Pallade Veneta - Ukrainischer Junge doch nicht von Brücke in Niedersachsen geworfen

Ukrainischer Junge doch nicht von Brücke in Niedersachsen geworfen


Ukrainischer Junge doch nicht von Brücke in Niedersachsen geworfen
Ukrainischer Junge doch nicht von Brücke in Niedersachsen geworfen / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Die Staatsanwaltschaft in Göttingen will die Ermittlungen zum Sturz eines zehnjährigen ukrainischen Jungen von einer Brücke in Einbeck einstellen. Sie hätten ergeben, dass der Junge doch nicht von einem Mann ins Wasser geworfen worden sei, teilte die Behörde in der niedersächsischen Stadt am Donnerstag mit. Es sei von einem anderen Ablauf des Vorfalls auszugehen.

Textgröße ändern:

Nach der Vernehmung weiterer Zeugen nimmt die Staatsanwaltschaft an, dass der Junge sich zuerst beim Spielen am Kanal mit anderen Kindern den Fuß an einer Scherbe oder einem anderen scharfen Gegenstand aufschnitt und blutete. Später sei es offenbar zum Streit mit einem Mann gekommen, der in Begleitung einer Frau und dreier Kinder gewesen sein soll. Einem Sprecher zufolge riefen der Junge und seine Begleiter Schimpfwörter.

Die Ermittler nehmen aber nicht an, dass der Mann das Kind schubste. Der Junge sei auf einen schmalen Stahlträger geklettert, um über das Brückengeländer zu steigen. Nach Eindruck des Kinds habe der Mann ihn am T-Shirt gefasst und geschubst. Die Polizei schätzt aber, dass der Junge stattdessen das Gleichgewicht verlor. Sonst wäre er wohl rücklings gefallen, erläuterte der Sprecher. Der Junge landete aber nach seinen eigenen Angaben mit den Füßen im 20 Zentimeter tiefen Wasser.

Die Ermittlungen ergaben, dass er Sorge hatte, wegen seiner verschmutzten Kleidung und der Fußverletzung zu Hause Ärger zu bekommen, und darum einen Unbekannten beschuldigte. Der ursprüngliche Tatverdacht habe auf Zeugenaussagen, Blutspuren an dem Stahlträger und einem ärztlichen Bericht aus dem Krankenhaus beruht. Der Junge hatte erzählt, dass der Mann sich darüber beschwert hatte, dass er und andere Kinder Ukrainisch sprachen.

Das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen versuchten Totschlags dürfte nun einzustellen sein, erklärte die Staatsanwaltschaft.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Zwei israelische Soldaten im Westjordanland getötet - Netanjahu droht mit Großoffensive

Zwei bewaffnete Palästinenser haben an einem Kontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden Angreifer wurden bei dem Schusswechsel am Freitag getötet, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte als Reaktion auf den Angriff an, das Westjordanland "vollständig" abzuriegeln. Außerdem drohte er eine großangelegte Militäroffensive an, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen

Kurz vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November sorgen gefälschte Meinungsumfragen für Unruhe. Das selbst ernannte Umfrageinstitut Wedgewood Polls räumte ein, dass seine Zahlen größtenteils frei erfunden waren. Die "New York Times" und andere Medien entfernten die Erhebungen daraufhin von ihren Webseiten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Häme. "Die New York Times ist erwischt worden!", schrieb er am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Söder spricht sich auf CSU-Parteitag für Ilse Aigner als Bundespräsidentin aus

Unter dem Jubel der CSU-Anhänger hat sich CSU-Chef Markus Söder für Ilse Aigner als neue Bundespräsidentin ausgesprochen. "Das wäre eine tolle Sache", sagte Söder am Freitag auf dem Parteitag der Christsozialen in München. Die Entscheidung werde woanders gefällt, fügte der bayerische Ministerpräsident an. Er würde sich aber "von Herzen" wünschen, dass Aigner nächste Bundespräsidentin werde.

Trotz Sondierungen mit Linken: Grüne und SPD in Berlin treffen sich mit CDU

Trotz laufender Gespräche über die Bildung einer rot-grün-roten Regierung in Berlin findet in der kommenden Woche ein Treffen von Grünen und SPD mit der CDU statt. Das bestätigten CDU und Grüne am Freitag in der Hauptstadt. "Dabei handelt es sich nicht um Sondierungsgespräche, sondern um ein Gespräch über die konstruktive Gestaltung der Übergangszeit bis zur Bildung der neuen Regierung", betonte eine Grünen-Sprecherin. Laut CDU soll es um die "aktuelle Lage" gehen.

Textgröße ändern: