Pallade Veneta - Erneut Tote bei Hilfsgüterverteilung im Gazastreifen - zweites Schiff verlässt Zypern

Erneut Tote bei Hilfsgüterverteilung im Gazastreifen - zweites Schiff verlässt Zypern


Erneut Tote bei Hilfsgüterverteilung im Gazastreifen - zweites Schiff verlässt Zypern
Erneut Tote bei Hilfsgüterverteilung im Gazastreifen - zweites Schiff verlässt Zypern / Foto: - - AFP

Bei einer Hilfsgüterverteilung im Gazastreifen hat es palästinensischen Angaben zufolge erneut Tote und Verletzte gegeben. Bei Schüssen und einer Massenpanik während der Ausgabe seien mindestens fünf Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden, erklärte der Palästinensische Rote Halbmond am Samstag. In Zypern machte sich indes ein zweites mit Hilfsgütern beladenes Schiff auf den Weg in Richtung Gazastreifen. Aus der Stadt Gaza wurden erneut Kämpfe gemeldet.

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Wie der Rote Halbmond mitteilte, hatten sich am frühen Morgen vor der Ankunft von rund 15 unter anderem mit Mehl beladenen Lastwagen tausende Menschen an einem Kreisverkehr in Gaza versammelt. Drei der Getöteten seien erschossen worden.

Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP, Bewohner des Gazastreifens, welche die Verteilung beaufsichtigten, hätten in die Luft geschossen. Aber auch israelische Soldaten eröffneten demnach das Feuer. Den Berichten zufolge wurden Menschen bei dem Versuch, an Lebensmittel zu gelangen, von Lastwagen überfahren.

AFP-Videos zeigten einen Lastwagenkonvoi, der sich in der Dunkelheit schnell an brennenden Trümmern in der Nähe des Verteilungspunktes vorbei bewegt, während Menschen schreien und Schüsse zu hören sind.

Das israelische Militär erklärte auf Anfrage, es habe keine Informationen über den Vorfall. Der Kreisverkehr in Gaza war in den vergangenen Wochen bereits Schauplatz mehrerer chaotischer und tödlicher Zwischenfälle bei der Verteilung von Hilfsgütern gewesen.

Mehr als zwei Wochen nach Ankunft eines ersten Schiffes mit Hilfsgütern im Gazastreifen aus dem zyprischen Hafen Larnaca machte sich von dort am Samstag eine zweite Schiffslieferung auf den Weg in das Palästinensergebiet. Das Frachtschiff "Jennifer" und zwei Schlepper werden laut der amtlichen zyprischen Nachrichtenagentur CNA rund 65 Stunden unterwegs sein.

Die US-Hilfsorganisation World Central Kitchen und die spanische Hilfsorganisation Open Arms wollen auf diesem Weg fast 400 Tonnen Hilfsgüter in das Kriegsgebiet transportieren. Nach Angaben von World Central Kitchen enthält das Schiff Reis, Nudeln, Mehl, Hülsenfrüchte und Konserven.

Für das Löschen der Ladung wurde vor der Küste des Gazastreifens ein behelfsmäßiger Anleger eingerichtet. Mitte März war dort bereits ein Frachter der Hilfsorganisationen mit 200 Tonnen Hilfsgütern an Bord unter Aufsicht der israelischen Armee entladen worden.

Nach fast sechs Monaten Krieg ist die humanitäre Lage im Gazastreifen verheerend. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Gesundheitsversorgung nicht mehr gewährleistet. "Etwa 9000 Patienten müssen dringend ins Ausland gebracht werden, um lebensrettende Versorgung zu erhalten", erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus im Onlinedienst X.

Mit nur noch "zehn minimal funktionierenden Krankenhäusern im gesamten Gazastreifen" seien aktuell Tausende Patienten unversorgt. Vor dem Krieg gab es in dem Gebiet nach Angaben der WHO 36 Krankenhäuser. Israel wirft der radikalislamischen Hamas vor, Militärstützpunkte unter Krankenhäusern zu unterhalten und Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen - und führt deshalb Militäreinsätze an Krankenhäusern aus.

Das größte Krankenhaus des Gazastreifens, das Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza, ist seit Mitte März unter israelischem Beschuss. Am Samstag erklärte die israelische Armee, den Einsatz dort den 13. Tag in Folge fortzusetzen. Außerdem erklärte die Armee, dutzende Ziele im Zentrum des Gazastreifens getroffen zu haben.

Die Hamas erklärte ihrerseits, einige der Angriffe seien auf "Wohnhäuser" gerichtet gewesen. Laut Hamas sind israelische Truppen auch im Nasser-Krankenhaus sowie im Al-Amal-Krankenhaus präsent, welche beide in der südlichen Stadt Chan Junis liegen.

Ausgelöst wurde der seit mittlerweile fast sechs Monaten dauernde Krieg durch den Großangriff der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas auf Israel am 7. Oktober. Bei dem Angriff wurden israelischen Angaben zufolge mindestens 1160 Menschen getötet, 250 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Israel kündigte daraufhin hin, die Hamas zu vernichten, und geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, mittlerweile mehr als 32.700 Menschen getötet.

L.Barone--PV

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