Pallade Veneta - Bundesverfassungsgericht bestätigt Thüringer Härtefallkommission für Ausländer

Bundesverfassungsgericht bestätigt Thüringer Härtefallkommission für Ausländer


Bundesverfassungsgericht bestätigt Thüringer Härtefallkommission für Ausländer
Bundesverfassungsgericht bestätigt Thüringer Härtefallkommission für Ausländer / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Thüringen und andere Bundesländer haben Härtefallkommissionen für ausreisepflichtige Ausländer auch per Verordnung einrichte dürfen. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe laut einem am Freitag veröffentlichten Beschluss. Es wies damit eine Beschwerde der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag ab. (Az. 2 BvR 107/21)

Textgröße ändern:

Laut Aufenthaltsgesetz darf die jeweils zuständige Landesbehörde anordnen, dass einem vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird, wenn eine von der Landesregierung eingerichtete Härtefallkommission sie darum ersucht. Ausländer können diese Kommission dann aus humanitären und persönlichen Gründen anrufen.

Mehrere Bundesländer richteten solche Kommissionen ein - die meisten, darunter Thüringen, durch eine Rechtsverordnung. Die Thüringer AfD-Fraktion meinte, eine solche Regelung dürfe nur per Gesetz und nicht als Verordnung getroffen werden. Im Dezember 2020 wies der Thüringer Verfassungsgerichtshof eine Klage der AfD ab. Nun wies auch das Bundesverfassungsgericht die Partei ab.

Danach ist insbesondere der Parlaments- oder Gesetzesvorbehalt nicht verletzt. Die Härtefallkommissionen seien im Ausländergesetz vorgesehen und ihre Aufgaben ausreichend klar bestimmt. Sie würden auch nicht selbst über das Aufenthaltsrecht entscheiden, sondern "die Entscheidungen der obersten Landesbehörden nur vorbereiten".

Ein gesondertes Landesgesetz sei daher nicht erforderlich, hieß es weiter. Auch formale Rügen der AfD-Fraktion ließen die Karlsruher Richter nicht gelten. Insbesondere habe der Thüringer Verfassungsgerichtshof die AfD-Klage nicht bereits selbst dem Bundesverfassungsgericht vorlegen müssen.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Kanzler Merz reist ab Montag nach Asien: Singapur, Japan und Südkorea Stationen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist ab Montag zu Gesprächen über die Wirtschaft und Sicherheitspolitik nach Asien. Wie ein Regierungssprecher am Freitag mitteilte, wird er bis Ende der Woche Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Bericht: Zahl der Extremisten mit Waffenerlaubnis auf mindestens 1600 gestiegen

Trotz einer Gesetzesverschärfung ist die Zahl von Extremisten mit einer Waffenerlaubnis nach einem Medienbericht im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Wie der Rundfunksender NDR am Freitag unter Berufung auf eine Abfrage bei allen Innenministerien der Länder berichtete, besaßen Ende 2025 mehr als 1600 Extremisten eine waffenrechtliche Erlaubnis. Für das Jahr 2024 hatte eine NDR-Abfrage mindestens 1500 Extremisten mit Waffenerlaubnis ergeben.

Netanjahu: Israel bereitet nach Angriff "vollständige Abriegelung" von Westjordanland vor

Nach einem Schusswaffenvorfall mit fünf Verletzten in der Nähe von Hebron bereitet Israel nach den Worten von Regierungschef Benjamin Netanjahu eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes vor. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Der Vorfall ereignete sich in einer Phase zunehmender Spannungen im Westjordanland sowie wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel.

"Extremismusklausel" in Länderfinanzausgleich: CSU-Generalsekretär verteidigt Idee

CSU-Generalsekretär Martin Huber hat die Idee einer "Extremismusklausel" im Länderfinanzausgleich gegen Kritik verteidigt. "Der Länderfinanzausgleich ist ja generell ungerecht. Er muss sowieso reformiert werden", sagte Huber am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Es wäre darüber hinaus "absurd", mit dem Geld aus dem Mechanismus Landesregierungen zu unterstützen, die "ganz klar gegen unsere Verfassung verstoßen".

Textgröße ändern: