Pallade Veneta - Proud-Boys-Anführer Tarrio wegen Kapitol-Erstürmung festgenommen

Proud-Boys-Anführer Tarrio wegen Kapitol-Erstürmung festgenommen


Proud-Boys-Anführer Tarrio wegen Kapitol-Erstürmung festgenommen
Proud-Boys-Anführer Tarrio wegen Kapitol-Erstürmung festgenommen

Wegen der Erstürmung des US-Kapitols im Januar 2021 ist der frühere Chef der rechtsradikalen Gruppierung Proud Boys, Henry "Enrique" Tarrio, festgenommen worden. Der 38-Jährige wurde unter anderem wegen "Verschwörung zur Behinderung eines offiziellen Vorgangs" angeklagt, wie Bundesstaatsanwalt Matthew Graves am Dienstag in Washington mitteilte.

Textgröße ändern:

Die Justiz wirft dem in Miami festgenommenen Tarrio demnach zwar nicht vor, persönlich an der Kapitol-Erstürmung teilgenommen zu haben. Er habe aber die Planungen für den Angriff geleitet und während der Attacke in Kontakt zu anderen Mitgliedern der Proud Boys gestanden, die in das Kapitol eingedrungen seien.

Tarrio war zwei Tage vor der Kapitol-Erstürmung festgenommen worden, weil er eine Fahne der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter verbrannt hatte. Der Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump kam dann zunächst unter der Auflage frei, sich aus Washington fernzuhalten.

Tarrio ist bereits der zweite bekannte Rechtsextremen-Anführer, der wegen der Kapitol-Erstürmung festgenommen und angeklagt wurde. Vor zwei Monaten wurde der Gründer der rechtsextremen Gruppierung Oath Keepers, Stewart Rhodes, inhaftiert.

Hunderte radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol am 6. Januar 2021 erstürmt, als dort der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zertifiziert werden sollte. Der Sturm auf den Sitz des Kongresses mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. In der Folge wurden mehr als 750 Menschen festgenommen.

Im Zuge der juristischen Aufarbeitung der Kapitol-Erstürmung sind schon mehrere Angreifer zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, unter ihnen der mit seiner Büffelhorn-Fellmütze als "QAnon-Schamane" bekannt gewordene Jacob Chansley. Die Haftstrafen wurden jeweils verhängt, nachdem die Angeklagten sich schuldig bekannt hatten. Es gab in diesen Fällen deswegen keine Strafprozesse.

Am Dienstag wurde nun erstmals in einem Strafprozess ein Kapitol-Angreifer verurteilt. Der 49-jährige Guy Reffitt aus dem Bundesstaat Texas, ein Mitglied der rechten Miliz Three Percenters, wurde unter anderem schuldig gesprochen, eine Schusswaffe nach Washington mitgebracht, Polizisten angegriffen und einen offiziellen Vorgang behindert zu haben. Das Strafmaß soll im Juni verkündet werden. Theoretisch drohen Reffitt bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Videos zeigen, wie der Ölarbeiter sich auf den Stufen des Kapitols Auseinandersetzungen mit Polizisten lieferte und andere Angreifer anspornte. Die Anklage hatte Reffitt während des Prozesses als "Speerspitze dieses Mobs" bezeichnet. "Er hat das Streichholz angezündet, das das Feuer entfacht hat."

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Vor Wahl in Rheinland-Pfalz verspricht CDU-Kandidat mehr Anstrengungen für Winzer

Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag hat CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder für den Fall eines Wahlsiegs mehr Anstrengungen für den Erhalt des Weinbau angekündigt. "Wir müssen endlich etwas machen", sagte Schnieder am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Finanziell wie personell müsse was passieren. So müssten im Steillagenweinbau die Zuschüsse für die Winzer erhöht werden. Andernfalls würden dort bald Brombeerhecken gepflanzt - "dann ist das nicht mehr die Kulturlandschaft, die wir kennen".

Netanjahu: "Iran wird dezimiert" - Teheran greift erneut Ziele in den Golfstaaten an

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sieht den Iran knapp drei Wochen nach Beginn der Luftangriffe Israels und der USA stark geschwächt. "Wir gewinnen und der Iran wird dezimiert", sagte Netanjahu am Donnerstagabend bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Mehrere Golfstaaten meldeten derweil erneut iranische Angriffe auf ihre Territorien. Die Staats- und Regierungschefs der EU forderten einen Stopp von Angriffen auf Energieanlagen.

Venezuelas Übergangspräsidentin tauscht die gesamte Armeeführung aus

Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hatte alle hochrangigen Armeekommandanten des südamerikanischen Landes entlassen und ihre Posten neu besetzt. "Ich gebe die Ernennung des neuen Oberkommandos der Streitkräfte bekannt", erklärte Rodríguez am Donnerstag (Ortszeit) in Onlinediensten. Am Mittwoch hatte sie bereits den langjährigen Verteidigungsminister Vladimir Padrino López entlassen, der ein enger Vertrauter des bei einem US-Militäreinsatz gefangengenommenen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro war.

Brandmauer-Debatte: SPD wirft EVP-Chef Weber "Eiertanz" vor

In der Brandmauer-Debatte über das Verhältnis der Europäischen Volkspartei (EVP) zu Formationen vom äußeren rechten Rand hat SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf heftige Kritik an EVP-Chef Manfred Weber geübt. "Manfred Weber setzt auf Eiertanz statt klarer Kante", sagte Klüssendorf den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgabe). "Er hält sich bewusst nicht an den Brandmauer-Beschluss der Union, sondern will punktuell mit Rechtsextremen im Europäischen Parlament, auch aus der AfD, zusammenarbeiten", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: