Pallade Veneta - Verbände schlagen Alarm wegen Koalitionsabsprache zur Kindergrundsicherung

Verbände schlagen Alarm wegen Koalitionsabsprache zur Kindergrundsicherung


Verbände schlagen Alarm wegen Koalitionsabsprache zur Kindergrundsicherung
Verbände schlagen Alarm wegen Koalitionsabsprache zur Kindergrundsicherung / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Verabredungen innerhalb der Regierungskoalition zur geplanten Kindergrundsicherung lösen bei Sozialverbänden große Besorgnis aus. "Die 'Ampel' muss sich aufraffen, deutlich mehr Geld für die Kindergrundsicherung auszugeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Dienstag. "Wer sonst gern mit Wumms und Doppel-Wumms agiert, darf nicht auf Kosten armer Kinder sparen."

Textgröße ändern:

Schneider bezog sich auf die Verabredung der Koalition, für die Kindergrundsicherung in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes zunächst nur zwei Milliarden Euro pro Jahr vorzusehen. Laut Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) handelt es sich dabei um einen "Merkposten" - die endgültige Summe werde in ihrem Gesetzentwurf stehen, der im kommenden Monat vorgelegt werde. Paus hatte zuletzt von rund zwölf Milliarden Euro gesprochen.

Die Verbände befürchten aber, dass es bei den zwei Milliarden bleiben könnte. "Mit zwei Milliarden Euro mehr im Jahr beseitigen Sie keine Kinderarmut. Das ist ausgeschlossen", sagte Schneider.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, Daniel Grein, kritisierte die Höhe des "Merkpostens" ebenfalls. "Wir haben auch drei Milliarden für den Tankrabatt ausgegeben, oder zehn Milliarden möchte Herr Lindner für eine Aktienrente ausgeben", sagte Grein im Radiosender NDR Info. "Also, die Gelder, die er für die Kindergrundsicherung nicht sieht in seinem Haushalt, sind woanders offensichtlich schon da."

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, erklärte in Berlin, nötig sei "eine Kindergrundsicherung, die so hoch ist, dass alle Kinder wirklich finanziell abgesichert werden". Die zwei Milliarden Euro seien "deutlich zu wenig und weit davon entfernt, dass Kinder in ihrer Lebensrealität eine deutliche Verbesserung spüren würden".

Es sei "komplett falsch", beim Kampf gegen Kinderarmut "den Rotstift" zu zücken, warnte Bentele. "Am Wohlergehen von Kindern darf nicht gespart werden."

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) betonte hingegen in der "Bild"-Zeitung vom Dienstag, die Bundesregierung habe bereits "die Förderung von Familien massiv ausgebaut". Das werde auch fortgesetzt. "Aber irgendwann stellt sich die Frage, ob zusätzliches Geld nicht besser an die Schulen gehen sollte statt auf das Konto der Eltern", sagte Lindner.

D.Bruno--PV

Empfohlen

AfD-Nachwuchskongress in Magdeburg: Schmähungen und Forderung nach "Remigration"

Eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt hat sich die Nachwuchsorganisation der AfD bei ihrem Bundeskongress in Magdeburg mit scharfen völkischen Parolen positioniert. Der Vorsitzende der Generation Deutschland (GD), Jean-Pascal Hohm, forderte am Samstag die millionenfache Rückführung von zugewanderten Menschen. "Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben, dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar", sagte er. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zeigte sich überzeugt von einem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: "Wir werden hier Geschichte schreiben."

AfD-Nachwuchskongress in Magdeburg: Forderung nach massenhafter "Remigration"

Eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt hat sich die Nachwuchsorganisation der AfD bei ihrem Bundeskongress in Magdeburg mit scharfen völkischen Parolen positioniert. Der Vorsitzende der Generation Deutschland (GD), Jean-Pascal Hohm, forderte die millionenfache Rückführung von zugewanderten Menschen. "Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben, dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar", sagte er. Hohm und weitere Redner zeigten sich überzeugt, dass die AfD nach der Wahl in Sachsen-Anhalt regieren und damit Geschichte schreiben wird.

Mindestens 37 Tote bei russischem Drohnenangriff auf Munitionslager nahe Kiew

Ein russischer Drohnenangriff hat in einem Munitionslager nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Großbrand und zahlreiche Explosionen ausgelöst. Mindestens 37 Menschen kamen ums Leben, wie Regionalgouverneur Tymur Tkatschenko am Samstag berichtete. In dem Depot sei Munition für die ukrainische Armee gelagert gewesen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Er kündigte an, die Verantwortlichen für die verbotene Waffenlagerung nahe Wohngebieten zur Rechenschaft zu ziehen.

Isländer entscheiden über Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen

Die Isländer haben am Samstag in einem Referendum über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union abgestimmt. Umfragen sahen ein knappes Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern einer EU-Annäherung bei der Volksabstimmung voraus. Ergebnisse wurden in der Nacht zum Sonntag erwartet.

Textgröße ändern: