Pallade Veneta - Israelische Armee beginnt mit Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin

Israelische Armee beginnt mit Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin


Israelische Armee beginnt mit Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin
Israelische Armee beginnt mit Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin / Foto: RONALDO SCHEMIDT - AFP

Die israelische Armee hat den Rückzug aus dem Flüchtlingslager der Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland eingeleitet. Die Streitkräfte hätten "mit dem Abzug begonnen", sagte ein Armeesprecher am Dienstagabend, ohne weitere Angaben zu machen. Bei dem Einsatz in Dschenin wurde ein israelischer Soldat erschossen, wie die Armee mitteilte. Vom Gazastreifen aus seien fünf Raketen auf Israel abgefeuert worden, die abgefangen worden seien.

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Die israelische Armee teilte mit, ein Unteroffizier sei am Dienstagabend während des Einsatzes gegen "terroristische Infrastruktur" im Lager Dschenin erschossen worden. Es sei mit "scharfer Munition" auf ihn geschossen worden. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei dem zweitägigen israelischen Einsatz insgesamt zwölf Palästinenser getötet.

Das israelische Fernsehen zeigte Bilder von Militärfahrzeugen bei der Rückkehr auf israelisches Territorium. Die Militäraktion in Dschenin, einer Hochburg radikaler Palästinensergruppen, war am Montag von der rechtsgerichteten israelischen Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angeordnet worden. "Wir werden es nicht zulassen, dass Dschenin wieder ein Unterschlupf für den Terrorismus wird", sagte Netanjahu am Dienstag beim Besuch einer Militärbasis in der Nähe von Dschenin.

"Fünf Raketen wurden vom Gazastreifen auf israelisches Territorium abgefeuert", erklärte die Armee am Mittwochmorgen. Die israelische Luftabwehr habe alle Raketen erfolgreich abgefangen. In der südlichen Stadt Sderot habe es Sirenenalarm gegeben.

Der Norden des seit 1967 von Israel besetzten Westjordanlands ist seit einiger Zeit immer wieder Schauplatz von Angriffen auf Israelis, aber auch von Gewalt radikaler jüdischer Siedler gegen Palästinenser.

Nach palästinensischen Angaben handelte es sich um den massivsten Armeeeinsatz seit fünf Jahren. Die Armee machte dabei eigenen Angaben zufolge in Dschenin unter anderem sechs Anlagen zur Herstellung von Sprengstoff und drei Einsatzzentralen unbrauchbar. Zudem hätten die Einsatzkräfte eine große Anzahl an Waffen beschlagnahmt.

Rund 3000 der 18.000 Einwohner des Flüchtlingslagers flohen am Montagabend vor den Kämpfen. Sie sollen nach Angaben des Vize-Gouverneurs von Dschenin, Kamal Abu al-Rub, vorläufig in Schulen und anderen Notunterkünften untergebracht werden.

Am Dienstag hatte ein nach israelischen Polizeiangaben aus dem Westjordanland stammender Mann in Tel Aviv sieben Menschen bei einem Attentat mit einem Wagen und dann mit einer Stichwaffe verletzt, bevor ein bewaffneter Passant ihn erschoss.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich bereits zu Beginn des vergangenen Jahres verschärft. Unter der Regierung Netanjahu und seinen teils rechtsextremen Koalitionspartnern aber hat die Gewalt nochmals zugenommen. Seit Jahresbeginn wurden mindestens 190 militante und zivile Palästinenser, 26 Israelis, ein Ukrainer und ein Italiener getötet, wie eine Zählung von AFP auf Grundlage offizieller Quellen ergibt.

B.Fortunato--PV

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