Pallade Veneta - Weber fordert Embargo für russische Öllieferungen

Weber fordert Embargo für russische Öllieferungen


Weber fordert Embargo für russische Öllieferungen
Weber fordert Embargo für russische Öllieferungen / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Der Druck auf die Bundesregierung und die EU, Energieimporte aus Russland zu stoppen, hält an. "Zumindest der Bezug von Kohle und Öl muss umgehend gestoppt werden", verlangte der CSU-Europapolitiker Manfred Weber in der "Passauer Neuen Presse". Vor allem mit Öl verdiene Russlands Präsident Wladimir Putin am meisten.

Textgröße ändern:

Der CSU-Politiker und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament mahnte zu einem harten Kurs angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. "Sollte Putin militärisch erfolgreich sein, wird er nicht aufhören. Er führt einen Krieg gegen Freiheit und Demokratie, gegen die westliche Staatengemeinschaft, gegen uns", warnte Weber. Der Bundesregierung warf er vor, bei Maßnahmen gegen Russland auf europäischer Ebene "der Bremser" zu sein.

Auch der Grünen-Europapolitiker Anton Hofreiter drängte erneut auf schärfere Sanktionen gegen Russland. "Ein Erdölembargo muss schnell umgesetzt werden, um Russland von wichtigen Einnahmen abzuschneiden", forderte er in der "Welt am Sonntag".

Warnungen vor einem Gasembargo kamen von dem Wirtschaftsexperten Christoph Schmidt. Es gebe in diesem Fall ein "Eskalationspotenzial, das jenseits rationaler ökonomischer Abwägungen eingeschätzt werden muss", sagte er der "Rheinischen Post". Neben Deutschland seien auch viele andere EU-Länder massiv von russischem Gas abhängig.

Für ein Ölembargo sprach sich dagegen erneut die Wirtschaftswissenschaftlerin Veronika Grimm aus, die auch dem Sachverständigenrat der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört. Deutschland schrecke vor einem Ölembargo zurück, "in der Hoffnung die eigenen Kosten gering zu halten", schrieb sie auf Twitter. Dabei ignoriere die Regierung jedoch "die langfristigen Kosten des Nichthandelns" und auch "die Empfehlungen der Mehrzahl der Wissenschaftler".

Eine Schlüsselrolle bei den Ölimporten aus Russland spielt in Deutschland die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt. Dort endet eine Pipeline für russisches Öl und von dort werden große Teile vor allem Ostdeutschlands mit Ölprodukten versorgt. Die EU prüft derzeit ein Ölembargo im Rahmen eines nächsten Sanktionspaketes gegen Russland. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) arbeitet nach eigenen Angaben an dessen Umsetzbarkeit, legte sich aber bislang nicht fest.

F.Amato--PV

Empfohlen

Bericht: Bundesregierung bereitet Grundlagen für neuen Zivildienst vor

Die Bundesregierung bereitet einem Bericht zufolge die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor. Dabei gehe es um Möglichkeiten für Wehrdienstverweigerer im Falle einer Wehrpflicht, berichtet die "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe). Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend habe dafür in den vergangenen Monaten 23 große Verbände und Organisationen befragt, welche Kapazitäten sie im Falle einer Rückkehr zur Wehrpflicht für Wehrdienstverweigerer zur Verfügung stellen könnten.

Vermittlerländer kritisieren neue israelische Angriffe im Gazastreifen

Die Gaza-Vermittlerländer Katar, Ägypten und Türkei haben die neuen israelischen Angriffe im Gazastreifen verurteilt, bei denen nach palästinensischen Angaben mehr als 20 Menschen getötet wurden. Das israelische Vorgehen stelle einen "eklatanten Verstoß gegen das internationale Recht und das humanitäre Völkerrecht" dar, hieß es am späten Montagabend in einer gemeinsamen Erklärung der drei Länder, die in dem Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas als Vermittler fungieren.

Ceuta: CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann schließt hybriden Angriff auf EU nicht aus

Nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta schließt der CDU-Geheimdienstexperte Marc Henrichmann einen hybriden Angriff auf die EU als Ursache für das Geschehen nicht aus. Es gebe mehrere mögliche Szenarien, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Beaufsichtigung der Geheimdienste dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben). Eine Möglichkeit sei ein hybrider Angriff auf die Europäische Union.

Unions-Fraktionschef Frei: Kein Verhandlungsspielraum bei geplanter Abschaffung von Rente mit 63

Unions-Fraktionschef Thorsten Frei hat Forderungen nach Änderungen an der Rentenreform zurückgewiesen. Bei der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 sehe er keinen Verhandlungsspielraum, sagte Frei am Montag dem Fernsehsender Welt. Ansonsten könnte das gesamte Reformpaket der Alterssicherungskommission scheitern. "Ich sehe auch nicht, dass wir klüger sein sollten als die Wissenschaftler und Politiker, die in der Alterssicherungskommission mitgearbeitet haben", fuhr Frei fort.

Textgröße ändern: