Pallade Veneta - Lindner strebt "sichtbare Aufwüchse" im Verteidigungshaushalt an

Lindner strebt "sichtbare Aufwüchse" im Verteidigungshaushalt an


Lindner strebt "sichtbare Aufwüchse" im Verteidigungshaushalt an
Lindner strebt "sichtbare Aufwüchse" im Verteidigungshaushalt an / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will Deutschlands Verteidigungsausgaben nicht wieder unter das Nato-Ziel von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung fallen lassen, wenn das Sondervermögen für die Bundeswehr aufgebraucht ist. "Das wird nicht passieren", sagte Lindner in seinem am Donnerstag veröffentlichten Podcast. Seine Absicht sei, dass es "in den nächsten Jahren sichtbare Aufwüchse" auch im eigentlichen Verteidigungshaushalt gebe, um dies zu verhindern.

Textgröße ändern:

Die Nato fordert von ihren Mitgliedstaaten vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs Verteidigungsausgaben von mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Bundesregierung will nun im kommenden Jahr erstmals auf diesen Wert kommen. Dies soll durch das nach Beginn des russischen Angriffskriegs beschlossene Sondervermögen für die Bundeswehr von 100 Milliarden Euro möglich werden.

Offen ist in der Haushaltsplanung bisher jedoch, was passiert, wenn das Sondervermögen aufgebraucht ist. Lindners Finanzplan sieht bis 2027 bislang einen praktisch unveränderten regulären Verteidigungshaushalt von rund 52 Milliarden Euro vor. Es würden nach Ausgabe des Sondervermögens laut Experten dann etwa 35 Milliarden Euro fehlen, um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen.

Lindner wies zurück, dass Deutschland dann wieder hinter die Nato-Vorgabe zurückfallen werde. "Es wird nicht so sein, wir machen zwei Prozent und dann plumpsen wir zurück auf 1,4, wenn das Sondervermögen aufgebraucht ist", sagte er in dem Podcast. "Das wird sichergestellt."

Genauere Angaben, ab wann es dafür Zuwächse im eigentlichen Verteidigungshaushalt geben solle, machte Lindner nicht. Derzeit sei der Aufwuchs jedenfalls noch nicht möglich, sagte der Finanzminister. Nötig sei zunächst eine "Umsteuerungszeit", in der die Voraussetzungen für die höheren Haushaltsausgaben im Verteidigungsbudget geschaffen würden.

"Wir müssen uns gewissermaßen, um die zwei Prozent aus dem Haushalt zu bestreiten, erst über einige Jahre Anlauf erarbeiten", sagte Lindner. Er verwies auf die nötige Rückkehr zur Normalität nach den hohen und über Schulden finanzierten Ausgaben in der Pandemie und gegen den Energiepreisschock bei nun wieder steigenden Zinsen.

C.Conti--PV

Empfohlen

Ukrainischer Ex-Minister Fedorow wird Berater für militärische Innovationen in Italien

Der aus dem Amt gedrängte ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow wird "Berater für Innovationen in der Verteidigung" des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto. Dieser habe ihm die Stelle angeboten, erklärte Fedorow am Freitag in Onlinediensten. "In dieser Funktion werde ich Italien dabei unterstützen, Technologien für die moderne Kriegsführung zu entwickeln." Gleichzeitig werde er weiter "an Projekten zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit" der Ukraine arbeiten.

Polens Regierung kritisiert hohe Kosten durch Vetos des Präsidenten

Die liberal-konservative polnische Regierung hat die hohen Kosten kritisiert, die dem Land wegen der häufigen Vetos des konservativen Präsidenten Karol Nawrocki gegen Reformvorhaben entstünden. Dessen Einsprüche gegen Gesetzesvorhaben hätten bereits Verluste in Höhe von acht Milliarden Zloty (umgerechnet 1,85 Milliarden Euro) verursacht, erklärte Finanzminister Andrzej Domanski bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2027 am Freitag. Nawrocki verhalte sich "unverantwortlich".

Israel meldet Tötung von drei militanten Kämpfern im Westjordanland

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff am Stadtrand von Dschenin im Norden des besetzten Westjordanlands drei militante Kämpfer getötet. "Drei Terroristen wurden im Raum Dschenin eliminiert", erklärte das israelische Militär am Freitag. Einer der Getöteten sei der Hamas-Aktivist Kais Bitawi, der an der "Planung, Finanzierung und Ausführung von Angriffen auf israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte" beteiligt gewesen sei.

"Marsch auf Washington": Hunderte demonstrieren gegen Wahlrechtseinschränkungen durch Trump

In der US-Hauptstadt Washington haben hunderte Menschen gegen Wahlrechts-Einschränkungen unter Präsident Donald Trump demonstriert. Zu der Kundgebung unter dem Motto "Defend the vote" (Verteidigt das Wahlrecht) hatten Bürgerrechtsaktivisten und Oppositionspolitiker aufgerufen. Der sogenannte "Marsch auf Washington" fand am 63. Jahrestag der Rede von Martin Luther King statt, in der er mit den Worten "I have a dream" (Ich habe einen Traum) Gleichstellung eingefordert hatte.

Textgröße ändern: