Pallade Veneta - Polen bestellt im Streit um ukrainisches Getreide Botschafter ein

Polen bestellt im Streit um ukrainisches Getreide Botschafter ein


Polen bestellt im Streit um ukrainisches Getreide Botschafter ein
Polen bestellt im Streit um ukrainisches Getreide Botschafter ein / Foto: Emmanuel DUNAND - AFP

In dem durch ukrainische Getreideeinfuhren ausgelösten Zwist zwischen Kiew und Warschau hat Polen den ukrainischen Botschafter einbestellt. Damit wolle Polen gegen Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei der UNO protestieren, teilte das polnische Außenministerium am Mittwoch mit. Die Ukraine wiederum appellierte an das Nachbarland, in dem Streit nicht überzureagieren.

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Der Streit zwischen den beiden Ländern hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist die klassische Exportroute für ukrainisches Getreide über das Schwarze Meer blockiert. Die EU ist dadurch zu einem wichtigen Transitgebiet für ukrainische Produkte geworden - und auch zu einem wichtigen Abnehmer. Die Preise, zu denen EU-Landwirte ihr Getreide verkaufen, litten darunter.

Im Mai stimmte die EU-Kommission einem Importverbot für Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei zu. Die Ukraine durfte weiterhin Getreide durch, aber nicht in diese Länder exportieren. Am Freitag erklärte die Brüsseler Behörde die Marktverzerrungen in den Ländern für beendet und erlaubte den Getreideimport wieder.

Polen, Ungarn und die Slowakei kündigten aber umgehend an, sich nicht daran zu halten. Polen drohte zudem mit Importbeschränkungen auf weitere Produkte, nachdem die Ukraine zuvor erklärt hatte, als Reaktion auf die Importbeschränkungen polnische Gemüseeinfuhren zu blockieren.

Einbestellt wurde der Botschafter nun wegen Äußerungen Selenskyjs, der am Dienstag bei der UNO gesagt hatte, einige Länder täuschten Solidarität nur vor und unterstützten indirekt Russland. Das wies das polnische Außenamt als "falsch" und "unbegründet" zurück. Es verwies darauf, dass Polen das Nachbarland seit den ersten Tagen des Krieges unterstützt habe.

Die Einbestellung des ukrainischen Botschafters kommentierte Kiew mit den Worten, die "polnischen Freunde" mögen ihre "Emotionen außen vor lassen". Die ukrainische Seite habe Polen einen konstruktiven Weg vorgeschlagen, um den Getreidestreit zu lösen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

In Polen ist das Thema vor dem Hintergrund der Wahlen im kommenden Monat sehr sensibel. Landwirte sind eine wichtige Wählergruppe der rechtsnationalen PiS-Regierung. "Die ukrainischen Behörden verstehen das Ausmaß der Destabilisierung der polnischen Agrarindustrie nicht", sagte Morawiecki am Mittwoch zu dem Streit. "Wir schützen polnische Landwirte."

B.Cretella--PV

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