tagesordnung des Treffens im Format des vor 35 Jahren ins Leben gerufenen sogenannten Weimarer Dreiecks stehen nach Angaben des Auswärtigen Amts unter anderem die aktuellen hybriden Bedrohungen durch Russland, die EU-Erweiterung sowie die europäische Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit.

Hape Kerkeling hält Vortrag bei der SPD-Bundestagsfraktion - für Demokratie

Für ihre Klausurtagung holt sich die SPD-Bundestagsfraktion Impulse aus dem Showgeschäft. Der Entertainer Hape Kerkeling werde bei dem Treffen der SPD-Abgeordneten am Donnerstag einen Vortrag zum Thema Demokratie und Toleranz halten, wie Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese den Funke-Zeitungen sagte. Der 61-jährige Kerkeling habe "nicht zuletzt in einer sehr persönlichen Rede in der Gedenkstätte Buchenwald ausgedrückt, wie wichtig ihm ein tolerantes, offenes und zusammenführendes Miteinander ist", sagte Wiese. Kerkelings Appell für den Erhalt der Demokratie habe "großen Widerhall gefunden".

"Kein Fan": Trump froh über Ausreise von Harry und Meghan

US-Präsident Donald Trump hat sich zufrieden über die Ausreise von Prinz Harry und seiner Familie aus den USA gezeigt. "Ich bin froh darüber. Ich war kein Fan", sagte Trump am Mittwoch im Oval Office in Washington. Harry und seine Frau Meghan Markle seien "ungeheuer respektlos gegenüber der Königin und König Charles" gewesen, sagte der Präsident.

Gespräche in der EU über Reform des Auswärtigen Dienstes

Die Europäische Union hat am Mittwoch Gespräche über eine Reform ihres Auswärtigen Dienstes aufgenommen. Deutschland und Frankreich stellten bei einem Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow bei Dublin ihre Vorschläge vor.

Textgröße ändern: