Pallade Veneta - Johnson-Vertraute tritt als Abgeordnete in Großbritannien zurück

Johnson-Vertraute tritt als Abgeordnete in Großbritannien zurück


Johnson-Vertraute tritt als Abgeordnete in Großbritannien zurück
Johnson-Vertraute tritt als Abgeordnete in Großbritannien zurück / Foto: Daniel LEAL - AFP

Ein Rücktritt mit Folgen: Eine enge Vertraute des früheren britischen Premierministers Boris Johnson ist am Samstag offiziell als Abgeordnete zurückgetreten - in ihrem Wahlkreis müssen sich die konservativen Tories daher womöglich in den kommenden Wochen einer weiteren Nachwahl stellen. In ihrem in Onlinenetzwerken veröffentlichten Rücktrittsschreiben beschuldigte die frühere Kulturministerin Nadine Dorries Regierungschef Rishi Sunak, "die Grundprinzipien des Konservatismus" aufgegeben zu haben. Zudem warf sie Sunak vor, hinter Angriffen gegen sie zu stecken.

Textgröße ändern:

Die "eindeutig inszenierten und fast täglichen persönlichen Angriffe" zeigten, auf welch "erbärmliches Niveau sich Ihre Regierung herabgelassen hat", schrieb sie. Sie habe deswegen bereits mehrfach die Polizei einschalten müssen.

Dorries hatte ihren Rücktritt bereits im Juni angekündigt, war aber als Abgeordnete im Parlament geblieben. Außer Dorries legten damals auch Ex-Premier Johnson und der Johnson-Vertraute Nigel Adams ihre Abgeordnetenmandate nieder.

Ihr Rückzug aus dem Parlament hatte im Juli Nachwahlen in den entsprechenden Wahlkreisen erforderlich gemacht. Dabei konnten die Tories aber nur einen von drei Wahlkreisen halten. In den anderen beiden Wahlkreisen mussten sie herbe Niederlagen einstecken.

Die Nachwahlen in den drei Wahlkreisen galten als wichtiger Stimmungstest vor den Parlamentswahlen im nächsten Jahr. Die Tories sind seit 13 Jahren in Großbritannien an der Macht, haben aber nach diversen Skandalen und Führungswechseln deutlich an Zustimmung eingebüßt. In aktuellen Umfragen liegen sie mit großem Abstand hinter der oppositionellen Labour-Partei.

Vor einem Jahr hatte Johnson nach einer Reihe von Skandalen, darunter unerlaubte Partys während des Corona-Lockdowns am Regierungssitz, zurücktreten müssen; im Zusammenhang mit dem Partygate-Skandal legte er auch sein Abgeordnetenmandat nieder.

Zuvor hatte er seinem Nachfolger Sunak eine Liste mit Nominierungen für das britische Oberhaus übergeben - eine übliche Gepflogenheit scheidender Regierungschefs. Sie empfehlen damit routinemäßig Berater und enge politische Mitarbeiter für Ehrungen oder den Aufstieg in das nicht gewählte House of Lords.

Die Ernennungskommission des Oberhauses (Holac) hatte acht von Johnson gemachte Vorschläge abgelehnt, sich jedoch nicht dazu geäußert, um wen es sich dabei handelte. Debbies, deren Name überraschenderweise nicht auf der Liste stand, warf Sunak daraufhin vor, ihn vor der Holac-Überprüfung daraus entfernt zu haben.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Treffen in Istanbul: Außenminister fordern Deeskalation im Iran-Krieg und Hormus-Öffnung

Bei einem Treffen in Istanbul haben Außenminister aus acht Ländern für eine diplomatische Lösung der Konflikte in der Golfregion geworben und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Es herrsche Einigkeit, "dass Diplomatie und Dialog der einzige Weg nach vorn sind", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan zum Abschluss der Beratungen am Freitag. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte den Iran und die Huthi-Miliz auf, ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt einzustellen.

Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die Behörden mitteilten. Jordaniens Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten".

Zwei israelische Soldaten im Westjordanland getötet - Netanjahu droht mit Großoffensive

Zwei bewaffnete Palästinenser haben an einem Kontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden Angreifer wurden bei dem Schusswechsel am Freitag getötet, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte als Reaktion auf den Angriff an, das Westjordanland "vollständig" abzuriegeln. Außerdem drohte er eine großangelegte Militäroffensive an, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen

Kurz vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November sorgen gefälschte Meinungsumfragen für Unruhe. Das selbst ernannte Umfrageinstitut Wedgewood Polls räumte ein, dass seine Zahlen größtenteils frei erfunden waren. Die "New York Times" und andere Medien entfernten die Erhebungen daraufhin von ihren Webseiten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Häme. "Die New York Times ist erwischt worden!", schrieb er am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Textgröße ändern: