Pallade Veneta - Chef der größten Gewerkschaft Frankreichs kündigt seinen Rücktritt an

Chef der größten Gewerkschaft Frankreichs kündigt seinen Rücktritt an


Chef der größten Gewerkschaft Frankreichs kündigt seinen Rücktritt an
Chef der größten Gewerkschaft Frankreichs kündigt seinen Rücktritt an / Foto: Thomas SAMSON - AFP/Archiv

Bei Frankreichs größtem Gewerkschaftsbund CFDT bahnt sich ein Wechsel zu einer weiblichen Spitze an: Der langjährige Chef Laurent Berger kündigte seinen Rücktritt für Juni an und schlug seine Stellvertreterin Marylise Léon als seine Nachfolgerin vor. "Die Gewerkschaften gehen aus der aktuellen Krise gestärkt hervor", sagte Berger der Zeitung "Le Monde" (Mittwochsausgabe) mit Blick auf die landesweiten Proteste gegen die Rentenreform.

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"Marylise ist dynamisch, kennt sich in der Arbeitswelt bestens aus (...) und ist überzeugt, dass die ökologische Wende mit sozialer Gerechtigkeit einhergehen muss", sagte Berger über seine 46-jährige Stellvertreterin. Falls die CFDT seiner Empfehlung folgt, stehen künftig bei den beiden wichtigsten französischen Gewerkschaftsverbänden Frauen an der Spitze. Die CGT hatte kürzlich die 41 Jahre alte Sophie Binet zur Generalsekretärin gewählt.

Berger nannte keinen konkreten Grund für seinen Rücktritt, den er schon Ende 2021 angekündigt hatte. Nach zehneinhalb Jahren sei eine Erneuerung an der Spitze normal, sagte er. Er schloss aus, dass er eine weitere Karriere in der Politik anstrebe.

"Die Regierung hat kein Verständnis mehr für die Arbeitswelt", sagte der scheidende Gewerkschaftschef. Der Kampf gegen die Rentenreform gehe weiter, zunächst mit einer massiven Demonstration zum 1. Mai. Er hoffe auf einen möglichen Volksentscheid, über den der Verfassungsrat am 3. Mai urteile. Zudem seien noch nicht alle juristische Mittel ausgeschöpft, betonte Berger.

Dem französischen Staatschef Emmanuel Macron warf er vor, dass es der Präsident sei - und nicht die Gewerkschaften -, der sich radikalisiert habe. "Er hat 2022 versprochen, seine Methode zu ändern, es aber nicht getan", sagte Berger. Die jüngste Gesprächseinladung Macrons an die Gewerkschaften kurz nach dem Inkraftsetzen der Rentenreform in der Nacht zum Samstag sei "eine Unverschämtheit" gewesen. Die Gewerkschaften hätten zuvor drei Monate lang vergeblich um einen Termin mit dem Präsidenten gebeten.

Die CFDT ist der größte Gewerkschaftsbund in Frankreich und galt bislang als gemäßigter als die CGT. Der Kampf gegen die Rentenreform hat die zuvor zerstrittenen Gewerkschaften aber weitgehend auf eine Linie gebracht.

E.Magrini--PV

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