Pallade Veneta - Bytedance und Tiktok reichen Klage gegen US-Ultimatum für Verkauf ein

Bytedance und Tiktok reichen Klage gegen US-Ultimatum für Verkauf ein


Bytedance und Tiktok reichen Klage gegen US-Ultimatum für Verkauf ein
Bytedance und Tiktok reichen Klage gegen US-Ultimatum für Verkauf ein / Foto: Antonin UTZ - AFP

Gegen das Ultimatum des US-Kongresses für einen Verkauf des Onlinenetzwerks Tiktok durch seinen chinesischen Mutterkonzern Bytedance haben die beiden Unternehmen Klage eingereicht. In der Klageschrift, die am Dienstag bei einem Bundesgericht in Washington einging, wird das entsprechende Gesetz als verfassungswidrig kritisiert. US-Präsident Joe Biden hatte das Gesetz, das Bytedance für den Verkauf von Tiktok an einen nicht-chinesischen Käufer 270 Tage Zeit gibt, vor etwa zwei Wochen mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt.

Textgröße ändern:

"Zum ersten Mal in der Geschichte hat der Kongress ein Gesetz in Kraft gesetzt, das eine einzelne, namentlich genannte Kommunikationsplattform einem dauerhaften, landesweiten Verbot unterwirft", heißt es in der Klageschrift. Die Regelung hindere "alle Amerikaner" daran, "an einer einzigartigen Online-Community mit mehr als einer Milliarde Menschen weltweit teilzuhaben".

Die Unternehmensanwälte argumentieren, dass das Gesetz gegen das sogenannte First Amendment der US-Verfassung verstößt, das unter anderem das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert. Außerdem betonen sie, dass Tiktok sich von seinem Mutterkonzern trenne, um weiter in den USA aktiv sein zu dürfen, sei "einfach nicht möglich", schon gar nicht innerhalb der gesetzten Frist.

Das Weiße Haus kann die neunmonatige Frist ein Mal um 90 Tage verlängern. "Es steht außer Frage: Das Gesetz wird eine Schließung von Tiktok bis zum 19. Januar 2025 erzwingen", erklärten die Kläger. Dies bringe die Nutzer der Plattform zum Schweigen, die bei Tiktok auf eine Weise kommunizieren könnten, "die nicht irgendwo anders kopiert werden" könne.

Tiktok ist insbesondere bei jungen Menschen extrem beliebt und hat in den USA etwa 170 Millionen Nutzer. Die USA werfen Bytedance seit Jahren vor, die App im Dienste der chinesischen Führung dafür zu missbrauchen, die Nutzer auszuspionieren. Auch in Deutschland fordern Politiker ein schärferes Vorgehen gegen die App.

Tiktok weist die Vorwürfe stets zurück. Das Unternehmen bestreitet jegliche Verbindungen zur chinesischen Regierung und versichert, es habe sich so umstrukturiert, dass die Nutzerdaten in den USA blieben.

Es gibt ernsthafte Zweifel daran, dass Tiktok in den USA überhaupt einen Käufer finden könnte. Potenzielle Interessenten wie die Internet-Riesen Meta oder Google würde die Übernahme voraussichtlich wegen Monopol-Bedenken untersagt. Andere Unternehmen können sich die Tiktok-App, die zu den erfolgreichsten der Welt gehört, jedoch nicht leisten. Es wird auch bezweifelt, dass Bytedance jeweils die Geheimnisse seines Tiktok-Algorithmus bei einem Verkauf seines US-Geschäfts teilen würde.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Kushner: Gespräche mit dem Iran verlaufen "sehr positiv"

Die Gespräche zwischen Washington und Teheran über ein Ende des Iran-Krieges kommen nach Angaben des US-Gesandten Jared Kushner voran. Beide Seiten führten "sehr positive Gespräche", sagte der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump am Montag dem Fernsehsender Fox News. Er schränkte zugleich aber ein, dass es "nach all den Jahren eigentlich kaum Vertrauen zwischen den USA und dem Iran" gebe.

Kushner: Fortschritte bei Umsetzung von Gaza-Friedensplan in 30 Tagen möglich

Der US-Sondergesandte Jared Kushner hält Fortschritte bei der Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen im Zuge des US-Friedensplans binnen eines Monats für möglich. "Wir könnten (...) schon in 30 Tagen Fortschritte sehen", sagte Kushner am Montag dem Sender Fox News in Tel Aviv. Diese Fortschritte begännen "hoffentlich mit dem Abtransport einiger Waffen und, wissen Sie, hoffentlich auch mit dem Zuschütten einiger Tunnel".

Kurdischer Regierungschef im Irak macht Iran für Angriff auf sein Büro verantwortlich

Der Ministerpräsident der autonomen Region Kurdistan im Irak, Masrur Barsani, hat den Iran für einen Drohnenangriff auf sein Büro verantwortlich gemacht. Er verurteilte den Angriff am Montag als "direkte Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in der Region". Die irakische Zentralregierung in Bagdad ordnete eine Untersuchung an. Der US-Sondergesandte Tom Barrack verurteilte den Angriff "aufs Schärfste". Teheran wiederum stellte den Vorfall als "Täuschung" dar.

Streit mit Bundesspitze: Thüringer BSW-Vorstand kündigt Sonderparteitag an

Im Streit mit der BSW-Bundesspitze über die Beteiligung an der Landesregierung in Thüringen hat die Landespartei einen Sonderparteitag angekündigt. "Auf Basis der Anträge von vier Kreisverbänden" habe der Landesvorstand die Einberufung des außerordentlichen Parteitags beschlossen, teilte das Thüringer BSW am Montag in Erfurt mit. Bekräftigt wurde, "dem Beschluss des Bundesvorstands, aus der Regierungskoalition auszusteigen und Verhandlungen für eine Expertenregierung aufzunehmen, nicht zu folgen".

Textgröße ändern: