Pallade Veneta - Wehrbeauftragte schlägt Bürgerrat für Debatte über allgemeines Dienstjahr vor

Wehrbeauftragte schlägt Bürgerrat für Debatte über allgemeines Dienstjahr vor


Wehrbeauftragte schlägt Bürgerrat für Debatte über allgemeines Dienstjahr vor
Wehrbeauftragte schlägt Bürgerrat für Debatte über allgemeines Dienstjahr vor / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), hat sich für die Einberufung eines Bürgerrats ausgesprochen, um dort über neue Formen eines Dienstjahres für die Gesellschaft zu beraten - ob bei der Bundeswehr oder auch in anderen Bereichen. "Das Thema gehört in den Bundestag und in die Mitte unserer Gesellschaft", schrieb Högl am Dienstag in einem Gastbeitrag für das Portal Table.Media. Widerspruch kam von der Union.

Textgröße ändern:

"Ich bin überzeugt, dass sich jede und jeder eine Zeitlang für unsere Gesellschaft engagieren sollte", schrieb Högl in dem Beitrag weiter. "Solch ein Engagement wäre bei der Bundeswehr denkbar, aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Soziales, Kultur und Umwelt." Dies würde "jedem und jeder Einzelnen guttun, es würde Horizonte erweitern, Perspektiven öffnen, Verantwortung stärken", argumentierte die SPD-Politikerin.

Ein Bürgerrat, wie es ihn im Bundestag gerade erstmals zum Thema Ernährung gegeben hatte, "könnte Bewegung in die Debatte bringen", begründete Högl ihr Anliegen. Sie wies darauf hin, dass die bisherige Diskussion mehrere Aspekte nicht ausreichend berücksichtige. Dazu gehöre die Frage, wie freiwillige Dienste - nicht nur in der Bundeswehr - grundsätzlich attraktiver gemacht werden könnten. Hierfür seien "längst nicht alle Mittel ausgeschöpft".

"Natürlich ist eine Debatte um ein Gesellschaftsjahr oder die Reaktivierung der Wehrpflicht sinnvoll, ja sogar erforderlich und überfällig", erklärte der verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Florian Hahn (CSU), zu Högls Vorstoß. "Bürgerräte sind dafür aber das völlig falsche Instrument."

Hahn sah Högls Vorschlag als "den verzweifelten Versuch, die Einzelmeinungen innerhalb der SPD, die für ein Gesellschaftsjahr oder eine Wehrpflicht sind, irgendwie zu stärken". Er forderte Högl und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf, entsprechende Vorschläge in den Bundestag einzubringen und zu debattieren.

Högl hat sich bereits wiederholt für ein allgemeines gesellschaftliches Dienstjahr ausgesprochen - möglicherweise auch in Form einer Dienstpflicht. Einer Rückkehr zur Wehrpflicht in der traditionellen Form erteilte sie hingegen eine Absage. Angesichts des akuten Personalmangels bei der Bundeswehr hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gefordert, eine Debatte über die Einführung einer Dienst- oder Wehrpflicht zu führen.

Mitte Januar hatte der erste vom Bundestag eingesetzte Bürgerrat seine Arbeit abgeschlossen. Er befasste sich mit dem Thema "Ernährung im Wandel" und legte eine Reihe von Empfehlungen vor, etwa für ein kostenfreies Mittagessen für alle Kinder und ein staatliches Label für Lebensmittel. Die Union sieht Bürgerräte generell kritisch und befürchtet, dass sie die Bedeutung des Parlaments untergraben.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Selenskyj wirft US-Regierung verzögerte Lieferung bezahlter Abfangraketen vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der US-Regierung eine verzögerte Lieferung bezahlter Abfangraketen vorgeworfen. Die Raketen seien von europäischer Seite im Rahmen des Purl-Programms "bereits bezahlt" worden, sagte Selenskyj am Montag vor US-Senatoren. Über den sogenannten Purl-Mechanismus können die Nato-Länder und ihre Verbündeten Waffenpakete für die Ukraine in den USA kaufen. Für eine Lieferung stehe noch die Unterschrift von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth aus, sagte Selenskyj.

Trump offen für Dreiergipfel mit Putin und Xi

US-Präsident Donald Trump hat sich offen für einen Dreiergipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gezeigt. "Ich würde es tun", sagte Trump am Montag vor Journalisten in Washington. Vereinbart sei das Treffen aber noch nicht. Nach Trumps Angaben würden bei einem solchen Gipfel Atomwaffen und die Denuklearisierung im Mittelpunkt stehen, der Ukraine-Krieg könne aber auch zur Sprache kommen.

Starreporterin Christiane Amanpour hört bei CNN auf

Christiane Amanpour ist eine der profiliertesten Journalistinnen in den USA und wurde vielfach ausgezeichnet - nun verlässt die frühere Kriegsberichterstatterin ihren Haussender CNN nach rund 43 Jahren. Die 68-Jährige erklärte am Montag, sie habe nach "einigen schlaflosen Nächten" beschlossen, sich von CNN zu trennen. Ihre letzte Sendung soll im kommenden Juni ausgestrahlt werden.

SPD und Grüne in Berlin mit klaren Mehrheiten für Koalitionsverhandlungen mit Linken

Mit jeweils sehr großen Mehrheiten haben sich SPD und Grüne in Berlin für Koalitionsverhandlungen mit der Linken ausgesprochen. Trotz der anhaltenden Kritik auch aus ihren eigenen Bundesparteien stimmten die Gremien der Landesverbände am Montag für die Koalitionsverhandlungen. Bei der SPD entschied der Landesvorstand mit 26 Ja-Stimmen bei drei Nein-Stimmen dafür, bei den Grünen stimmten auf einem Landesausschuss 43 von 45 Delegierten für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen.

Textgröße ändern: