Pallade Veneta - Mindestens vier Tote bei Angriff auf Wohngebiet im westukrainischen Lwiw

Mindestens vier Tote bei Angriff auf Wohngebiet im westukrainischen Lwiw


Mindestens vier Tote bei Angriff auf Wohngebiet im westukrainischen Lwiw
Mindestens vier Tote bei Angriff auf Wohngebiet im westukrainischen Lwiw / Foto: YURIY DYACHYSHYN - AFP

Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebiet der westukrainischen Stadt Lwiw sind am Donnerstag mindestens vier Menschen getötet worden. Mehr als 30 weitere Menschen wurden verletzt, wie der Rettungsdienst mitteilte. Nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj war es der größte Angriff auf zivile Infrastruktur in Lwiw seit Beginn der russischen Invasion. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte eine "handfeste Reaktion" an und klagte erneut über zu langsame westliche Waffenlieferungen.

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Der Angriff habe ein Wohnhaus getroffen und den dritten und vierten Stock komplett zerstört, teilte Innenminister Ihor Klymenko im Messengerdienst Telegram mit. Rettungskräfte bemühten sich darum, Menschen aus den Trümmern zu befreien. Mehr als 50 Wohnungen seien zerstört worden, erklärte Bürgermeister Sadowyj auf Telegram. Beschädigt wurden demnach auch ein Wohnheim der Polytechnischen Universität, eine Schule und ein Bürogebäude.

"Ich bin von der ersten Explosion aufgewacht, aber wir hatten keine Zeit, die Wohnung zu verlassen", berichtete die 37-jährige Bewohnerin Olja. "Es gab eine zweite Explosion, die Decke begann einzustürzen und meine Mutter wurde sofort getroffen." Sie sei zum Fenster gelaufen, habe um Hilfe geschrien und sei von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht worden. Bei ihrer Rückkehr habe sie erfahren, dass ihre Mutter und ihre Nachbarn gestorben seien.

Auf Video-Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP sind Einsatzkräfte zu sehen, die Schutt aus dem Fenster einer völlig zerstörten Wohnung werfen. Vor den Häusern in der Wohnstraße liegen Trümmer, am Straßenrand stehen zerbeulte und von Staub bedeckte Autos.

"Folgen des nächtlichen Angriffs russischer Terroristen", schrieb Präsident Selenskyj zu einem Telegram-Video, das ein zerstörtes Gebäude zeigt. "Leider gibt es Verletzte und Tote... Es wird auf jeden Fall eine Reaktion auf den Feind geben. Eine handfeste."

Unklar war zunächst, wie viele Raketen auf Lwiw abgefeuert wurden. Der Gouverneur Maksym Kosyzki hatte in der Nacht unter Berufung auf das Luftwaffenkommando der Ukraine gewarnt, auf die Regionen im Westen der Ukraine bewegten sich "mehrere" Raketen zu.

Lwiw liegt hunderte Kilometer von der Front entfernt im Westen der Ukraine, die Stadt und ihre Umgebung waren seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 dennoch wiederholt Ziel von Angriffen. In der Nacht zum 20. Juni war laut Kosyzki "wichtige Infrastruktur" in der Stadt von Drohnen getroffen worden.

Die Ukraine hat ihre Luftabwehrsysteme mithilfe von Waffenlieferungen aus dem Westen gestärkt; die Zahl russischer Raketen und Drohnen, welche die Luftverteidigung durchbrechen, hat seitdem abgenommen. Der Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ignat, warnte zuletzt jedoch, die gelieferten Systeme reichten nicht aus, um das ganze Land ausreichend zu schützen.

Selenskyj sagte in einem CNN-Interview, zu langsame Waffenlieferungen des Westens hätten auch den Beginn der ukrainischen Gegenoffensive verzögert und es Russland ermöglicht, seine Verteidigung in den besetzten Gebieten zu festigen, unter anderem mit Minen.

Die Gegenoffensive komme "aufgrund bestimmter Schwierigkeiten auf dem Schlachtfeld" nicht schneller voran, sagte der ukrainische Präsident dem US-Sender. "Dort ist alles stark vermint." Aus diesem Grund hätte er sich einen deutlich früheren Beginn der Offensive gewünscht. Er habe die USA und Europa daher immer wieder dazu gedrängt, die dafür notwendigen Waffen und Materialien zu liefern. "Warum? Ganz einfach, weil es langsamer vorangeht, wenn wir später anfangen, und wir Verluste erleiden werden, weil alles stark vermint ist", sagte Selenskyj.

Am Donnerstag traf Selenskyj zu einem Besuch in Bulgarien ein. Auch in Sofia dürfte es um eine Beschleunigung von Waffenlieferungen gehen. Das EU-Mitglied Bulgarien, ebenso wie die Ukraine Schwarzmeeranrainer, ist ein klarer Unterstützer Kiews im russischen Angriffskrieg.

U.Paccione--PV

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