Pallade Veneta - US-Skandal-Abgeordneter Santos angeklagt und festgenommen

US-Skandal-Abgeordneter Santos angeklagt und festgenommen


US-Skandal-Abgeordneter Santos angeklagt und festgenommen
US-Skandal-Abgeordneter Santos angeklagt und festgenommen / Foto: Mandel NGAN - AFP/Archiv

Der wegen zahlreicher Lügen zu seinem Lebenslauf in Verruf geratene US-Skandal-Abgeordnete George Santos ist in 13 Punkten angeklagt und festgenommen worden. Dem 34-jährigen Republikaner werden Betrug, Geldwäsche, ein Diebstahl öffentlicher Gelder und falsche Angaben gegenüber dem Repräsentantenhaus zur Last gelegt, wie die Bundesstaatsanwaltschaft in New York am Mittwoch mitteilte. Santos sollte am Nachmittag (Ortszeit) einer Bundesrichterin in Central Islip auf Long Island vorgeführt werden.

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Laut Staatsanwaltschaft soll der New Yorker Kongress-Neuling unter anderem Wahlkampfspenden für private Ausgaben zweckentfremdet haben, darunter für den Kauf von Designer-Kleidung und für die Begleichung von Schulden. Er soll außerdem vor seiner Zeit als Abgeordneter während der Corona-Pandemie rechtswidrig mehr als 24.000 Dollar (rund 22.000 Euro) Arbeitslosenhilfe beantragt und erhalten haben. Santos wird außerdem zur Last gelegt, gegenüber dem Repräsentantenhaus falsche Angaben zu seinem Einkommen gemacht zu haben.

"Er hat politische Spenden genutzt, um sich die Taschen zu füllen, rechtswidrig Arbeitslosenhilfe beantragt, die an New Yorker hätte gehen sollen, die wegen der Pandemie ihren Job verloren haben, und das Repräsentantenhaus belogen", erklärte Bundesstaatsanwalt Breon Peace. Mit der Anklage solle der Jung-Politiker "zur Verantwortung" gezogen werden. Bei einer Verurteilung drohen Santos nach Angaben der Staatsanwaltschaft für die Hauptanklagepunkte bis zu 20 Jahre Haft.

US-Medien hatten bereits am Dienstag über die Anklage berichtet. Die Anklagepunkte waren aber zunächst unbekannt. Die versiegelte Anklageschrift wurde dann am Mittwoch freigegeben.

Santos war bei den als Midterms bekannten Zwischenwahlen im November erstmals in das Repräsentantenhaus in Washington gewählt worden. In der Folge gab es immer neue Enthüllungen über teils haarsträubende Falschangaben des Politikers unter anderem über seine Hochschulbildung, seinen Berufsweg, seine Familie und seine Religion.

So dichtete Santos sich einen Abschluss von einer Elite-Universität an und behauptete fälschlicherweise, für die Investmentbank Goldman Sachs und den Bankenkonzern Citigroup gearbeitet zu haben. Er behauptete auch fälschlicherweise, seine Mutter habe die Terroranschläge vom 11. September 2001 im World Trade Center überlebt, und bezeichnete sich ebenfalls fälschlicherweise als jüdisch.

Bekannt wurde auch, dass vor einigen Jahren gegen Santos ermittelt wurde, weil er mit ungedeckten Schecks für tausende Dollar Hundewelpen gekauft haben soll. In einem anderen Fall warf ihm ein US-Veteran vor, tausende Dollar entwendet zu haben, die bei einer Online-Spendenaktion für eine Operation seines Hundes gesammelt worden waren. Als Abgeordneter soll er einen Job-Bewerber sexuell belästigt haben. Für Aufsehen sorgte Santos auch, weil er eine Karriere als erfolgreicher Hochschulvolleyballer erfand.

Der Abgeordnete mit brasilianischen Wurzeln hat viele der Lügen zugegeben und davon gesprochen, er habe seinen Lebenslauf "geschönt". Grundsätzlich ist es nicht verboten, die Öffentlichkeit zu belügen.

Santos geriet zwar auch in den eigenen Reihen unter Beschuss, lehnte einen Rücktritt jedoch ab. Ende Januar ließ er aber seine Arbeit in zwei Kongressausschüssen ruhen. Anfang März leitete dann der Ethikausschuss des Repräsentantenhauses eine Untersuchung gegen Santos ein. Mitte April kündigte Santos dennoch an, 2024 für eine Wiederwahl kandidieren zu wollen. Abgeordnete werden in den USA alle zwei Jahre gewählt.

Der Vorsitzende des Kongresskammer, der Republikaner Kevin McCarthy, hat Strafen gegen Santos bislang abgelehnt. Das dürfte auch mit der äußerst knappen Mehrheit der Konservativen im Repräsentantenhaus zusammenhängen: Die Republikaner stellen 222 der 435 Abgeordneten, die Demokraten von Präsident Joe Biden verfügen über 213 Sitze. Die Republikaner können es sich deswegen nicht leisten, Abgeordnete zu verlieren. McCarthy sagte am Dienstagabend, als Medien über die Anklage gegen Santos berichten, er wolle sich zunächst die Anklagepunkte "anschauen".

A.dCosmo--PV

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