Pallade Veneta - Britischer Abgeordneter kehrt nach vierfacher Amputation ins Unterhaus zurück

Britischer Abgeordneter kehrt nach vierfacher Amputation ins Unterhaus zurück


Britischer Abgeordneter kehrt nach vierfacher Amputation ins Unterhaus zurück
Britischer Abgeordneter kehrt nach vierfacher Amputation ins Unterhaus zurück / Foto: BENJAMIN CREMEL - AFP

In Großbritannien ist ein Parlamentarier nach der Amputation seiner Hände und Füße wegen einer Sepsis unter großem Beifall der Abgeordneten ins britische Unterhaus zurückgekehrt. Die Abgeordneten standen am Mittwoch auf und jubelten, als Craig Mackinlay vor der wöchentlichen Fragestunde mit Premierminister Rishi Sunak seinen Sitz in der Parlamentskammer einnahm. Mackinlay sprach von einem "emotionalen Tag".

Textgröße ändern:

Der 57-jährige Konservative war im vergangenen September mit einer Sepsis ins Krankenhaus gebracht worden, wo er 16 Tage in einem künstlichen Koma verbrachte. Im Dezember wurden ihm mehrere Gliedmaßen amputiert. Den Ärzten sei es gelungen, Arme und Beine "über den Ellbogen und über den Knien zu retten", sagte er am Dienstag dem Sender BBC. "Man kann also sagen, ich hatte Glück."

Mackinglay trägt nun Prothesen. Er sei jetzt der "bionische Abgeordnete", sagte er am Mittwoch. Er brachte seine Parlamentskollegen zum Lachen, indem er sich dafür entschuldigte, Parlamentsregeln zu brechen: Er trage Turnschuhe, da seine anderen Schuhe nicht passten, und kein Jackett, da es nicht über seine Armprothese passe. Er bedankte sich für den Applaus und dankte seiner Familie und dem medizinischen Personal, das anlässlich seiner Rückkehr der Sitzung auf der Besuchergalerie beiwohnte.

Sunak würdigte Mackinlays "unglaubliche Widerstandsfähigkeit". Oppositionsführer Keir Starmer von der Labour-Partei sagte, der Abgeordnete habe "Mut und Entschlossenheit" gezeigt.

Im Volksmund meist Blutvergiftung genannt, ist die Sepsis keine Vergiftung im herkömmlichen Sinn, sondern entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Sie ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion.

Im Gespräch mit der BBC schilderte Mackinlay, wie sein ganzer Körper innerhalb einer halben Stunde nach Ankunft im Krankenhaus "ein sehr seltsames Blau" angenommen habe - er hatte einen septischen Schock erlitten. Die Ärzte sagten seiner Frau Kati, dass die Chance, dass ihr Mann aus dem Koma erwachen würde, bei nur fünf Prozent liege.

Als Mackinlay erwachte, habe er gesehen, wie seine Gliedmaßen komplett schwarz geworden waren, sagte der Abgeordnete weiter - "wie Plastik". Er sei nicht überrascht gewesen, als die Ärzte ihm gesagt hätten, dass sie amputiert werden müssten.

Der Tory-Abgeordnete sitzt seit 2015 im Unterhaus. Er will bei der in diesem Jahr anstehenden Parlamentswahl erneut kandidieren.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Keine Fortschritte bei Haushaltsverhandlungen auf EU-Gipfel

Nach stundenlanger, heftiger Diskussion haben die Staats- und Regierungschefs der EU ihre Verhandlungen über den nächsten Sieben-Jahre-Haushalt der EU ohne Ergebnis vertagt. Bei der "kontroversen" Debatte am Donnerstag in Brüssel seien die unterschiedlichen Positionen aufeinandergetroffen, verlautete aus deutschen Regierungskreisen. Am Rande des Treffens erzielten Deutschland und Frankreich allerdings eine vorläufige Einigung, die das sogenannte Verbrenner-Aus kippen könnte.

Bundestag billigt Einsetzung von internationaler Schadenersatzkommission für die Ukraine

Der Bundestag hat die Einsetzung einer internationalen Kommission gebilligt, die über Schadenersatzansprüche der von Russland angegriffenen Ukraine entscheiden soll. Das Plenum stimmte am Donnerstagabend mit den Stimmen von Union, SPD, Grünen und Linke für das im vergangenen Jahr von 34 Staaten und der EU vereinbarte Vorhaben.

Opfer von Straftaten sollen in Gerichtsverfahren mehr Unterstützung bekommen

Opfer schwerer Straftaten sollen in Strafverfahren mehr Unterstützung bekommen. Der Bundestag beschloss dazu am Donnerstagabend einen entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung. Dabei geht es vor allem um den Zugang zu psychosozialer Prozessbegleitung. Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderungen, die Opfer schwerer Straftaten geworden sind, sollen künftig von Amts wegen eine solche Beratung erhalten. Sie müssten dann keinen Antrag mehr stellen.

Huthi-Miliz greift Regierungssitz in Aden an - Mindestens vier Tote

Die pro-iranische Huthi-Miliz hat den Sitz der international anerkannten Regierung im jemenitischen Aden mit Raketen angegriffen und dabei mindestens vier Menschen getötet. Aus Regierungskreisen verlautete gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass mindestens zehn weitere Menschen verletzt worden seien. Regierungschef Schaja Mohsen Sindani habe sich während des Angriffs im Präsidentenpalast befunden, sei aber unverletzt, sagte ein Minister.

Textgröße ändern: