Pallade Veneta - Lindner pocht weiter auf strikte Begrenzung staatlicher Ausgaben

Lindner pocht weiter auf strikte Begrenzung staatlicher Ausgaben


Lindner pocht weiter auf strikte Begrenzung staatlicher Ausgaben
Lindner pocht weiter auf strikte Begrenzung staatlicher Ausgaben / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat erneut eine strikte Ausgabendisziplin angemahnt. "Der Staat kann nicht auf Dauer mehr Geld ausgeben, als ihm die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zur Verfügung stellen", sagte Lindner am Dienstag nach einer Sitzung des Stabilitätsrats von Bund und Ländern. "Was wir jetzt brauchen, ist ein entschiedener Konsolidierungskurs mit einer klaren Priorisierung der Ausgaben."

Textgröße ändern:

Nachdrücklich bekräftigte Lindner sein Festhalten an der strikten Einhaltung der Schuldenbremse. Der Bund sei hier auch "auf einem guten Weg". Der Minister betonte auch erneut, dass es ebenso auf EU-Ebene keine Aufweichung der Defizitregeln geben dürfe. Zudem müssten die bestehenden Vorgaben "auch durchgesetzt werden".

Der Stabilitätsrat verwies in seiner Lagebewertung darauf, dass "die öffentlichen Haushalte weiter vor großen Herausforderungen stehen". Zwar dürfte die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr "robuster ausfallen als noch im Herbst vergangenen Jahres erwartet", es gebe jedoch konjunkturelle Belastungen durch die hohen Energiekosten und die weiterhin hohe Inflation. Es sei daher wichtig, wieder "die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte" stärker zu berücksichtigen.

Die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) verteidigte die hohe Schuldenaufnahme in den Krisen der vergangenen Jahre. Es sei damit gelungen, "einen tiefen konjunkturellen Einbruch in Deutschland erfolgreich zu verhindern". Für die Zukunft verwies Ahnen auf die Herausforderungen durch notwendige ökologische Transformation, die Digitalisierung und durch den demografischen Wandel.

"Trotz der andauernden Herausforderungen ist es nach den Krisenjahren umso wichtiger, zur haushaltspolitischen Normalität im Rahmen der Schuldenbremse zurückzukehren", mahnte aber NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU). "Nachhaltige Finanzen sichern angesichts steigender Zinsen die zukünftige Handlungsfähigkeit des Staates und dienen damit dem Prinzip der Generationengerechtigkeit", hob er hervor. Optendrenk verwies auch auf zu erwartende Belastungen durch die Länder-Tarifrunde im Herbst.

Der Stabilitätsrat erwartet für 2023, wie bereits von der Bundesregierung festgestellt, ein gesamtstaatliches Defizit von 4,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Bis 2026 soll dieses auf 0,75 Prozent sinken. Lindner wies allerdings darauf hin, dass im laufenden Jahr die Mittel für die staatlichen Energiebremsen voraussichtlich nicht ausgeschöpft würden, wodurch das Defizit tatsächlich geringer ausfallen dürfte.

Für den wissenschaftlichen Beirat des Stabilitätsrats kritisierte dessen Vorsitzender Thiess Büttner, das den Beratungen teils veraltete Annahmen zugrundelägen. Daraus ergebe sich für 2023 mutmaßlich tatsächlich eine zu pessimistische Einschätzung der Finanzlage, für die Folgejahre allerdings möglicherweise eine zu optimistische Bewertung. Büttner mahnte zudem mehr Transparenz bei der wachsenden Zahl von Extrahaushalten und Sondervermögen an.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Kiew: "Stabile Verbindung" mit Satelliten-Internetdienst Starlink

Die Ukraine verfügt nach Angaben der Regierung in Kiew wieder über eine "stabile Verbindung" zu dem vom US-Unternehmen SpaceX bereit gestellten Satelliten-Internetdienst Starlink, der im Krieg gegen Russland von entscheidender Bedeutung ist und zuletzt mutmaßlich gedrosselt wurde. "Überwachungssysteme verzeichnen eine Erholung der Geschwindigkeit von Starlink", erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara am Samstag. "Die Verbindung ist stabil", fügte er hinzu.

Massendemonstration für Erhalt des staatlichen Rentensystems in Spanien

Gut einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien haben im Zentrum von Madrid mehrere zehntausend Menschen für den Erhalt des staatlichen Rentensystems demonstriert. Der Protestzug führte am Samstag vom Atocha-Bahnhof vorbei am Prado-Museum und der ebenfalls bei Touristen beliebten Plaza de Cibeles, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. "Garantierte Renten", stand unter anderem auf den Transparenten der Demonstrierenden.

Neue Proteste in Frankreich: Mehr als 130 Festnahmen und Einsatz von Tränengas

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen haben in Frankreich die ersten neuen Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten begonnen. Die Sicherheitskräfte nahmen bis zum frühen Samstagnachmittag mehr als 130 Menschen vorübergehend fest. Im südfranzösischen Lyon setzte die Polizei Tränengas ein, um etwa 150 Demonstranten auseinanderzutreiben, die trotz eines Verbots eine Straße blockieren wollten. Landesweit waren rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um befürchtete neue Gewalttaten und Plünderungen zu verhindern.

Tschechiens Parlament stimmt in erster Lesung für Abschaffung von Rundfunkgebühren

Ungeachtet von Protesten und Kritik der Opposition wegen Einschränkung der Pressefreiheit hat das tschechische Abgeordnetenhaus für die Einführung eines neuen Finanzierungssystems für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestimmt. Der Gesetzentwurf, der von der rechtsgerichteten Koalition von Regierungschef Andrej Babis unterstützt wird, wurde am frühen Samstagmorgen im Schnellverfahren in erster Lesung abgesegnet.

Textgröße ändern: