Pallade Veneta - Rund eine halbe Million Haushalte in Odessa ohne Strom

Rund eine halbe Million Haushalte in Odessa ohne Strom


Rund eine halbe Million Haushalte in Odessa ohne Strom
Rund eine halbe Million Haushalte in Odessa ohne Strom / Foto: Oleksandr GIMANOV - AFP

In der Hafenstadt Odessa in der Südukraine sind nach einer Havarie in einem Umspannwerk rund 500.000 Haushalte ohne Strom. "Die Situation ist komplex, das Ausmaß des Unfalls ist beträchtlich", schrieb Ministerpräsident Denys Schmyhal am Samstag im Onlinedienst Telegram. Eine schnelle Wiederherstellung der Stromversorgung sei nicht möglich. Das Umspannwerk sei infolge der russischen Angriffe "wiederholt" beschädigt worden. Die Luftangriffe auf die Ukraine hielten auch am Samstag an.

Textgröße ändern:

Der Gouverneur der Region Odessa, Maksym Martschenko, bezeichnete den nicht näher benannten Zwischenfall als "ernst" und fügte hinzu, dass der Energieminister und der Leiter des staatlichen Stromnetzbetreibers Ukrenergo in die Stadt geschickt worden seien. "Innerhalb der nächsten 24 Stunden wird eine Reihe von Generatoren in die Region Odessa geliefert", sagte er. "Wir erwarten, dass die ersten Generatoren heute Abend eintreffen werden."

Alle wichtigen Infrastrukturen seien mit Strom versorgt worden, erklärte danach Energieminister Herman Galuschtschenko. "So wird die Stadt mit Wasser und Wärme versorgt. Etwa ein Drittel der Verbraucher hat Elektrizität."

Der russische Präsident Wladimir "Putin will die Menschen mürbe machen. Das ist seine perfide Kriegsführung", erklärte Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) am Samstag. Die Politikerin hatte in den vergangenen Tagen erst die ukrainische Hauptstadt Kiew besucht und war dann nach Odessa weitergereist.

Der Februar sei in der Region regelmäßig der kälteste Monat, sagte Göring-Eckardt. Die Regionalverwaltung habe zahlreiche Wärmepunkte geöffnet, in denen sich die Bewohner Odessas aufwärmen und ihre Powerbanks aufladen könnten. "Deutschland und die EU sollten mit weiteren Generatoren aushelfen", forderte die Grünen-Politikerin. "Langfristigen Schutz bietet auch Odessa nur ein Sieg der Ukraine in diesem perfiden Angriffskrieg", erklärte sie.

Moskau greift seit Monaten systematisch das ukrainische Stromnetz an und sorgt damit dafür, dass Millionen Menschen mitten im Winter im Dunkeln und in der Kälte sitzen. Die Schwarzmeerhafenstadt war vor Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp einem Jahr ein beliebtes Urlaubsziel für viele Ukrainer und Russen.

Am Samstag erklärte das ukrainische Verteidigungsministerium, Russland konzentriere "seine Hauptanstrengungen auf die Durchführung von Offensivoperationen in die Richtungen Kupjansk, Lyman, Bachmut, Awdijiwka und Nowopawliwka" in der Ostukraine. In Awdijiwka an der Frontlinie in der Region Donezk gab es nach ukrainischen Behördenangaben am Samstagmorgen "massiven" Artilleriebeschuss. In der Nacht hatten demnach bereits Raketen die Stadt Kramatorsk getroffen.

In der Provinz Saporischschja im Süden des Landes seien allein in den vergangenen 24 Stunden Granaten in 26 Orten auf "zivile Infrastruktur" niedergegangen, hieß es weiter. Auch die Stadt Cherson wurde den Angaben zufolge weiterhin beschossen - dort waren am Freitag ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden.

Der ukrainische Grenzschutz vermeldete seinerseits, einen Angriff abgewehrt und russische Soldaten aus der Gegend um die heftig umkämpfte Stadt Bachmut vertrieben zu haben.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Hape Kerkeling hält Vortrag bei der SPD-Bundestagsfraktion - für Demokratie

Für ihre Klausurtagung holt sich die SPD-Bundestagsfraktion Impulse aus dem Showgeschäft. Der Entertainer Hape Kerkeling werde bei dem Treffen der SPD-Abgeordneten am Donnerstag einen Vortrag zum Thema Demokratie und Toleranz halten, wie Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese den Funke-Zeitungen sagte. Der 61-jährige Kerkeling habe "nicht zuletzt in einer sehr persönlichen Rede in der Gedenkstätte Buchenwald ausgedrückt, wie wichtig ihm ein tolerantes, offenes und zusammenführendes Miteinander ist", sagte Wiese. Kerkelings Appell für den Erhalt der Demokratie habe "großen Widerhall gefunden".

"Kein Fan": Trump froh über Ausreise von Harry und Meghan

US-Präsident Donald Trump hat sich zufrieden über die Ausreise von Prinz Harry und seiner Familie aus den USA gezeigt. "Ich bin froh darüber. Ich war kein Fan", sagte Trump am Mittwoch im Oval Office in Washington. Harry und seine Frau Meghan Markle seien "ungeheuer respektlos gegenüber der Königin und König Charles" gewesen, sagte der Präsident.

Gespräche in der EU über Reform des Auswärtigen Dienstes

Die Europäische Union hat am Mittwoch Gespräche über eine Reform ihres Auswärtigen Dienstes aufgenommen. Deutschland und Frankreich stellten bei einem Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow bei Dublin ihre Vorschläge vor.

Umfrage vor Berliner Abgeordnetenhauswahl sieht CDU wieder vor Linkspartei

Rund zweieinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU wieder vor der oppositionellen Linken. Die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers kommen laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf 21 Prozent. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp folgt mit 19 Prozent.

Textgröße ändern: