Pallade Veneta - Scholz erwartet bei EU-Gipfel schwierige Diskussion über Gaza-Krieg

Scholz erwartet bei EU-Gipfel schwierige Diskussion über Gaza-Krieg


Scholz erwartet bei EU-Gipfel schwierige Diskussion über Gaza-Krieg
Scholz erwartet bei EU-Gipfel schwierige Diskussion über Gaza-Krieg / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet beim EU-Gipfel diese Woche eine schwierige Diskussion über eine gemeinsame Position zum Gaza-Krieg. "Es gibt da sehr unterschiedliche Auffassungen", sagte er am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. Er hoffe, "dass es gelingt, einen gemeinsamen Text zustande zu bringen", der eine geschlossene Position der EU zeige. Deutschland werde dazu aber nicht von seinen Prinzipien bei der Unterstützung Israels abweichen.

Textgröße ändern:

Beim EU-Gipfel im Dezember war eine gemeinsame Erklärung zum Gaza-Krieg gescheitert. Grund ist das harte Vorgehen Israels im Gazastreifen nach dem brutalen Großangriff der radikalislamischen Hamas auf den jüdischen Staat. Insbesondere EU-Länder wie Spanien und Irland verlangen angesichts der hohen Opferzahlen in dem Palästinensergebiet eine deutlich schärfere Sprache gegenüber Israel und wollen das Assoziierungsabkommen der EU mit dem Land aufkündigen.

Nach dem furchtbaren Angriff der Hamas auf israelische Bürgerinnen und Bürger am 7. Oktober habe Israel "jedes Recht, sich selbst zu verteidigen", bekräftigte Scholz. "Es kann sich darauf verlassen, dass Deutschland an der Seite dieses Landes steht."

Als immer verlässlicher Freund Israels könne Deutschland aber auch "all die Dinge sagen, die in dieser Situation zu sagen sind", sagte Scholz, der am Sonntag Israel besucht hatte. Nötig sei angesichts der humanitären Lage der Bevölkerung im Gazastreifen ein "zeitlich etwas länger währender Waffenstillstand".

In diesem müssten die von der Hamas aus Israel verschleppten Geiseln freikommen und mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen kommen, sagte der Kanzler. Ziel müssten "nicht mehr als 200, sondern mehr als 500 Lastwagen jeden Tag" mit Versorgungsgütern sein. Denn die jüngst eingerichtete Luftbrücke oder der Weg über das Meer reichten nicht aus.

Letztlich befrieden könne die Situation in Nahost nur eine Zwei-Staaten-Lösung, betonte Scholz. "Es muss jetzt erkennbar werden, wie es eine Zukunft für ein friedliches Nebeneinander von Israel und einem palästinensischen Staat geben kann." Hierbei gehe es um einen eigenen palästinensischen Staat "ohne eigenes Militär", der aber in der Lage sei, sich selbst zu verwalten.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Tod von fünfjähriger Hind Rajab: Israel leitet strafrechtliche Ermittlungen ein

Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Tod der fünfjährigen Palästinenserin Hind Rajab im Gazastreifen hat die israelische Armee eine strafrechtliche Untersuchung angeordnet. "Nach der Prüfung der Ermittlungsergebnisse und aufgrund möglicher Versäumnisse bei der Koordination der Fahrt des Rettungswagens des Palästinensischen Roten Halbmonds wurde beschlossen, eine strafrechtliche Untersuchung" einzuleiten, erklärte die Armee am Mittwoch. Eine Aufnahme des Notrufs des Mädchens und ein preisgekrönter Film hatten den Fall international bekannt gemacht.

Schwedendemokraten-Chef strebt "für 2030 oder später" Amt des Regierungschefs an

Der Chef der rechtsradikalen Schwedendemokraten, Jimmie Akesson, strebt für das Jahr "2030 oder später" das Amt des schwedischen Regierungschefs an. "Wir sind uns mit den Moderaten einig, dass Ulf Kristersson der Kandidat (des rechten Blocks) für das Amt des Ministerpräsidenten ist", sagte Akesson auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die am 13. September stattfindende nächste Parlamentswahl.

Schnieder: Sachsen-Anhalt muss Vorsitz von Ministerpräsidentenkonferenz nicht übernehmen

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September dort den Regierungschef stellen, heißt das nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder (CDU) nicht, dass das Bundesland ab dem Herbst turnusmäßig den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) übernehmen muss. "Der Automatismus ist nirgendwo festgeschrieben", sagte Schnieder am Mittwoch in Mainz.

Ukraine: Chmara als Nachfolger des populären Verteidigungsministers Fedorow bestätigt

Das ukrainische Parlament hat den ehemaligen Geheimdienstler Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister bestätigt, einen Monat nachdem der vorherige Amtsinhaber Mychailo Fedorow im Zuge einer umstrittenen Regierungsumbildung zurückgetreten war. In einer Sitzung stimmten am Mittwoch 312 Abgeordnete für Chmaras Ernennung und nur zwei dagegen. Am Vortag hatte Fedorow dazu aufgerufen, trotz der russischen Invasion einen Weg zu Wahlen in der Ukraine zu finden.

Textgröße ändern: