Pallade Veneta - Mehrheit gesetzlich Versicherter ist mit Gesundheitspolitik nicht zufrieden

Mehrheit gesetzlich Versicherter ist mit Gesundheitspolitik nicht zufrieden


Mehrheit gesetzlich Versicherter ist mit Gesundheitspolitik nicht zufrieden
Mehrheit gesetzlich Versicherter ist mit Gesundheitspolitik nicht zufrieden / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Die Mehrheit der gesetzlich Versicherten ist mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung nicht zufrieden. In einer am Montag vorgestellten Umfrage des Instituts Forsa für die Interessenvertretung der Innungskrankenkassen (IKK) äußerten sich 57 Prozent der Befragten so. Bei den 45- bis 59-Jährigen - den sogenannten Middle-Agern - sind mit 68 Prozent sogar mehr als zwei Drittel unzufrieden mit der aktuellen Gesundheitspolitik.

Textgröße ändern:

Die Teilnehmenden der Erhebung wurden zudem zur Wichtigkeit verschiedener Aspekte für das Gesundheitssystem befragt. 72 Prozent gaben dabei an, dass ihnen ein verstärktes Angebot von digitalen Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte oder des elektronischen Rezepts wichtig oder sehr wichtig sei. 71 Prozent sprachen sich außerdem dafür aus, dass Krankenkassen zur verbesserten Versorgung Gesundheitsdaten stärker als heute nutzen sollten.

Als Maßnahme, um die Kassen finanziell zu entlasten, würden es 40 Prozent der Befragten bevorzugen, wenn es bei höheren Beitragssätzen für alle ein gleichbleibendes Leistungsangebot geben würde. 18 Prozent sprachen sich für die Einführung einer Selbstbeteiligung für Arztbesuche und Behandlungen aus, zehn Prozent für eine Kürzung des Leistungsangebots bei gleichbleibenden Beitragssätzen. Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Erträge aus den sogenannten Genusssteuern auf Tabak und Alkohol fänden 83 Prozent gut oder sehr gut.

Der IKK-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Wollseifer sprach von einem "gravierenden" Rückgang der Zufriedenheit. Demnach waren es 2020 in einer Studie der Robert-Bosch-Stiftung nur rund 30 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die bei der Gesundheitsversorgung wenig oder kein Vertrauen mehr in die Politik hatten. Zu politischer Unzufriedenheit führt aus Sicht der Innungskrankenkassen vor allem die noch nicht nachhaltig gesicherte Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und die hinterher hinkende Digitalisierung im Gesundheitswesen.

"Der Handlungsdruck, um auch künftig unser stabiles, leistungsfähiges und hochwertiges Gesundheitssystem zu erhalten, ist enorm hoch", sagte Wollseifer. Er kritisierte die Bundesregierung für "überfällige Empfehlungen" zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Helfen könnte laut Wollseifer die Umwandlung der Tabak- und Alkoholsteuer in eine Abgabe zur Finanzierung der GKV. Für die repräsentative Erhebung befragte Forsa von 9. bis 15. August insgesamt 1010 gesetzlich Krankenversicherte.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die Behörden mitteilten. Jordaniens Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten".

Zwei israelische Soldaten im Westjordanland getötet - Netanjahu droht mit Großoffensive

Zwei bewaffnete Palästinenser haben an einem Kontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden Angreifer wurden bei dem Schusswechsel am Freitag getötet, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte als Reaktion auf den Angriff an, das Westjordanland "vollständig" abzuriegeln. Außerdem drohte er eine großangelegte Militäroffensive an, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen

Kurz vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November sorgen gefälschte Meinungsumfragen für Unruhe. Das selbst ernannte Umfrageinstitut Wedgewood Polls räumte ein, dass seine Zahlen größtenteils frei erfunden waren. Die "New York Times" und andere Medien entfernten die Erhebungen daraufhin von ihren Webseiten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Häme. "Die New York Times ist erwischt worden!", schrieb er am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Söder spricht sich auf CSU-Parteitag für Ilse Aigner als Bundespräsidentin aus

Unter dem Jubel der CSU-Anhänger hat sich CSU-Chef Markus Söder für Ilse Aigner als neue Bundespräsidentin ausgesprochen. "Das wäre eine tolle Sache", sagte Söder am Freitag auf dem Parteitag der Christsozialen in München. Die Entscheidung werde woanders gefällt, fügte der bayerische Ministerpräsident an. Er würde sich aber "von Herzen" wünschen, dass Aigner nächste Bundespräsidentin werde.

Textgröße ändern: