Pallade Veneta - Keine Überreste deutscher Wehrmachtssoldaten bei Grabung in Südfrankreich gefunden

Keine Überreste deutscher Wehrmachtssoldaten bei Grabung in Südfrankreich gefunden


Keine Überreste deutscher Wehrmachtssoldaten bei Grabung in Südfrankreich gefunden
Keine Überreste deutscher Wehrmachtssoldaten bei Grabung in Südfrankreich gefunden / Foto: PASCAL LACHENAUD - AFP

Ausgrabungen nahe des südfranzösischen Ortes Meymac haben keine Hinweise auf dort vermutete Überreste von rund 30 Wehrmachtssoldaten ergeben, die vor 79 Jahren von Widerstandskämpfern erschossen worden waren. Das als mögliche Grube identifizierte Stück Waldboden sei "leer", teilte die Präfektur Corrèze am Donnerstag mit.

Textgröße ändern:

Schilderungen des letzten Überlebenden einer französischen Widerstandsgruppe sowie Bodenanalysen hatten die am 16. August begonnenen Grabungen an einem bewaldeten Hügel veranlasst. Vermutet wurde ein Massengrab: Französische Widerstandskämpfer hatten 46 Wehrmachtssoldaten und eine der Kollaboration beschuldigte Französin am 12. Juni 1944 in einem Waldstück nahe Meymac erschossen.

In dem Waldgebiet fand das deutsch-französische Archäologenteam dann aber lediglich 20 Kugeln und Patronenhülsen von französischen, deutschen, US- und schweizerischen Waffen aus der Zeit vor 1944 sowie Münzen aus der Zeit. Dies lege die "Anwesenheit einer Gruppe von Widerstandskämpfern an diesem Ort im Jahr 1944" nahe, teilte die Präfektur mit. An den Objekten seien aber ebenfalls keine Spuren menschlicher Überreste entdeckt worden.

Die Vermutung einer Grube bestätigte sich ebenfalls nicht. Gesteinsadern in einer Tiefe von 1,70 Meter "könnten die an dieser Stelle aufgezeichneten Radarechos erklären", erläuterte die Präfektur. Die Daten aus den Radar- und Bodenuntersuchungen sollen demnach trotzdem weiter ausgewertet werden.

Deutsche Soldaten hatten in der Region schwere Kriegsverbrechen begangen: Im 50 Kilometer südwestlich von Meymac gelegenen Tulle erhängten SS-Soldaten am 9. Juni 1944 99 Zivilisten an Balkonen und Laternen. Eine andere SS-Einheit verübte am 10. Juni in dem Ort Oradour-sur-Glane das schlimmste Massaker des Zweiten Weltkriegs in Westeuropa mit 643 Toten.

1967 hatte es bereits eine erste Grabung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegeben. Dabei wurden die Überreste von elf deutschen Soldaten geborgen. Sie wurden auf einem deutschem Soldatenfriedhof in Westfrankreich bestattet.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Union und SPD schließen Fraktionsklausur zu Reformen in Münster ab

Die Regierungsfraktionen Union und SPD schließen am Freitag in Münster ihre Klausurtagung ab. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU), der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann treten am frühen Nachmittag vor die Presse, um über die Ergebnisse zu informieren (13.30 Uhr). Geplant war die Verabschiedung von zwei Beschlüssen zu Resilienz und innerer Sicherheit sowie zu den bis Jahresende anstehenden Reformvorhaben etwa bei Pflege und Rente.

Dobrindt empfängt Ostsee-Innenminister in Flensburg

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) berät am Freitag mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus den Ostsee-Anrainerstaaten über die Abwehr hybrider Bedrohungen (09.45 Uhr). Bei dem Treffen in der Marineschule in Flensburg soll es nach Angaben von Dobrindts Ministerium darum gehen, gemeinsam "Strategien für eine bessere Aufklärung, Abschreckung und Abwehr" zu beraten. "Fremde Mächte versuchen täglich, Demokratie, Sicherheit und Wirtschaftskraft in der EU anzugreifen und zu schwächen", hieß es in einer Erklärung.

Misstrauensvotum gegen Regierungschef Voigt auf AfD-Antrag in Thüringer Landtag

Der Thüringer Landtag stimmt am Freitag (09.00 Uhr) über ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) ab. Die AfD brachte bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr einen solchen Antrag gegen Voigt ein. AfD-Fraktionschef Björn Höcke begründete dies unter anderem mit dem Entzug von Voigts Doktortitel durch die Technische Universität Chemnitz und einem dadurch entstandenen Vertrauensverlust.

Zentralratschef Schuster warnt eindringlich vor AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eindringlich vor der AfD gewarnt. Der dortige Urnengang am 6. September werde "für das demokratische Zentrum unseres Landes zur Bewährungsprobe", sagte Schuster dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). AfD-Politiker wie der dortige Spitzenkandidat Ulrich Siegmund oder Landes-Vize Hans-Thomas Tillschneider seien "erklärte Gegner unserer offenen Gesellschaft".

Textgröße ändern: