Pallade Veneta - Prozess gegen gambischen Ex-Armeeangehörigen beginnt im April in Celle

Prozess gegen gambischen Ex-Armeeangehörigen beginnt im April in Celle


Prozess gegen gambischen Ex-Armeeangehörigen beginnt im April in Celle
Prozess gegen gambischen Ex-Armeeangehörigen beginnt im April in Celle

Vor dem Oberlandesgericht Celle beginnt am 25. April das weltweit erste im Ausland geführte Strafverfahren gegen ein mutmaßliches Mitglied der ehemaligen Spezialkräfte in Gambia. Bai L. werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und versuchter Mord vorgeworfen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Der Angeklagte soll unter anderem an der Tötung eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP beteiligt gewesen sein. (Az. 5 StS 1/22)

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Zwischen Dezember 2003 und Dezember 2006 soll der inzwischen 46-jährige L. einem sogenannten Patrol Team der Streitkräfte im westafrikanischen Gambia angehört haben. Diese Einheiten seien von dem damaligen Präsidenten Yahya Jammeh für illegale Tötungen eingesetzt worden. Ziel sei es gewesen, die Bevölkerung einzuschüchtern und die Opposition zu unterdrücken, erklärte das Gericht.

Jammeh regierte Gambia nach einem Putsch 22 Jahre lang mit harter Hand. Seine Amtszeit war von massiven Menschenrechtsverstößen gekennzeichnet. 2017 musste er aus dem Land fliehen, nachdem er eine Wahl verloren hatte.

L. soll an drei illegalen Tötungsbefehlen beteiligt gewesen sein, indem er die übrigen Mitglieder der Truppe zu den Anschlagsorten fuhr. 2003 überlebte ein Rechtsanwalt den Anschlag schwer verletzt.

Ein Jahr später tötete das sogenannte Patrol Team einen AFP-Korrespondenten mit mehreren Schüssen. Das Opfer Deyda Hydara hatte zuvor rund 30 Jahre lang für AFP gearbeitet.

Später, wahrscheinlich 2006, sollen Mitglieder der Einheit einen mutmaßlichen Gegner des Präsidenten erschossen haben.

L. sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Das Gericht setzte für den Prozess gegen ihn zahlreiche Verhandlungstermine bis in den Januar 2023 an.

C.Grillo--PV

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