Pallade Veneta - Bolsonaro der Veruntreuung ausländischer Staatsgeschenke verdächtigt

Bolsonaro der Veruntreuung ausländischer Staatsgeschenke verdächtigt


Bolsonaro der Veruntreuung ausländischer Staatsgeschenke verdächtigt
Bolsonaro der Veruntreuung ausländischer Staatsgeschenke verdächtigt / Foto: Douglas Magno - AFP/Archiv

Die brasilianische Bundespolizei verdächtigt Mitarbeiter des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, Geschenke aus dem Ausland zur "unerlaubter Bereicherung" Bolsonaros weiterverkauft zu haben. Die gesammelten Beweise zeigten, dass es während Bolsonaros Präsidentschaft ein Netzwerk gegeben habe, dass ihm angebotene hohe Vermögenswerte abgezweigt habe, hieß es in einem Urteil eines Obersten Richters vom Freitag. Zuvor hatte es bei ehemaligen Mitarbeitern des rechtsradikalen Ex-Staatschefs Durchsuchungen gegeben.

Textgröße ändern:

Der Ermittler berichteten von Waren, die Ende vergangenen Jahres in einem Koffer im Präsidentenflugzeug transportiert wurden. Damals war Bolsonaro, zwei Tage vor der Vereidigung seines linksgerichteten Nachfolgers Inácio Lula da Silva, in den US-Bundesstaat Florida ausgereist. Zu den Staatsgeschenken im Koffer gehörten demnach zwei Skulpturen von der Regierung von Bahrain, aber auch Herrenschmuck aus Saudi-Arabien.

Einer der Verdächtigen, der Bolsonaro-Vertraute Mauro Cid, sitzt bereits seit Mai im Gefängnis. Cid wurde im Zusammenhang mit einem anderen Fall festgenommen, in dem es um die mutmaßliche Fälschung von Corona-Impfbescheinigungen geht. Den Ermittlern zufolge erwähnte Cid in einer Sprachnachricht "25.000 Dollar in bar", die nach dem Verkauf bestimmter Waren für den Ex-Präsidenten bestimmt gewesen seien.

Die Anwälte des ehemaligen Präsidenten wiesen die Vorwürfe zurück. Sie teilten in einer auf der Nachrichtenseite G1 veröffentlichten Erklärung mit, Bolsonaro habe sich "niemals" öffentliches Eigentum angeeignet oder veruntreut.

Der Fall um Geschenke aus dem Ausland an Bolsonaro war im März aufgekommen. Damals hatte die Zeitung "Estado de S. Paulo" berichtet, hochrangige Beamten hätten versucht, von Saudi-Arabien geschenkten Schmuck illegal einzuschmuggeln. Der fragliche Schmuck wurde im Oktober 2021 vom Zoll beschlagnahmt, darunter Diamanten, die für die damalige First Lady Michelle Bolsonaro bestimmt gewesen sein sollen. Bolsonaro hatte bei einer Vernehmung zu dem Vorfall jegliche strafbare Handlung bestritten.

Nach Angaben des brasilianischen Rechnungshofs darf das Staatsoberhaupt am Ende seiner Amtszeit nur Geschenke "sehr persönlicher Natur oder von geringem Geldwert" behalten.

Bolsonaros Präsidentschaft war von Skandalen geprägt, unter anderem von seinem Missmanagement in der Corona-Pandemie. Wegen seiner unbewiesenen Behauptungen über massiven Betrug im Wahlsystem des Landes wurde der rechtsradikale Ex-Staatschef für acht Jahre von allen politischen Ämtern ausgeschlossen.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Grüne fordern Pflanzung einer Million Bäume und mehr Hitzeschutz

Angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise fordern die Grünen, den Schutz vor extremer Hitze stärker als bisher zur Priorität zu machen. "Wir wollen die Neupflanzung von mindestens einer Million zusätzlicher Straßenbäume in unseren Städten und Gemeinden bis 2030 aus Bundesmitteln finanzieren", heißt es in einem Beschluss des Bundesvorstands auf dessen Klausurtagung am Freitag in Berlin.

Unterlassene Hilfeleistung: Wann Sie helfen müssen und welche Risiken bestehen

Wer in einer Notlage nicht hilft, macht sich strafbar. Doch was genau verlangt das Gesetz von Passanten? Rechtsanwältin Leonora Holling und Rechtsanwalt Christian Rode klären auf: Hilfe muss möglich und zumutbar sein, doch wer handelt, ist vor Haftungsrisiken weitgehend geschützt.

Neue Berechnung: Deutschland droht 2026 Klimaziel zu verfehlen

Deutschland droht 2026 anders als in den Vorjahren sein gesetzliches Klimaziel zu verfehlen. Das geht aus am Freitag veröffentlichten Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende auf Basis vorläufiger Daten hervor. Demnach nahmen die Treibhausgasemissionen im ersten Halbjahr zwar weiter ab, jedoch nur geringfügig um sieben Millionen CO2-Äquivalente. Zudem sei der Rückgang in erster Linie auf die schwierige Wirtschaftslage und auf Preiseffekte zurückzuführen.

Brosius-Gersdorf kritisiert Richterwahl in neuem Buch

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf hat ein neues Buch veröffentlicht, in dem sie ihre abgelehnte Nominierung zur Richterin am Bundesverfassungsgericht thematisiert. Sie wirft der Politik vor, die Grenzen der juristischen Vernunft zu überschreiten und ihre wissenschaftlichen Standpunkte als Hindernis für das Amt zu nutzen.

Textgröße ändern: