Pallade Veneta - Selenskyj: "Langsamere" Waffenlieferungen aus dem Westen gefährden Gegenoffensive

Selenskyj: "Langsamere" Waffenlieferungen aus dem Westen gefährden Gegenoffensive


Selenskyj: "Langsamere" Waffenlieferungen aus dem Westen gefährden Gegenoffensive
Selenskyj: "Langsamere" Waffenlieferungen aus dem Westen gefährden Gegenoffensive / Foto: Ida Marie Odgaard - Ritzau Scanpix/AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor den Folgen "langsamerer" Waffenlieferungen aus dem Westen für die Gegenoffensive seines Landes gewarnt. "Alle Prozesse werden komplizierter und langsamer - von Sanktionen bis zur Bereitstellung von Waffen", erklärte Selenskyj am Freitag. "Je länger es dauert, desto mehr Menschen leiden." Berlin und Kiew verurteilen unterdessen die derzeit stattfindenden Wahlen in von Russland besetzten ukrainischen Gebieten.

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Selenskyj erklärte in auf der Website des Präsidenten veröffentlichten Kommentaren: "Wenn wir nicht am Himmel sind und Russland schon, dann stoppen sie uns vom Himmel aus. Sie stoppen unsere Gegenoffensive." Er betonte erneut, die ukrainische Armee würde schneller vorrücken, wenn der Westen schneller Munition mit größerer Reichweite liefern würde.

Zu Sanktionen sagte Selenskyj ironisch: "Wenn Partner uns fragen: 'Was ist der nächste Schritt der Gegenoffensive?', ist meine Antwort, dass unsere Schritte heute wahrscheinlich schneller sind als die neuen Sanktionspakete" gegen Russland.

Die Ukraine hatte Anfang Juni eine groß angelegte Gegenoffensive gestartet, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Beim Vorrücken gegen die russischen Einheiten stoßen die ukrainischen Kräfte auf weite Gebiete, in denen Panzerfallen und Minen deponiert wurden.

Derweil kritisierten das Auswärtige Amt in Berlin und das ukrainische Außenministerium die derzeit stattfindenden Kommunalwahlen in von Russland besetzten ukrainischen Gebieten scharf. Bei den "Scheinwahlen" handle es sich um "nichts weiter als eine durchschaubare Propagandaübung", erklärte das Außenministerium in Berlin im Onlinedienst X, ehemals Twitter. "Wir erkennen Russlands versuchten Landraub nicht an."

"Russlands Pseudo-Wahlen" hätten "keinen Wert", teilte das ukrainische Außenministerium mit. Es warf Moskau eine "grobe Verletzung" seiner Souveränität vor.

In den von Russland besetzten Regionen Donezk, Saporischschja, Cherson und Luhansk finden derzeit Kommunalwahlen statt. Russland hatte im September 2022 trotz scharfer Verurteilung westlicher Staaten die Annexion der vier ukrainischen Regionen verkündet. Damals wie heute kontrolliert Russland nur einen Teil der vier beanspruchten Regionen.

Unterdessen wurden ukrainischen Angaben zufolge bei einer Reihe russischer Angriffe vier Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Drei Zivilisten seien in Odradokamjanka in der südlichen Region Cherson getötet worden, erklärte der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko im Onlinedienst Telegram. In Selenskys Heimatstadt Krywyj Rih wurde nach Angaben der Rettungskräfte ein Verwaltungsgebäude angegriffen, ein Polizist wurde demnach getötet.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte am Freitag mit, ein Mann sei wegen des Verdachts festgenommen worden, einen Bombenanschlag auf eine Bahnlinie auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim geplant zu haben.

Derweil gab der Technologie-Milliardär Elon Musk an, im vergangenen Jahr einen ukrainischen Angriff auf einen russischen Marinestützpunkt auf der Krim verhindert zu haben. Es habe eine "dringende Anfrage" von Kiew gegeben, "Starlink bis nach Sewastopol zu aktivieren", schrieb Musk am Donnerstag auf X. "Wenn ich ihrer Bitte zugestimmt hätte, wäre SpaceX explizit an einer großen Kriegshandlung und Konflikteskalation beteiligt".

Der ukrainische Präsidentenberater Michailo Podoljak kritisierte Musks Entscheidung scharf und nannte sie auf X "mehr als nur einen Fehler".

Starlink ist ein Satelliteninternetdienst, der von Musks Firma SpaceX betrieben wird. Geräte für die Nutzung waren kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in die Ukraine geschickt worden. Die Stadt Sewastopol ist Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim.

H.Lagomarsino--PV

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