Pallade Veneta - Entsetzen über mutmaßlich antisemitisch motivierte Vergewaltigung in Frankreich

Entsetzen über mutmaßlich antisemitisch motivierte Vergewaltigung in Frankreich


Entsetzen über mutmaßlich antisemitisch motivierte Vergewaltigung in Frankreich
Entsetzen über mutmaßlich antisemitisch motivierte Vergewaltigung in Frankreich / Foto: Sebastien SALOM-GOMIS - AFP/Archiv

Die Vergewaltigung und antisemitische Beschimpfung einer Zwölfjährigen hat in Frankreich Entsetzen ausgelöst. Die Justiz ermittelt gegen drei Jungen im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren. Die beiden Älteren befinden sich in Polizeigewahrsam, der Jüngere vorläufig in einem Heim. Präsident Emmanuel Macron forderte, das Thema Antisemitismus in den Schulen des Landes anzusprechen.

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Das Mädchen sagte nach Polizeiangaben aus, die Täter hätten es wegen seines jüdischen Glaubens beschimpft. "Niemand kann wegsehen bei diesem beispiellosen antisemitischem Akt", schrieb Frankreichs Oberrabbiner Haïm Korsia am Mittwoch im Onlinedienst X.

Präsident Macron forderte die Schulen des Landes auf, vor dem Hintergrund der Tat in den kommenden Tagen mit den Schülerinnen und Schülern über die Gefahren von Rassismus und Antisemitismus zu debattieren. Es müsse verhindert werden, "dass Hassreden und ihre schlimmen Folgen in die Schulen eindringen", erklärte der Elysée-Palast.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen verurteilte die Tat als "abscheulich" und nutzte sie zugleich zu einem Wahlaufruf: "Die Stigmatisierung der Juden, die seit Monaten von der extremen Linken durch die Instrumentalisierung des israelisch-palästinensischen Konflikts betrieben wird, ist eine echte Bedrohung für den zivilen Frieden", schrieb Le Pen und verwies auf die Parlaments-Neuwahl Ende des Monats.

Das Mädchen hatte sich nach Polizeiangaben am Samstag mit einem Freund in einem Park im Pariser Vorort Courbevoie aufgehalten. Drei Jungen sollen das Kind dann in einen Schuppen gezerrt und geschlagen, antisemitisch beschimpft und zum Oralverkehr gezwungen haben. Die beiden älteren hätten das Mädchen nacheinander vergewaltigt.

Das Mädchen wurde von der Feuerwehr in ein Zentrum für Gerichtsmedizin gebracht, wo die Vergewaltigung bestätigt wurde. Der Freund des Mädchens konnte nach Polizeiangaben zwei der Angreifer identifizieren. Die drei mutmaßlichen Täter wurden am Montag festgenommen. Die Justiz nahm Ermittlungen wegen Gruppenvergewaltigung, Morddrohungen, Körperverletzung und antisemitischer Beleidigung auf. Mehrere Organisationen riefen zu einem Protestmarsch am Mittwochabend in Paris auf.

Die Zahl antisemitisch motivierter Straftaten in Frankreich war nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober und dem Beginn des Gaza-Kriegs deutlich gestiegen. Nach Angaben des jüdischen Dachverbands Crif hat sich die Zahl solcher Taten innerhalb eines Jahres von 436 auf knapp 1700 nahezu vervierfacht. Nach dem 7. Oktober seien die Zahlen nahezu "explodiert".

L.Bufalini--PV

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