Pallade Veneta - Nigeria hat einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt

Nigeria hat einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt


Nigeria hat einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt
Nigeria hat einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt / Foto: John Wessels - AFP

Die Menschen in Nigeria haben am Samstag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt. Fast 90 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, den Nachfolger von Präsident Muhammadu Buhari zu bestimmen, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Zum ersten Mal gab es in der bevölkerungsreichsten Demokratie Afrikas drei Favoriten für das höchste Staatsamt, der Ausgang war daher völlig offen.

Textgröße ändern:

Insgesamt bewarben sich 17 Männer und eine Frau um die Nachfolge Buharis. Zum ersten Mal seit dem Ende der Militärherrschaft 1999 wurde die Dominanz der Regierungspartei All Progressives Congress (APC) und der größten Oppositionspartei Peoples Democratic Party (PDP) durch einen dritten aussichtsreichen Kandidat auf die Probe gestellt: Der 61-jährige Peter Obi von der Labour-Partei forderte den ehemaligen Gouverneur von Lagos, Bola Tinubu von der APC, und den früheren Vizepräsidenten Atiku Abubakar von der PDP heraus.

"Diesmal wird es anders sein, wir haben drei Kandidaten", sagte Friday Ikwuako, ein 55-jähriger Schulangestellter, der im wohlhabenden Stadtteil Ikoyi der Wirtschaftsmetropole Lagos darauf wartete, seine Stimme abzugeben. "Wir wollen einen Regierungswechsel."

Erwartet wurde ein spannendes Rennen, das auch mit einer Stichwahl enden könnte. Um zu gewinnen, muss ein Kandidat die meisten Stimmen erhalten und außerdem mindestens 25 Prozent der Stimmen in zwei Dritteln der 36 nigerianischen Bundesstaaten. Wenn kein Kandidat die Bedingungen erfüllt, muss drei Wochen später eine Stichwahl stattfinden. Neben dem Präsidenten wurden am Samstag auch beide Kammern des Parlaments neu gewählt.

Unter den registrierten Wählerinnen und Wahler waren in diesem Jahr fast zehn Millionen Neuwähler, die den entscheidenden Unterschied machen könnten.

Kurz nach Öffnung der Wahllokale waren in Städten wie Lagos, Port Harcourt oder Kano noch keine Wahlhelfer vor Ort und es gab auch technische Probleme, wie verärgerte Wähler berichteten. Mehr als 140 Wahllokale im Bundesstaat Bayelsa sollten daher am Sonntag erneut öffnen. Bis auf einige gewaltsame Zwischenfälle verlief die Abstimmung aber weitgehend friedlich.

Wahlen in Nigeria waren in den vergangenen Jahren häufig von Gewalt, logistischen Problemen und Vorwürfen der Wahlfälschung begleitet. In diesem Jahr war die Wahlkommission nach Einschätzung vieler Experten aber besser vorbereitet: Die Wähler wurden biometrisch registriert und die Ergebnisse werden elektronisch übertragen. Rund 400.000 Sicherheitskräfte waren im ganzen Land im Einsatz, um die Wahl abzusichern.

Nach Schließung der Wahllokale begann die Auszählung der Stimmen zunächst von Hand. In einigen Wahllokalen kamen viele Menschen zusammen, um die Auszählung zu beobachten. Auch Parteivertreter waren vor Ort. "Ich werde die ganze Nacht warten", sagte der 21-jährige Blessing Mbanefo in einem Wahllokal im Bundesstaat Anambra. "Ich bin bereit, hier zu schlafen." Mit ersten Ergebnissen wird erst am Sonntag gerechnet.

Die 216 Millionen Einwohner Nigerias haben mit Bargeldknappheit, einer Inflation von über 20 Prozent und der schon Jahre andauernden Gewalt durch die Dschihadistenmiliz Boko Haram zu kämpfen.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

"Kein Fan": Trump froh über Ausreise von Harry und Meghan

US-Präsident Donald Trump hat sich zufrieden über die Ausreise von Prinz Harry und seiner Familie aus den USA gezeigt. "Ich bin froh darüber. Ich war kein Fan", sagte Trump am Mittwoch im Oval Office in Washington. Harry und seine Frau Meghan Markle seien "ungeheuer respektlos gegenüber der Königin und König Charles" gewesen, sagte der Präsident.

Gespräche in der EU über Reform des Auswärtigen Dienstes

Die Europäische Union hat am Mittwoch Gespräche über eine Reform ihres Auswärtigen Dienstes aufgenommen. Deutschland und Frankreich stellten bei einem Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow bei Dublin ihre Vorschläge vor.

Umfrage vor Berliner Abgeordnetenhauswahl sieht CDU wieder vor Linkspartei

Rund zweieinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU wieder vor der oppositionellen Linken. Die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers kommen laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf 21 Prozent. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp folgt mit 19 Prozent.

Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläuterte er.

Textgröße ändern: