Pallade Veneta - Mehrere Bundesländer dringen auf mehr Geld vom Bund für Flüchtlingskosten

Mehrere Bundesländer dringen auf mehr Geld vom Bund für Flüchtlingskosten


Mehrere Bundesländer dringen auf mehr Geld vom Bund für Flüchtlingskosten
Mehrere Bundesländer dringen auf mehr Geld vom Bund für Flüchtlingskosten / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Mehrere Bundesländer haben vor dem Flüchtlingsgipfel am Donnerstag erneut mehr Geld vom Bund für die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten gefordert. Die Kostenbelastung "überfordert uns mehr und mehr", sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) dem "Spiegel". Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens: "Wir brauchen einen gemeinsamen Kraftakt aller drei staatlichen Ebenen", sagte sie in Berlin auch mit Blick auf die Kommunen.

Textgröße ändern:

Zu dem Flüchtlingsgipfel kommen am Donnerstag die Innenministerinnen und -minister von Bund und Ländern sowie Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände zusammen. Dabei geht es vor allem um die Verteilung der Lasten für die Unterbringung und Versorgung Geflüchteter.

Auf Seiten des Bundes sind neben dem Innenressort mit Faeser auch die Ministerien für Bau und Finanzen auf Staatssekretärsebene vertreten, außerdem die Integrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Rhein rechnete vor, dass sein Bundesland derzeit 800 Millionen Euro pro Jahr für Flüchtlingskosten aufwende. Davon kämen 300 Millionen Euro vom Bund und 500 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Er habe zudem das Gefühl, dass "in Berlin überhaupt noch nicht angekommen ist", was in den hessischen Regionen los sei. Bürgermeister und Landräte wüssten dort nicht mehr, "wie sie die Menschen unterbringen sollen".

Die Aufnahmebereitschaft sei groß, aber irgendwann finde jede Akzeptanz ein Ende, warnte Rhein. Deshalb müsse die Zuwanderung "gesteuert und begrenzt werden". Dies müsse Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur Chefsache machen. Kritik übte der CDU-Politiker an Plänen der Bundesregierung zur Liberalisierung des Aufenthaltsrechts.

Ähnlich äußerte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). In den Zeitungen der Mediengruppe Bayern forderte er vom Bund mehr Unterbringungsmöglichkeiten und eine "Verdreifachung der Bundesbeteiligung". "Der Bund muss unsere Kommunen, die bei der Flüchtlingsaufnahme am Anschlag sind, deutlich stärker unterstützen und entlasten", verlangte Herrmann. Zudem drängte auch er auf "Taten bei der Begrenzung der illegalen Zuwanderung". In diesem Sinne äußerten sich in der Mediengruppe Bayern auch weitere Unionspolitikerinnen und -politiker.

Faeser verwies auf vom Bund bereits zusätzlich gezahlte 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und zugesagte Mittel von 2,75 Milliarden Euro für das laufende Jahr. Zudem seien Bundesliegenschaften mit fast 69.000 Unterbringungsplätzen bereitgestellt worden. Auch seien Maßnahmen eingeleitet worden, um Zuwanderung "stärker zu steuern und zu ordnen", sagte die Innenministerin in Berlin. "Wir handeln im engen Schulterschluss aller staatlichen Ebenen", hob sie hervor.

"Die Lage ist ernst, aber wir gehen das gemeinsam an", versicherte Alabali-Radovan. "Und dabei lässt der Bund die Länder und die Kommunen nicht allein", sicherte sie zu. Wichtig sei jetzt aber auch "beste Integration von Anfang an" für die Geflüchteten.

Regierungssprecher Steffen Hebestreit verwies ebenfalls auf vom Bund bereits geleistete Zahlungen. Gespräche hierüber sehe er daher "im Augenblick nicht als Vorrang".

Auf "dauerhaft tragfähige Lösungen für Flucht und Migration", drängte der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Ulrich Silberbach. Er kritisierte einen "Verschiebebahnhof der Verantwortungslosigkeit“ zwischen den Gebietskörperschaften".

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

"Kein Fan": Trump froh über Ausreise von Harry und Meghan

US-Präsident Donald Trump hat sich zufrieden über die Ausreise von Prinz Harry und seiner Familie aus den USA gezeigt. "Ich bin froh darüber. Ich war kein Fan", sagte Trump am Mittwoch im Oval Office in Washington. Harry und seine Frau Meghan Markle seien "ungeheuer respektlos gegenüber der Königin und König Charles" gewesen, sagte der Präsident.

Gespräche in der EU über Reform des Auswärtigen Dienstes

Die Europäische Union hat am Mittwoch Gespräche über eine Reform ihres Auswärtigen Dienstes aufgenommen. Deutschland und Frankreich stellten bei einem Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow bei Dublin ihre Vorschläge vor.

Umfrage vor Berliner Abgeordnetenhauswahl sieht CDU wieder vor Linkspartei

Rund zweieinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU wieder vor der oppositionellen Linken. Die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers kommen laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf 21 Prozent. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp folgt mit 19 Prozent.

Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläuterte er.

Textgröße ändern: